Wie gewinne ich das Vertrauen meines ängstlichen Hundes, mit schlechter Vorgeschichte?

      Wie gewinne ich das Vertrauen meines ängstlichen Hundes, mit schlechter Vorgeschichte?

      Hallo zusammen,

      ich bin neu hier im Forum und habe direkt mal eine Frage. Und zwar habe ich seid ca. einer Woche einen ganz lieben, jedoch auch sehr ängstlichen Hund. Der Hund stammt ursprünglich aus einer Tötungsstation aus Ungarn, wurde zwar für fünf Monate vermittelt, jedoch dann eher unsanft wieder zur Pflegestelle zurückgebracht. Abgabegrund war - der pinkelt überall hin!!

      Maya ist, denke ich eine Mischung aus Dackel eventuell auch Beagle.. Genau kann ich das nicht so sagen. Sie ist 1 1/5 Jahre alt und mega lieb. Sie kommt prima mit den Kindern zurecht und auch die Katzen sind kein Problem.

      Ich habe zwar schon von Jugend an immer Hunde gehabt, jedoch Welpen, die gut sozialisiert waren.

      Maya hat das Problem des "angst-pipis". Nicht immer, nur in bestimmten Situationen. Z.b. beim Anleinen pullerte sie immer. Das habe ich glücklicher weise schon in dieser knappen Woche weg bekommen, indem ich mich ihr den Rücken zugewandt hin hockte und sie liebevoll mit Leckerchen lockte. Ansonsten macht sie nur noch wenn ich sie zu mir rufen möchte.. Als wenn sie mit der Situation schlechte Erfahrungen gemacht hat. Ich habe von einer Freundin den Rat bekommen ihr eine Leine in der Wohnung an zu lassen und wenn ich sie rufe sie sanft zu mir ziehen und mit Streicheln und lieben Worten loben.

      Zu übermäßig Loben, kann ich sie jedoch nicht, weil sie dann ein Freuden- Pipi macht. Ich weiß, nach einer knappen Woche darf und will ich nicht zu viel von dem Mädel Erwarten, jedoch freue ich mich über Ratschläge und Tipps um das Vertrauen auf zu bauen.

      Auch spielen, mit Spielzeug kennt sie nicht. Sie hat angst im dunkeln, wenn wir Gassi gehen. Auch andere Hunde werden "versucht" angebellt zu werden (was ich direkt unterbinde und weiter gehe ohne großen Kommi) Wenn sie nicht kommen möchte, legt sie sich einfach hin. Gehe ich dann auf sie zu (sei es Seitwärts oder Frontal) macht sie Pipi.
      Vielen Dank fürs lesen und ich freue mich über eure Antworten :biggrin:
      Hey,

      kennst du dich mit 'Beschwichtigungssignalen' aus?

      Dadurch könntest du deinen Hund lesen, mit ihm kommunizieren, statt nur zu ihm zu sprechen... das widerum hilft ihr, Ängste und Unsicherheiten abzulegen.

      Schau mal hier: spass-mit-hund.de/seiten/mehr_…/beschwichtigungssignale/

      youtube.com/watch?v=w-pVkK4dAog

      am Ende des Videos sind tolle Buchtipps, es lohnt sich das Geld dafür zu investieren... :zustimm:

      ausserdem solltest du über Clickertraining nachdenken.

      spass-mit-hund.de/seiten/clickerwelt/clicker_training/

      spass-mit-hund.de/seiten/clickerwelt/einstiegsuebungen/

      Gerade ängstliche, unsichere Hunde können dadurch sehr große Fortschritte erzielen.
      LG Alex

      Der Schlüssel zum Verstehen findet sich oftmals in der Achtsamkeit gegenüber den kleinen Dingen des Lebens. (Dalai Lama)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „neonworksii“ ()

      Hallo,

      Vielen dank erst einmal für die Antwort und die links. Ich werde mir sie in Ruhe anschauen. Ich kenne einige Beschwichtigungssignale, jedoch noch nicht ausführlich und intensiv. Ich werde mir das zu herzen nehmen. Mit Klicker zu arbeiten, hatte ich auch dran gedacht. Ich habe nur angst es falsch zu machen und werde mir von einer Freundin anfangs Hilfestellung geben lassen denke ich. Also ich übe mit ihr gerade “komm“, was überwiegend nur mit Leckerchen klappt. Aber schon mal ein Anfang. Mir macht die Begegnung mit anderen Hunden noch etwas Kopfzerbrechen. Ich verhalte mich ganz normal, habe auch keine angst, die ich übertragen würde, jedoch reagiert sie nicht mal auf Ablenkung oder dergleichen. Ich habe bei einem (ich kannte ihn vorher), lieben Hund mal es gewagt, die Keine ab zu legen und immer gesagt-schau mal fein...da ist der charly..fein..und siehe da.. Erst angezickt und jetzt laufen wir immer zusammen durch den Wald. Nur bei einen anderen mir bekannten Hund, hat es nicht geklappt und deshalb versuche ich lieber drum rum zu gehen. Habt ihr irgend welche hilfreichen Tipps? Also ich sehe ihr an, dass sie angst hat vor anderen Hunden. Unsicher ist sie... Lg Mine
      Hey,

      ja oft genug bekomme ich mit, dass Leute das Clickern wieder aufgeben, weil es nicht den erhofften Erfolg gebracht hat. :sad: Meist liegt es am mangelden Wissen, wie es richtig gemacht wird. Das ist dann natürlich Schade.
      Bitte lese dich unbedingt ins Thema ein. Dazu empfehle ich dir noch dieses Buch:

      amazon.de/Clickertraining-Birgit-Laser/dp/3861277107

      hier Birgits Homepage, sie bietet Kurse an, vielleicht ist es ja bei dir in der Nähe?

      laserdogs.de/

      Christina bietet auch was an: spass-mit-hund.de/ unter Clickerwelt.

      Ich selber starte am Freitag einen Kurs, falls du Nähe 494... wohnst, melde dich per PN.

      Zum Thema
      Also ich übe mit ihr gerade “komm“, was überwiegend nur mit Leckerchen klappt. Aber schon mal ein Anfang.
      frage ich: für was soll sie sonst arbeiten? Fürn Schulterklopfen? Wie langweilig? Würdest du nur für ein Schulterklopfen arbeiten?

      ...und Ablenken funktioniert sowieso nicht. Wenn sie anderen Hunde aus Unsicherheit anzwickt und anbellt/knurrt, dann musst du -wenn du so ein Verhalten ändern willst- dich mit den Beschwichtigungssignalen gut auskennen und die Grundlagen von Stress und Aggressionen kennen. Dazu gibt es auch jede Menge Bücher, dies ist besonders gut:

      amazon.de/dp/3936188041/?tag=h…157&ref=asc_df_3936188041
      LG Alex

      Der Schlüssel zum Verstehen findet sich oftmals in der Achtsamkeit gegenüber den kleinen Dingen des Lebens. (Dalai Lama)
      Hallo, also das mit dem “komm“und den leckerchen... Also das ist ja nicht mein erster Hund..und somit habe ich die Erfahrung gemacht, das ein “schulterklopfen “ durchaus belohnung für den Hund darstellt. Ich denke einfach mal, dass sie “komm “irgendwann einmal mit etwas negativen verknüpft hat, denn anfangs hatte sie angst davorfleiß. Mittlerweile haben wir fleißig geübt und der Schatz kommt jetzt freudestrahlend (auch ohne leckerli).

      Ja wegen dem Clicker habe ich mich vorher schon gut durch gelesen und wir haben gestern unter aufsicht einer Freundin damit begonnen :) wir üben erst einmal das Anschauen. Wir verwenden dafür “look“. Nach nur kurzer zeit, hat sie verstanden was ich wollte. Sie ist wirklich sehr lernfreudig. Leider komme ich von 570... sonst hätte ich gern deinen Tipp wahrgenommen. Ich denke nicht, dass ich so schnell aufgebe mit dem Clicker.. Dafür haben wir jetzt schon viel zu viel gute Erfolge damit erziehlt ;) .
      Also gestern haben wir es geschafft ohne mucks an einem Hund vorbei zu gehen. Ich habe ihr die möglichkeit gegeben einen kleinen umweg querfeldein zu gehen und da hat echt geholfen . Lg
      Hey,

      wir üben erst einmal das Anschauen. Wir verwenden dafür “look“. Nach nur kurzer zeit, hat sie verstanden was ich wollte


      hoppsala, das ist verkehrt herum! Zuerst wird nur das Anschauen geclickt. ERst wenn das sicher und zuverlässig ausgeführt wird ( zu min. 80%) erst dann wird das Signal (look) eingeführt.

      Auch wenn du glaubst, das das nicht sein könnte, es ist so!! Das ist der Trick mit dem Click...
      Ich denke du solltest jemanden fragen, der sich damit auskennt...
      LG Alex

      Der Schlüssel zum Verstehen findet sich oftmals in der Achtsamkeit gegenüber den kleinen Dingen des Lebens. (Dalai Lama)
      Hey,

      schön :clap: dann weiterhin viel Erfolg.

      Bitte verlange nicht zu viel vom Hund. Viele kleine Schritte führen auch (oft sogar noch eher) ans Ziel, wie ein Großer...
      Wenn die Unsicherheit jetzt noch zu groß ist, wenn andere Hunde in der Nähe sind, dann wird sie sicher mit der Zeit und dem nötigen Einfühlungsvermögen, diese Unsicherheit ablegen. :zustimm:

      Überlege bitte ob es nicht sinnvoller ist, das Anschauen des fremden Hundes zu clicken und zu belohnen, wie dir in die Augen zu schauen. Aus Sicht des Hundes ist jede Hundebegegnung mit Ärger und Stress verbunden. Also krempel die Gefühle deines Hundes um. Aus der Erfahrung: Ärger, Stress sollte die Erfahrung: Entspanntheit und Vorfreude auf ein Lecker werden. So etwas nennt man 'Umkonditinierung' . Aus einem ehemals negativen Reiz wird ein positiver Reiz.
      Alles Gute...
      LG Alex

      Der Schlüssel zum Verstehen findet sich oftmals in der Achtsamkeit gegenüber den kleinen Dingen des Lebens. (Dalai Lama)