Seit es diese Schwemme an Auslandhunden gibt und die Tierheime mit Abgabetieren überfüllt sind tauchen auch immer häufiger Begriffe wie Angstaggression Angsthund usw. usf. auf.
Gern wird ein Hund, der an der Leine massiv andere Hunde oder sogar Menschen angeht als "Angstaggressiv" bezeichnet.
Man hört Schlagworte wie "Angsthund" "schlechte Sozialisation" usw. die wohl alle in diesen Kontext mit hinein spielen sollen.
Doch wo fängt Angst an? Durch was kennzeichnet man eigentlich Angst?
Ich selbst lebe nun seit 2 1/2 Jahren mit einem echten Angsthund der eine ganz spezifische Phobie entwickelt hat (leider, ich Unfähige habe nicht rechtzeitig die Auswirkungen erkannt - jetzt arbeiten wir dagegen an).
Ich bekam ihn als Hund, der sich nicht mal ansehen lies, sofort verschwand, keine Nahrung zu sich nahm, im Stehen einschlief und erst aufschreckte, als er am umkippen war.
Niemals habe ich erlebt dass er auf Kinder (vor denen er eine wirkliche, eine echte Angst hat) mit Aggression reagiert.
Gibt es denn verschiedene Formen der Angst? Ja! ABer eine Angst kennzeichnet sich dadurch, dass derjenige der Angst hat, versucht die Quellen der Angst zu umgehen, zu meiden und bei Ansichtig werden in ein typisches Muster verfällt. (Denken wir dabei doch nur mal an uns selbst! Wer Angst vor HÖhen hat wird doch gewiss nicht auf eine hohe Felskante stehen und hinunterbrüllen - ganz aggressiv - wie beschissen er jetzt seine Angst vor der Höhe findet... Ein echter Phobiker k a n n sich der Angst nicht stellen!Jedenfalls nicht ohne jede Hilfe oder einen dermaßen eisernen Willen und Selbsterkenntnis. Ich sprach neulich mit einer Person die eine echte Spinnenphobie hatte,. was sehr interessant war. Denn auch dieses Beispiel zeigte: Wer tatsächliche Angst hat, schlägt auch keine Spinne tot. das ist dann nur affiges Theater. Der echte Phobiker traut sich teilweise nicht mehr aus dem Haus, weil draußen Plakate angebracht sind, auf denen Spinnen zu sehen sind und das ist kein w#itz. Das stammt aus erster Hand)
Thorin zeigt sie alle: Zuerst flieht er, er rennt, er sucht sich einen Ausweg, er sucht sich ein Versteck... kann er nicht fliehen, erstarrt er. Sein Atem fliegt, die Augen sind aufgerissen, je nach Nähe der bedrohung zittert er am ganzen Leib. Futter wird in so einem Moment nicht angenommen, egal, wie hochwertig und lecker es ist. Er verliert massiv Haare. Er schaut weg. Kommen dann Kinder (vor denen er diese Angst zeigt) auf ihn zu und streicheln ihn, ergibt er sich völlig. Wird schlaff. Wehrt sich in keiner Form. Knurrt nicht mal.
Das ist Angst
Nun gibt es Menschen und auch leider Hundetrainer die sagen, ein Hund der massiv in die Leine geht mache dies auch aus Angst

Ja, der alltägliche Wahnsinn geht sogar so weit, dass Hunde, die frei laufen und andere Hunde die weit weg sind, angehen, dort hinrennen und sie stellen udn verbellen, sogar einer rauferei nicht abgeneigt sind als Angsthunde bezeichnet werden was wohl der Oberhohn für jeden menschlichen und hündischen "Angsthasen" ist.
Und genau hier können wir gern anfangen zu diskutieren... denn es steht mir bis über beide Ohren, dass solche unsicheren Hunde als Angsthunde bezeichnet werden.
DAs diese Leinenaggressiven nicht gerade souverän sind steht wohl außer frage. Aber sie sind auch keine ängstlichen Typen. Sie sind schlicht unsicher oder unbegrenzt oder beides zusammen.
Oft wird eine Leinenaggression damit begründet, der Hund müsse schreckliches erlebt haben. WArum? Das geht mri nicht so ganz rein.
Meist sind es Hunde von bestimmten Typen Mensch. Meist reicht ein bloßer Halter-Wechsel und der Hund benimmt sich anständig. Das Problem beio Leinenaggression ist oft der Mensch der den Hund hält.
Gedanken dazu?
Ich bin gespannt
Gruß
Thora
Zitat Dr. Dorit Feddersen-Petersen "Wo das Beziehungsgefüge stimmt, funktioniert das aufeinander bezogene Verhalten - und die Leine ist eigentlich überflüssig"

