HILFE!!! Hund uriniert plötzlich zu Hause

      HILFE!!! Hund uriniert plötzlich zu Hause

      HILFE!!!!!!!!!!!
      Vor einem guten Jahr haben wir einen Weimaraner-Rüde (heute fast 3 Jahre, damals 1,8 Jahre alt) übernommen. Er wurde von seinem Vorbesitzer aufs Übelste Mißhandelt; er hat ihn bis auf die Knochen aushungern lassen.

      Vom Anfang an fiel auf, daß er recht dominant zu sein versuchte, eine Kastration folgte und es wurde etwas besser.
      Bei uns entwickelte er sich zu einem sehr sanften Traumhund (obwohl er mich -mutter- bereits ein paar Mal anknurrte als ich ihm seinen Willen nicht durchsetzen ließ).

      Sehr schnell stellten wir fest, daß komplett und ausschließlich auf meinem Mann fixiert ist.

      Ein halbes Jahr sind wir (Vater und Mutter) mit ihm zur Hundeschule gegangen. Uns fiel dabei auf, daß er immer wieder versuchte, seinen Willen durchzusetzen aber wir gingen nicht darauf ein.

      Übliche Weimaraner-Suchspiele oder Kopfspiele sind für ihn absolut uninteressant, er ignoriert uns dann einfach dabei.

      Seit jetzt etwa 3 Wochen (ohne daß irgendwas passiert sei), fängt er an unseren 2-jährigen Kind absichtlich (!) umzuwerfen (Zweifel inzwischen ausgeschlossen) oder den 7-jährigen wegzuschubsen wenn er auf dem Sofa liegt (für den Hund verbotene Zone).

      Am Wochenende kam die Krönung: mein Mann war auf der 1. Etage, ich saß unten am Esstisch. Der Hund fing an zu fipsen (was er sehr gut beherrscht!!!), ich ignorierte ihn dabei.
      Er kam zu mir und... urinierte auf meinem Bein!!! Entsetzt rief ich seinen Namen, er guckte mich nicht mal an sondern lief umher und urinierte großflächig im Erdgeschoss (markierte beim angezogenem Bein).

      Es ist nicht da erste Mal: als der Große vor etwa 8 Wochen 5 Freunde zu Besuch hatte urinierte der Hund demonstrativ auf dem Teppich vom Esszimmer.

      Was können wir tun? inzwischen denke ich, daß dringend etwas passieren muß bevor etwas passiert (könnte er den Kindern etwas antun?).

      Sorry für den längeren Beitrag, aber seine Vorgeschichte könnte wichtig sein, oder?...

      Vielen Dank im voraus für die Vorschläge, bin richtig verzweifelt und verunsichert!
      kangulanday
      Hallo, kangulanday!

      Ich denke nicht, dass man dieses Problem schriftlich über's I-Net lösen kann. Aber wir können ein wenig dran herumfeilen.

      Umwerfen der Kinder
      Vorsicht mit einer Einordnung dieses Verhaltens. Es kann durchaus reine Spielaufforderung sein. Könnte er den Kinder etwas antun? Schwer zu sagen, wenn man den Hund nicht erlebt hat. Egal, ob aus Angst oder im Zuge eines Statusstrebens, ein Hund der die eigenen Leute anknurrt, ist auch fähig, irgendwann zuzuschnappen oder mehr ...

      Urinieren
      Du hast seinen Namen gerufen - er hat nicht darauf reagiert. Das ist richtig. Daraus kannst Du ihm keine Vorwürfe machen. Das Rufen des Namens allein ist kein lenkender Befehl, wenn nicht etwas folgt, was dieser Adressat (der Hund) tun oder lassen soll. Ein Rufen des Namens allein ist wie ein anonymer Anruf per Telefon an Dich, ohne dass der Gesprächspartner dann irgendetwas äußert. Dieses "Fehl"-Verhalten des Hundes gibt also keinerlei Hinweise, da es eben kein FEHLverhalten ist.

      Das Fiepen, das großflächige Urinieren, die Vorgeschichte beim bisherigen Halter, in Kombination mit Kastration gibt mir zu denken. Man könnte dahinter durchaus natürlichen Harndrang unter Blasenschwäche vermuten. Vielleicht musste er in seinem vormaligen Zuhause sich öfters in der Wohnung lösen, weil er nicht hinausgelassen wurde. Der Hund versucht, es sich zu verkneifen. Doch irgendwann geht das nicht mehr. Möglicherweise traut er sich erst, Dich aufzufordern, ihn doch bitte vor die Türe zu lassen, wenn es schon zu spät ist. Möglicherweise deutet alles also gerade auf Ängstlichkeit und auf Zurückhaltung, bis es eben zu spät ist, hin. Weshalb er sich mit seinem Problem auch an Dich und nicht an "den Chef" wandte.

      Ging dem Urinieren vor dem Esszimmer seinerzeit unmittelbar etwas Bedeutsames voraus? Wurde der Hund zurechtgewiesen, sonstwie angesprochen, ausgesperrt, war er lange nicht mehr draußen?

      Ich hake nur deshalb so spitzfindig nach, denn Urinieren in die Wohnung unter den Augen des Halters wird fälschlicherweise oftmals als Paradebeispiel für ein "Dominanzproblem" angesehen. Auch in Deinem Beitrag ist erkennbar, dass Du bereits auf ein Dominanzproblem abzielst. Du beschreibst nur Charaktereigenschaften, die Statusstreben und Dominanzprobleme im Hundeverhalten erkennen lassen. Du betonst nur das Selbstbewusste im Wesen Deines Hundes. All diese Aktionen können aber genauso allein durch Angst ausgelöst sein.

      Interessant dazu wäre die Fixierung auf Deinen Mann: Tritt der Hund Deinem Mann gegenüber erwartungsvoll, aufmerksam, locker, freudig in Verhalten, Körpersprache und Mimik auf, oder eher unterwürfig, besänftigend, mit eingezogenem Schwanz zwischen den Läufen wedelnd? In Anbetracht seiner Vorgeschichte vermute ich Letzteres.

      Du schreibst, dass er versucht, seinen Willen durchzusetzen. In wie fern? Verweigert er Aktionen in der Hundeschule, die er tun soll - das würde zu seiner Passivität bei den Such- und Kopfspielen passen. Oder unternimmt er eigeninitiativ zusätzlich, andere Aktionen, die aber momentan nicht ins Konzept passen? Versucht er also Passivität durchzusetzen, zu verweigern - oder zusätzliche Aktivität (z.B. Spiel mit einem Stock, mit einem anderen Hund, ...) ?

      Momentan nur schon ein dringender Rat: Lass Dir AUF KEINEN FALL eine Dominanzbehandlung aufschwatzen. Eine solche ist aufgrund der "Vorfälle" wie Du sie hier schilderst keinesfalls angebracht und richtet eher zusätzlichen Schaden an, ohne das Problem zu lösen.

      Servus
      age
      Hallo Age,

      erstmal vielen Dank für die schnelle Antwort!

      Hier ein Paar Ergänzungen:
      Als er am samstag uriniert hat war es etwa 45 Minuten nachdem mein Mann knapp 2 1/2 Stunden mit ihm im Wald war. Mein Mann war auf der ersten Etage, der Hund mit mir im EG. Er saß die ganze Zeit vor dem Treppenaufgang und fiepte. Sonst nichts besonderes. Sein Fiepen war eindeutig damit mein Mann runterkommt und bei ihm ist.
      Die Beiden verstehen sich prächtig, sobald er ihn sieht wedelt er sehr freudig und macht Luftsprünge. Wenn mein Mann auf Geschäftsreise ist verweigert der Hund manchmal das Futter (und das obwohl er normalerweise richtig verfressen ist), sitzt die ganze Zeit vor der Eingangstür und fiept.

      Angst kann ich bei ihm nicht erkennen, er hat z.B. niemals den Schwanz eingezogen oder den Kopf gesenkt. Auch kann er sehr lange den Blick halten.
      Er ist sonst sehr verschmust und könnte den ganzen Tag geknuddelt werden.

      Eine Blasenschwäche kann zur Zeit nicht sein, er wurde erst am vergangenen Mittwoch tierärztlich untersucht. Gestern Sonntag und Heute ist auch nichts gewesen. Auch nicht in der Nacht, obwohl er 9 Stunden warten mußte bis zum nächsten Gassigehen.

      Das Fiepen macht er nur wenn mein Mann im Haus ist, sich aber nicht um ihn kümmert. Oder wenn wir gassigehen und er am Strassenrand warten muß, weil es ihm dann langweilig ist und er sofort rüber möchte.

      Weiss jetzt nicht genau ob ich nur seinen Namen oder seinen Namen in Kombination mit "Nein" dabei gerufen habe (was eher wahrscheinlicher ist), stand ziemlich unter Schock.

      In der Hundeschule hat er nur die Befehle dann ausgeführt wenn er gerade mal Lust dazu hatte. Sonst konnten wir ewig lange darauf warten daß er sitz, Platz macht oder bei Fuß läuft. Sobald er von der Leine gelassen wurde/wird läut er einfach davon und ist erstmal weg.

      Vielen Dank für die Hilfe!
      kangulanday
      AGe meint zwar es handele sich hierbei nicht um ein Dominanzproblem, - ich meine aber, dass der Hund, soweit herauslesbar, schon ganz schön den Alltag bestimmen will.
      Er ignoriert "Befehle", er fiept nach dem Mann, wenn dieser sich nicht um ihn kümmert. Ich nenne es nicht gerne Dominanzproblem - aber der Hund hat ein PRoblem damit, wenn es nicht so geht, wie es ihm passt. Dies scheint mir eindeutig zu sein.
      Meine Hunde fiepen NIE, wenn sie irgendwo kurz warten müssen - weil sie wissen, dass ich gleich wiederkomme und Gefiepe gar nichts bringen würde.

      Das Urinieren kann er dazu benutzt haben, um Deine Aufmerksamkeit, vielleicht auch die des Mannes zu errgen. Holst Du öfter Deinen Mann herbei, wenn Du mit dem Hund nicht klar kommst? Dann wäre wohl diese Denkweise ein passender ANsatz...

      Wie stehts sonst so mit eurer Bindung? Wie verhält sich der Hund, wenn ihr mit ihm draußen seit?

      Ich beobachte sehr häufig, dass Halter ihren Hund ständig rufen, ihm ständig die Richtun gswechsel ankündigen und sowieso immer sehr besorgt erscheinen. Sie nehmen dem Hund auch draußen jegliche Möglichkeit zum eigenständigen Handeln - MEist Resultat: Hund versucht es dickköpfig dennoch durchzusetzten, ignoriert dann auch kommandos.
      Anders bei einer gut funktionierenden Beziehung. Es ist kaum ein Wort nötig. Die hunde entfernen sich nciht sehr, gehen ihrer Nase nach, achten aber stets mit einem halben Ohr auf ihren Besitzer. Laufen im lockeren Rudelverband nenne ich sowas. Richtungswechsel ohne Kommentar können eine Bindung stärken. Manchmal laufe ich, ohne irgendwas von meinen Hunden zu wollen. Wir bewegen und flüssig umeinander her, ohne uns zu behindern oder uns gegenseitig einzuschränken. JEder achtet dabei unterschwellig auf jeden. Dennoch tut jeder was er mehr oder weniger möchte.

      Ein WEimaraner ist im Grunde kein FAmilienhund, sondern ein höchst intelligentes Wesen, welches viel Feingefühl von seinem MEnschen abverlangt.
      Hundeschule allein bringt nichts. Ich hatte einen panischen, zitternden Hund, der sich von niemandem anfassen lies. Alle rieten mir zu einer verdammten Hundeschule. JEtzt, nach fast 9 Monaten OHNE hundeschule ist der Hund nicht wiederzuerkennen. Er ist fröhlich, zwar in manchen Situationen immer noch scheu, aber nicht mehr panisch. Er ist ein intelligenter Dickkopf, der eine Persönlichkeit entwickelt hat - bzw. endlich entfalten konnte.
      Hundeschulen sind meist etwas für LEute, denen das natürliche gEspür für den Umgang mit "Problemhunden" fehlt. Man lernt nach Schema F den Hund in ein Gehorsams-Korsett zu zwingen - klar funktioniert das in den allermeisten Fällen, wenn korrekt angewandt - aber da geht in meinen Augen viel, viel verloren - und Euer WEimi macht da nicht mal mit.

      IHr müsst euch also was anderes einfallen lassen.

      Da ich euch mit eurem Hund nicht beobachten kann, um eventuelle KRitkpunkte zu finden, kann ich hier keine großartigen Tipps abgeben. Und selbst wenn : Ich würde mir nicht unbedingt anmaßen wollen, für euch die richtige Lösung zu wissen... schließlich bin ich kein "Hundeflüsterer" oder sowas, auch wenn es manche nach Thorins Wandlung behaupten - wir passen einfach gut zusammen - der Hund und ich wir bilden einen Einheit.
      Warum? Weil ich nicht auf sein Äußeres achtete, sonder auf das, was rüber kam, als er mich ansah und ich ihn.
      Zitat Dr. Dorit Feddersen-Petersen "Wo das Beziehungsgefüge stimmt, funktioniert das aufeinander bezogene Verhalten - und die Leine ist eigentlich überflüssig"
      ... also weiter ...

      Beim Urinieren schließe ich also ein "Müssen" und organische Defekte aus. Bleibt das Problem, dass das Beschmutzen des eigenen Reviers (in dieser Form!) nicht unbedingt üblich ist, um Dominanz auszudrücken. Ich kenne zudem Fälle, in denen der Hund ebenfalls großflächig urinierte, allerdings in unterwürfiger Vorfreude auf seinen momentan nicht, aber fast erreichbaren "Chef". Bei jungen Hunden genauso wie bei Erwachsenen. Von ein paar Spritzern bis hin zu "ein paar Pfützen" reichend. Dies ist dann NICHT provozierend gemeint. Vielmehr entspricht es dem menschlichen "sich-vor-Freude-in-die-Hose-machen". Aufregung. Anspannung. Stress (in Deinem Fall eher positiv), bis man "es" nicht mehr halten kann. Dies würde ich - da ich den Hund dabei nicht erlebt habe - einmal 50:50 mit der anderen Möglichkeit stellen, dass er damit wirklich einzig Deine Aufmerksamkeit erregen wollte.

      Würde passen. Was mich stört ist, dass diese angehimmelte Person - Dein Mann - bei Hundeschul- und Suchspielen mit seinem (vom Hund anerkannten!) Status nicht ausreichend motivierend wirkt, den Hund bei der Sache zu halten.

      Momentan erscheint mir folgender Hund für die beschriebenen Sachverhalte halbwegs schlüssig zu passen:

      - im positive Sinne auf eine Person, Deinen Mann, fixiert
      - alle anderen Personen des Haushaltes sind halt vorhanden, haben ggf. für ihn zu funktionieren, dürfen ihn - wenn er das möchte - knuddeln und mit ihm spielen, müssen aber - wenn er das möchte - weichen (Sofa) (obwohl Weimaraner als überaus familienfreundlich gelten - weshalb ich in seinem "kommandierenden Verhalten" noch keine GEFAHR sehe)
      - interessant werden "die anderen" nur dann, wenn er erkennt, dass sie eine Möglichkeit darstellen, über sie an den "Chef" heranzukommen; dann werden temporär Koalitionen gebildet. Du weißt, wie man "da rauf" kommt, wie man die Türen öffnen könnte. Der Hund weiß, dass Du das weißt. Also wendet er sich an "uninteressante Personen", um seine Ziele verwirklichen zu können.
      - für ihn gibt es in Eurer Familie Deinen Mann als Alpha. Unmittelbar darunter - vielleicht schon gleichgestellt? (die Verweigerung in der Hundeschule) - ihn. Der Hund also strebenswütiger Beta oder sich schon in Alpha-Position wähnend. Der Rest ist Omega - momentan noch mit Lebens- und Daseinsberechtigung
      - könnte (wenn es nicht ohnehin schon so ist???) zum Kontrollverlust durch alle anderen Personen außer dem "Chef" führen

      Was mir dazu überhaupt nicht passt, ist immer noch die Verweigerung der Folgsamkeit ggü ALLEN Personen. Es sind also Tendenzen zu erkennen, dass er zwar nicht die Führung der Gruppe, aber alle denkbaren sozialen Freiheiten IN der Gruppe (die Selbstbestimmung über SEIN Handeln) anstrebt. Da er den Chef selbstsicher und freudig - keineswegs also unterwürfig - begrüßt, könnte er sich selbst durchaus schon als gleichberechtigt in oberster Schicht betrachten. Er zieht die Möglichkeit zu eigeninitiativem Handeln einer Gruppenaktivität vor. Fehlt ihm also die Bindung an die Gruppe??? Handeln in seinem Sinne bedeutet für ihn, sich der Gruppe zu entziehen.

      Rein aus dem Hundecharakter, den man dem Weimaraner zuschreibt, erklären sich einige der Vorfälle:

      - er bindet sich eng und alles andere ausschließend an den Halter - das ist bei Euch der Fall
      - ihm wird ein sehr hoher Beschäftigungs- und Bewegungsbedarf nachgesagt. Weswegen das Drängen zum Chef Zuhause, das Fiepsen am Straßenrand meines Erachtens nicht als Charakterschwäche oder Fehlverhalten bezeichnet werden darf, sondern noch "dem Charakter der Rasse" zugeschrieben werden sollte
      - er gilt als dem Chef ggü. sehr anhänglich, den Körperkontakt suchend; möglicherweise - wie in Deinem Falle - indem er den anderen gegenüber sehr fordernd wird, um diesen Kontakt herzustellen und sich eben möglicherweise in seiner Verzweiflung, diesen Kontakt nicht herstellen zu können "in die Hose macht"
      - mit Kindern käme der Weimaraner gut aus, sei aber ebenso stürmisch und etwas ungeschickt im Umgang - was das von Dir geschilderte Überrennen und Wegschubsen als völlig normales Verhalten ohne übersteigerten Charakter erklären kann
      - und das "er-ist-dann-erst-einmal-weg-und-kümmert-sich-um-nichts" ist ein typischer Charakterzug der Rasse, der sich aus Unterbeschäftigung ergäbe

      Alle "Vorfälle" finden sich also im Rassestandard eines UNTERBESCHÄFTIGTEN Weimaraners beschrieben. Sodass ich - und jetzt wird es gefährlich., da ich nur sehr wenige der mindestens hundert Millionen wichtigen Details kenne und eben den Hund nie in Aktion erlebt habe - sagen würde:

      Verhaltensgesunder Weimaraner. An der Obergrenze noch tolerierbaren Strebens nach sozialen Freiheiten in der Gruppe. An der Obergrenze seiner Forderung nach dem Kontakt zum Chef. Aber hochgradig unterbeschäftigt. Und diese Beschäftigung muss er als Weimaraner von der von ihm als Chef auserkorenen Person erfahren.

      Mir fällt dabei gerade die tolle Themaverfehlung auf, die ich produziert habe. Doch auch Du hast, denke ich, die Pinkelei in einem größeren Gesamtzusammenhang gesehen, befürchtet, dass dies schon eine Extremform eines größeren Verhaltensproblem sein könnte. Ist es (wie dargestellt) wahrscheinlich nicht - jedoch abgestellt ist es "durch mehr Beschäftigung" auch nicht direkt. Wenn Dir der Hund während des Urinierens die ganze Zeit starr in die Augen geblickt hat, DANN haben wir eine grundlegend andere Situation vor uns. Hier geben oft kleine Details den entscheidenden Hinweis über den Einsatz von Keule oder Streicheleinheiten.

      Findet er ausreichend fesselnde Beschäftigung in der / durch die Gruppe, wird wohl auch seine derzeitige Orientierung hinsichtlich Beschäftigung von der Gruppe fort (Ungehorsam, geht auf eigene Tour, sobald er von der Leine gelassen wird) fortfallen.

      Bleibt immer noch der letzte Brocken: Warum befolgt er die Kommandos seines Lieblings in der Hundeschule NICHT??? War Dein Mann in der Hundeschulen- und Suchspiel-Situation gar nicht anwesend? Gingen die Befehle gar nicht von IHM aus? Dann würde sich alles selbst erklären. Verweigerte der Hund zudem nur langweiliges Sitz oder Platz, das zwar von seinem Idol kam, könnte seine Unterbeschäftigung erklären, warum er sich nicht auch noch in eine passive, bewegungslose Körperhaltung zwingen lassen möchte - nicht einmal von seinem Idol. Wenn man's genug dreht und dehnt passt es schon :D .

      Als Besitzer werden willensstarke Halter empfohlen, die sehr gerne und sehr viel mit dem Hund zusammen spielen, trainieren und aktiv sind. Mit Betonung auf "sehr". Nimmt man alle Rassen her und erstellt eine Skala von 0 bis 10, dürfte der Weimaraner bei 9 bis 10 liegen.

      Was ich noch nicht so ganz zufriedenstellend einordnen kann, sind die schlechten Erfahrungen mit dem vormaligen Halter, die deutliche Spuren hinterlassen haben sollten. Spuren, die auffallen sollten ...

      Momentan empfehle ich keine "Korrektur", sondern massiv verstärkte Beschäftigung.

      Servus
      age
      Hallo!

      Original von age
      Ihre Gutmütigkeit macht sie zu guten Familienhunden, ...
      ...
      Verhalten gegenüber Kindern gut, ...
      ...
      Lieb zu Kindern


      (aus: Hund gesucht - Welche Rasse passt zu mir, Kynos, 2004)


      Das mag ein schickes Buch sein aber hat der Autor jemals einen Weimaraner geführt oder sich langfristig mit diesem Thema befasst, so dass er genügend verschiedene Informationen gesammelt hat um sich ein unabhängiges Urteil, über eine durchaus komplizierte Rasse wie den Weimaraner, zu bilden? Ich vermute eher nein...
      Bei 200 beschriebenen Rassen in einem Buch von nur einer einzigen Person sollte man weder davon ausgehen das die Beschreibung besonders detailiert noch das sie besonders zutreffend ist.

      Denn jeder der etwas von Weimaranern versteht wird dir bestätigen dass das absoluter Humbug ist. Gutmütigkeit ist so ziemlich das Letzte was ich und jeder andere, der die Rasse ein bisschen kennt, einem Weimaraner einfach so attestieren würde. Im Gegenteil, sie sind in manchen Fällen extrem alltagsuntauglich und ungutmütig, weil sie auf "hundlich negatives Verhalten" von Menschen wie z.B. anstarren, auf einander zu bewegen, überbeugen usw. aus Unsicherheit oft sehr schnell, sehr negativ reagieren.
      Genauso sind sie zwar nicht grundsätzlich "Kinderhasser" aber ein einziges, klitze kleines, negatives Erlebnis genügt vollkommen um dem positiven Kontakt "Weimaraner und Kinder" nachdrücklich und für immer den Gar aus zu machen.
      Ganz zu schweigen davon das sich der Weimaraner grundsätzlich erstmal nur an ein Familienmitglied wirklich bindet, das kann soweit gehen das er allen anderen Personen rund herum maximal eine Daseinsberechtigung als Dosenöffner erteilt, sie aber sonst keinerlei "Rechte" in seinen Augen haben und das kann gerade für Kinder durchaus gefährlich sein. Dem kann man natürlich erzieherisch entgegenwirken, keine Frage, aber eine wirkliche Sicherheit gibt es gerade für Kinder nicht. Ein Weimaraner ist in den meisten Fällen so gestrickt das er lebenslang immer wieder versuchen wird seine Grenzen neu zu verhandeln und jede sich ihm bietende Gelegenheit nutzt diese Grenzen für sich positiv zu verändern.

      Ich persönlich kenne wesentlich mehr Weimaraner die mit Kindern überhaupt nicht harmonieren bzw. die man nicht mal guten Gewissens mit Kindern zusammen treffen lassen kann, als solche die gut mit Kindern können.


      Grüße
      Lorana