Die Sendung mit der Maus mal anders

      Die Sendung mit der Maus mal anders

      Die Sendung mit der Maus - Heute: Olympia und die Franzosen



      Das ist Pierre. Pierre ist Franzose. Das ist kein Beruf und auch keine Krankheit, sondern eine Nationalität. Klingt komisch, is aber so!

      So ein Franzose ist eigentlich ziemlich nutzlos, denn außer Rotwein trinken und Baguette mit Käse essen kann er nicht sonderlich viel. Das zeigt sich auch beim Sport. Weil er aber trotzdem möglichst viele Goldmedallien bei Olympia holen will, ganz egal wie, macht er das, was so ein Franzose am besten kann, abgesehen von Rotwein trinken und Baguette mit Käse essen: Er beschwert sich!

      Z.B. beim Reiten. Denn weil er selbst nicht richtig reiten kann und die Deutschen da mal wieder besser waren, geht er anschließend zu den Schiedsrichtern und behauptet, die Deutschen hätten was falsch gemacht.
      Das nennt man einen Protest. Und so ein Protest bewirkt dann, dass den Deutschen ihre Goldmedallien wieder weggenommen werden. Weil die Deutschen aber nicht dumm sind, protestieren sie gegen den Protest der Franzosen. Das nennt man einen Gegenprotest und der führt dann dazu, dass die Deutschen ihre Goldmedallien wieder zurückkriegen. Klingt komisch, is aber so!

      Weil die Franzosen nun aber nicht den ganzen Tag nur Rotwein trinken und Baguette mit Käse essen können und weil sie auch viel lieber protestieren als trainieren, legen sie gegen den Gegenprotest der Deutschen wieder Protest ein. Und damit das ganze Hin und Her irgendwann mal ein Ende hat, entscheidet jetzt der internationale Sportgerichtshof darüber, wer die Goldmedallien wirklich behalten darf.

      So ein internationaler Sportgerichtshof ist beim Sport ungefähr das, was in der Kirche der Papst ist: Ganz egal was er sagt und wie unverständlich er sich auch ausdrückt, keiner darf ihm widersprechen.
      Und weil die netten Herren vom internationalen Sportgerichtshof viel lieber Urlaub an der Côte d'Azur als an der Nordsee machen und dabei ganz viel Rotwein trinken und Baguette mit Käse essen, beschließen sie, dass die Franzosen die Goldmedallien kriegen sollen.

      Ja Kinder, so läuft das bei Olympia. Und nächste Woche lernen wir dann, wie die Griechen aus Olivenöl und Suflaki ganz tolle Dopingmittel herstellen, damit auch sie endlich mal ein paar Goldmedallien gewinnen.
      Hellas!
      Die Sendung mit der Maus - Morgen: Olympia und die Deutschen


      Das ist Fritz. Er ist Deutscher. Das ist eine Nationalität. Fritz reimt sich prima auf Witz und das passt mitunter hervorragend.

      So ein Deutscher ist eigentlich ziemlich nutzlos. Viele Deutsche bestechen zwar angeblich durch Pünktlichkeit und Ordentlichkeit, worauf sie auch mächtig stolz sind, aber können ansonsten immer nur meckern. Das zeigt sich auch beim Sport. Der Deutsche kann ganz toll auf Pferden reiten und auch darauf ist er stolz, obwohl er seinen Kindern immer erzählt: „Mit dem Essen spielt man nicht.“ Komisch, oder ?
      Egal, weil Fritz nicht einsehen kann, dass Fehler im Sport und seien sich auch noch so gering, manchmal bestraft werden, meckert er über die Aberkennung von Goldmedaillen. Der eigene Fehler wird beinahe völlig verdrängt oder zumindest kleingeredet, denn eins ist doch wohl klar: Diese Goldmedaille gehörte ganz klar Fritz und seinen Landsleuten. Das böse IOC, die Franzosen und überhaupt alle anderen sind einfach Idioten, die einen betrogen haben.

      Wie wichtig wäre so eine Goldmedaille gewesen ? Genauso wichtig wie die in den anderen Randsportarten, wie Schiessen, Fechten usw. . Sportarten, für die sich zwar 3 Jahre und 11 Monate lang normalerweise zu recht kein Schwein interessiert, aber im Medaillenspiegel zählt jede Medaille schließlich gleich viel. Da man in den wenigen richtigen Sportarten bei Olympischen Sommerspielen meistens nichts drauf hat, schaut man auch gerne so einen langweiligen Quatsch wie Rudern.

      So ein Medaillenspiegel ist übrigens immens wichtig. Fritz freut sich immer sehr, wenn seine Deutschen dort ganz weit oben auftauchen. Wenn nicht, meckert er ohne Ende. Die Leichtathleten vieler anderer Länder sind nur besser, weil die alle dopen. Beim Schwimmen war es in den ersten Tagen einfach zu windig und das Wasser zu nass. Der Sand beim Beachvolleyball war zu sandig und beim Radrennen gab es zu wenig Verpflegungsstände und diese Hitze musste doch auch nicht sein.

      Wenn der Deutsche mal keine Lust hat zu meckern, feiert er sich selbst und da hilft das Fernsehen liebend gerne mit. Ein gutes Beispiel ist das Herren Basketball Turnier gewesen. Da man dort, also bei einem der interessantesten und prestigeträchtigsten Wettbewerbe gar nicht dabei war, schraubte man die Berichterstattung einfach auf ein Minimum. Wieso sollte man beispielsweise auch das Vorrundenspiel zwischen Litauen und den USA live zeigen ? Nur weil eine Überraschung im Bereich des möglichen war ? Nur weil viele NBA Spieler mit von der Partie waren ? Nur weil man vielleicht ganz ansehnlichen Sport hätte zeigen können ? Klingt komisch, ist aber ganz logisch:

      Ein Deutscher war schließlich dabei, beim Schiessen eine Medaille zu holen. Dann zeigt man natürlich das. Außerdem hat das Schiessen in Deutschland auch eine große Tradition und darin war man immer schon gut... Zum Beispiel auch im Schiessen, bei dem man im Anschluss in den Wald rennt. Das gibt’s aber erst wieder in Turin und nennt sich Biathlon.

      Ja Kinder, so läuft das mit den Deutschen und dem Sport. Und nächste Woche lernen wir dann, wie man 2006 Fußballweltmeister wird, weil man einen tuntigen schwäbischen Trainer ohne Erfahrung hat, der aber gewillt ist, alle Gegner in die Bewusstlosigkeit zu grinsen.