Mein Leihhund will nicht mehr spazieren gehen

      Mein Leihhund will nicht mehr spazieren gehen

      Hallo zusammen
      Ich bin neu hier und habe direkt mal ein Problem aber möchte mich erstmal vorstellen.
      Mein Name ist Ute komme aus Wuppertal, bin 42 und habe einen Leihhund und 3 Meerschweinchen.
      Mein Leihhund Jimmy ist 9 Jahre alt und ein Mischling zwischen Border Collie und Australian Shepherd. Da ich den ganzen Tag arbeiten bin habe ich einen Hund gesucht mit dem ich wenigstens spazieren gehen kann, so habe ich dann bei meiner Tierärzin die Anzeige mit Jimmy gefunden. In der Regel gehe ich mit ihm 3x die Woche spazieren. Aber auch zwischendurch nehme ich ihn wenn Frauchen mal was vor hat. War bisher auch kein Problem. Doch seit Anfang des Jahres ist es so, das er einfach nicht mehr mit raus möchte. Sobald er merkt das man mit ihm raus möchte, sträubt er sich extrem dagegen und beißt auch in die Leine. Bei Frauchen macht er das nicht sondern nur bei "Fremden Leuten" denn ich bin nicht die einzige die mit ihm Gassi geht. Wir sind 2 Personen sich sich das Gassi gehen in der Woche teilen. Wir machen das auch schon seit fast 2 Jahren und es war nie ein Problem.
      Frauchen war auch bei einer Heilpraktikerin aber die hat nur homöopathische Mittel verschrieben.
      Komischerweise ist es auch nicht immer, das er so reagiert. Samstag konnte ich problemlos mit ihm 2 Stunden laufen gehen.
      Es ist schwierig alles aufzuschreiben aber ich hoffe es ist verständlich geschrieben.
      Vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrung mit seinem Hund gemacht oder hat eine Idee wie man dagegen an gehen kann.
      Vielen Dank schon mal.. Liebe Grüße Ute
      Hallo Alex,

      Jimmy lebt in einem Haushalt mit 3 kleinen Kindern, Da ist es mal ein Wunder wenn kein Stress ist :wink:

      Jimmy ist eh schon ein sehr ängstlicher Hund da er bei Knallerei/Silvester auf gar keinen Fall vor die Tür geht. Aber das ist ja jetzt schon einige Wochen her!
      Da er aber Silvester bei mir war denke ich mal das er das mit mir verbindet!
      Es ist schwer zu sagen, hoffe das vielleich noch jemand einen Rat/Tip hat?

      Danke Alex

      Gruß Ute
      Hallo Ute,

      aus der Ferne betrachtet ist ein solches Verhalten nur schwer zu deuten und daher sind Tipps natürlich durchaus nicht immer richtig

      Auf eine erhöhte Stressbelastung lassen einige körperlichen Anzeichen wie
      - Fellveränderungen,
      -Haarausfall,
      -Schuppenbildung
      -Kreislaufbeschwerden
      -Allergien usw

      und bestimmte Verhaltensweisen wie
      -übertriebene Körperpflege
      -Wundlecken,
      -Dauerbellen
      -Aufreiten
      -Leine beißen

      deuten.

      Stress geht mit einer erniedrigten Reizschwelle einher. D. h. der Hund reagiertl auf Reize, die er sonst gar nicht beachtete auf einmal ängstlich oder aggressiv.
      Schaltet ein Hund auf einmal um, geht sein Temerament sozusagen mit ihm durch, dann zeigt er damit ein typisches durch Stress bedingtes Verhalten.
      Wie ein Hund in bestimmten Situationen reagiert hängt von der Veranlagung, von der Stressbelastung und von bereits vorhandenen Erfahrungen ab.
      Die Reaktion des Körpers auf Stressfaktoren läuft in mehreren Phasen ab. Auf einen plötzlichen Reiz hin wird dder Körper in Alarmbereitschaft versetzt. In Bruchteilen von Sekunden werden Energiereserven mobilisiert und die Sinne geschärft. Dies ist die Alarmreaktionsphase.

      Besteht die Situation weiterhin, folgt die Wiederstandsphase. Die Toleranz gegenüber dem auslösenden Reiz steigt. Dadurch nimmt die Stressraktion auf diesem Auslöser ab. Gleichzeitig ist die Toleranz anderen (sonst nicht beachteten Reizen) erniedrigt.

      Dauert die Stressbelastung an, folgt die Erschöpfungsphase. Der Körper ist nicht mehr in der Lage, die Einwirkungen zu kompensieren und wird dauerhaft in eine Alarmreaktionsphase versetzt. Ein 'Bourn out' droht.
      Dauerhaft Stressbelastung haben nämlich auch bei Hunden die gleiche körperlichen und seelischen Erkrankungen zufolge wie bei Menschen :sad:

      wuff.de/artikel.php?artikel_id=295
      LG Alex

      Der Schlüssel zum Verstehen findet sich oftmals in der Achtsamkeit gegenüber den kleinen Dingen des Lebens. (Dalai Lama)
      Es ist durchaus möglich, dass Jimmy krank ist, wodurch er nur noch ungerne nach draußen. Da möchte ich mich meinen Vorrednern anschließen. Eventuell ist er aber auch nur gelangweilt von seinen "Auslaufmöglichkeiten". Es kommt durchaus vor, dass bestimmte Strecken einfach keinen Reiz mehr haben, weil keine neuen Gerüche etc. mehr gegeben sind.
      Auch Angst vor anderen Hunden könnte ein Grund sein.
      Dass er mit dem Frauchen rausgeht, könnte dann durchaus damit zusammenhängen, dass er sich bei dieser sicher fühlt. Bzw. dass er großen Respekt vor seinem Frauchen hat und weiß, dass sich das Sträuben nicht lohnen würde, weil er ohnehin rausmuss..
      Aber das sind alles natürlich nur Spekulationen.