Nico - hat Angst ...

      Nico - hat Angst ...

      Hallo, und wieder nach längerer Off-Zeit wende ich mich an Euch, nachdem ich meinen damaligen Maiko-Beitrag gelesen hatte, der mich immer noch mit nimmt und vergessen geglaubte Unsicherheiten aufflammen ließ.

      Heute aber soll es um Nico gehen. Auch ein Münsterländer, der Nachfolger von Maiko.
      Heute fast 5 Jahre alt, macht der Hund mich streckenweise echt fertig. Er bringt mich soweit, daß ich regelrecht an meiner Hundelebenserfahrung zweifle. Der Reihe nach ...

      Die Besitzer kauften also Nico und führten uns den Kleinen vor. Bis dahin ein normaler kleiner Hund, der neugierig frech vorsichtig durch die Wohnung tappte. So sollte es leider nicht bleiben ...
      Vorneweg genommen – es gab verschiedene Stimmen der Vermutung, daß die Aufzucht nicht ganz so „optimal“ gewesen sein muß. Denn in späteren Zeiten entwickelte der Hund Ängste auf alles und später jeden, ohne das irgendwann mal etwas passiert wäre.
      Eine Mülltonne – Theater, auch nur in diese Richtung zu gehen. Eine Tüte im Wind – 1000 Teufel. Roller – das Grauen pur. Überhaupt alles, was nicht im Garten wie daheim vorkommt, war bezitternswert. Zum Einsatz kamen Betütteln, Ignorieren, schärfer angehen zwecks Ablenkung und zu letzt Hundetrainer der psychologischen Bauart. Unter deren Trainingsfuchtel besserte es sich etwas, aber ...

      In den Jahren kam er immer wieder zu uns zu Besuch; also, wenn Herrchen und Frauchen weg wollten oder mussten; dank eines gewissen Pechs des Herrchens, was sich in vielen Krankenhausaufenthalten wiederspiegelte, war das relativ oft der Fall.
      Und das war dann der Zeitabschnitt, wo ich an meinem Hundeverstand immer mehr zu zweifeln anfing. Hey, ich bin mit Hunden nonstop groß geworden, und hier gewann ich immer mehr den Eindruck, so überhaupt nichts von Hunden zu verstehen.
      Dies schlug sich dann auch in meinem Verhalten nieder, welches wohl nicht immer fehlerfrei war. Tröstlicherweise kann ich wohl dennoch sagen, daß sich dadurch nichts verschlimmert hat.
      Am Beispiel Mülltonne, an die er sich dann auch endlich mal gewöhnte (und das nicht nach Wochen, sondern eher Monate und Jahre), sah das etwa so aus: so tun, als sei nichts und den Hund nötigenfalls mit sanfter Gewalt einfach mit vorbeiziehen. Oder strenger Ton und im „bei Fuß“ vorbei – was besser klappte.
      Ablenken hat nie funktioniert; Leckerchen und ablenken nach diversen „rütterschen“ Methoden – klappt bei dem nicht. Das Gegenteil leider auch nicht – also mit ihm zur Tonne hin, beruhigend reden und sie ihm zeigen wollen, denn was er da tut, tut er dann bei allem und immer: er guckt in der Gegend rum, aber nicht ums Verrecken wirft er nur einen Blick auf die Tonne. Tonne steht hier für alles mögliche, auch Leute, zu denen er eine größer werdende Angst entwickelt hat.

      Ich wohne in Koblenz – wo die dicke Bombenevakuierung war; die Leute boten uns ihr Haus als Aufenthalt an. Mit Hund, denn der war zu der Zeit auch hier, da die beiden in Urlaub waren. Hier fiel mir ein verändertes Verhalten auf, was noch stärker auftritt, wenn die Besitzer ihn bringen oder holen: er war frech, spielte, war aufmüpfig und der Held in persona.
      Ja, Held sein, das tat er auch hier in der Wohnung; sobald ein Piep vor der Tür war, ging das mutige Gebaule los; Tür auf, musste er nach vorne, um gleich den Rückzug anzutreten. Zu Hause – weiß ich es nicht.
      Seltsamerweise – zu Hause, mit seinen Leuten, hatte er bei allen Ängsten, die er hat, wenn er von zu Hause weg muß, spazieren gehen etc., den Spleen gehabt, ab und zu aus dem Garten abzuhauen und die Gegend zu erkunden, mit des Nachbars Hühnern spielen usw. – und das ganz ohne Angst. So berichten die Besitzer. Mir ist er auch mal abgehauen, aber da er fremd war, konnte ich ihm nachfahren, Heckklappe auf, Hopp, drin war er.

      Alles so ein indifferenter Mischmasch. Und zu der Zeit, Alter 2-3,5 Jahre, war er auch recht frech, was den Gehorsam anging; kurz mal exerziert, und dann gings.

      Durch das häufiger werdende Weglaufen und Nichthören kamen dann die Besitzer drauf, ihn kastrieren zu lassen. Vorher sollte per Chip getestet werden, ob es was bringt. Unabhängig vom Ergebnis ist die Kastration vom Tisch, obwohl ich, trotz der üblen Optik, die er dadurch bekam, fast diese wieder empfehlen würde, weil ... kommt jezz.
      Er bekam also den Chip, und nach einer Weile wurde er tatsächlich ruhiger. Er lief nicht mehr weg, und die Angst war fast ganz weg. Ich dachte: „ENDLICH“ ein normaler Hund, der einen nicht mitunter mit seinem Angstgehabe zur Weißglut treibt. Ich stand wirklich mehr als einmal kurz vor der Kernschmelze ...
      Im Gegenzug für einen scheinbar stabilen Hund wurde er etwas rundlicher, sein Fell an den Spitzen stumpf und struppig. Aus einem wirklich schönen Hund wurde ein „naja nett“-Hund, was die Optik anging.

      Tja, der Chip kam und ging, die Wirkung ließ nach. Und am Ende er Re-Angstphase war es noch schlimmer. Panik, wenn Leute auch nur in seine Nähe kommen, bleibe ich stehen und spreche mit einem, wird angestrengt überall hin geguckt, nur nicht auf den Fremden. Kommt der und spricht mit ihm ... einmal wäre er mir beinahe rückwärts unters Auto gekrabbelt.
      Tonnen sind nicht mehr das Problem, aber, was ich eben vergessen hatte, die Empfindlichkeit gegen Geräusche war maximiert. Ein Knallen oder Rollladenziehen früher wurde ergänzt durch Angst vor ... einem Mäusefurz 3 Kilometer weiter weg, um es mal überspitzt auszudrücken. Die Waldstrecke ist zu 50% gangbar, und ich kann einfach nicht erkennen, wo der Unterschied zwischen einem erfolgreichen und erfolglosen Waldspaziergang ist.
      Die alternative Strecke, hinter einer Tankstelle her (die er immer noch wert findet, den Ultraschnellschritt einzulegen), die ins Grüne führt, seit einiger Zeit in der 2. Hälfte nicht mehr gangbar - seit er dort einen Mann im Nebel hat verschwinden sehn, der etwas wie Quasimodo einen Hampelgang hatte – und mindestens 30 Meter vor uns war!

      Autofahren – hat er immer gerne gemacht. Zur Bombenzeit musste ja alles aufeinanderkommen; meine Mutter kam ins Krankenhaus, also fuhr ich täglich hin zu Besuch. Hund musste im Auto warten. Entweder er legte sich hin und döste, oder er saß da und schaute, wann ich kam. Und immer brachte ich n Leckerchen mit. Naja, das Auto gefiel ihm nicht, die Situation nicht, und er entwickelte die Macke, nicht mehr mit Gassi gehen zu wollen. Ich vermute mal, er dachte: och, jezz wieder autofahren und warten müssen.
      Nur – das behielt er bei, auch als das Auto verkauft und meine Mutter längst wieder daheim war. Auch als er abgeholt wurde, wollte er erst gar nicht mit.

      Das ist die Lage heute. Angst schlimmer als vor dem Chip, was mich zu der Empfehlung verleiten würde, wieder einen Chip (oder die Dauerlösung) zu empfehlen. Dazu den Eindruck, von Hunden nichts mehr zu verstehen (oder gar nie verstanden zu haben, was für mich schlimm ist).
      Und: wir schauen uns immer die Sendungen mit Martin Rütter an, und es erstaunt mich immer wieder, wie man die Hunde austricksen kann. Wo mir auch wieder das Verständnis fehlt: wenn der Hund merkt, er kommt nicht weiter, und ich falsch reagiere, und er weiß, was er soll, warum zum Teufel tut er‘s nicht und muß ausgetrickst werden?
      Ich sehe aber auch, daß bisher keine der rütterschen Methoden auf Nico anwendbar wäre.
      Dazu ist er viel zu sehr in seinem „Wahn“ gefangen, um auf Dinge wie Leckerli-Ablenkung, Spiel-Ablenkung etc. zu reagieren.

      Kurz gesagt – es ist ein lieber Kerl, ich hab ihn gerne, aber irgendwo macht er mich fertig.
      Schuld ist hauptsächlich sein unterschiedliches Verhalten auf gleiche Geschehnisse.
      Hier wird ab und zu geschossen (Schützenverein), was sich anhört, als fallen Bretter auf den Boden. Da zuckt er zusammen. Wird im TV geballert ohne Ende – nichts. Als ob er wüsste: ach, nur TV, egal. Ok, das kann sogar sein.

      Ich sehe den Hund als große Baustelle. Ich kann da nichts viel tun, denn dazu ist er zu kurz hier. Ich hätte nichts dagegen, Sachen zu versuchen, aber wie gesagt, die Zeit reicht nicht – und die Besitzer haben auch schon einiges versucht. Und jetzt haben sie einfach nicht die Zeit für aufwändige Schadensbehebung, was auch daran liegen mag, daß er sich zu Hause erstens nicht so krass benimmt und zweitens gar nicht so mit der Umwelt konfrontiert wird, wie es hier so kommt.
      Zuletzt: als er als Erwachsener zu uns kam, musste er sich an alles gewöhnen; Gegend, Leute, Mülltonnen, diese elenden Gärtner mit ihren Lärmgeräten (ok, da hat er sich nie dran gewöhnt). Und eines Tages ging es dann.
      Dann zogen wir um; gleicher Stadtteil, nur andere Straße. Und alles war wie resetted; Leute schlimm, Gegend schlimm, Mülltonnen schlimm.

      Wenn einer n Tip hat, n Trick etc. immer her damit, denn ich raff‘s einfach nimmer ... und es wäre nicht nur für mich/uns schöner, sondern auch für den Hund, wenn er nicht überall Teufel, Monster und Bestien sehen würde .... und hören.
      (Ich habe echt schon mal den Verdacht gehabt: der sieht Stimmen und hört Geister ...) ;)
      Ach Du grüne Neune - wer hierzu wahrhaft einen Tip abgibt ist selbst schuld :wink: Das kann man meines ERmessens nicht. Weil das eine viel zu komplexe Geschichte ist. Ich würde Dir nicht Rütter den Hunde-Comedian empfehlen sondern einen ernsthafteren: Michael Grewe oder auch Nadine Matthews. Diese könntest Du Deinen Bekannten als Trainer vorschlagen - ich halte in so einem Fall nix von Hokuspokus durch einen "Psychocoach für den Hund"
      Und verabschiede Dich von dem GEdanken nur weil Du mit Hunden groß geworden bist dadurch ein besseres VErständnis für diese Tiere zu haben...
      wie schreibt Dr. Feddersen - Petersen sinngemäß so schön: Nur wer davon ausgeht nicht szu wissen wird ein maximum bemüht sein, etwas zu verstehen... (oder der bekanntere Spruch "Ich weiß ,dass ich ncihts weiß"
      Ich sehe es immer und immer wieder: Die Leute die denken, sie wüssten etwas, wissen gar nichts - aber mal sowas von gar nichts...
      Ich höre stets von Haltern der unmöglichsten Hunde mti den schrägsten Macken: "Ich habe seit X Jahren Hundeerfahrung" - ja prost Mahlzeit. DAs zieht sich wie ein roter Faden durch meine Erlebnisse mit Menschen die fürchterlich "verzogene" "macken behaftete" Hunde haben - immer wieder bekomme ich von genau diesen Menschen den immer selben Satz in verschiedener Bauweise zu hören.

      Doch - einen Tip habe ich doch.... bin also selbst schuld..

      Wenn der Hund so extrem ist und ich mich so shalou mache durch verschiedenste Experimente am Hund... dann würde ich einfach mal dort hin fahren wo es nur entspannt und ruhig ist und dort jegliches ängstliches VErhalten seitens des Hundes ignorieren - selbstbewusst meiner WEge gehen - dem Hund aber stets ein soziales Angebot machend, sollte er wirklich mal hilfe brauchen.
      Zitat Dr. Dorit Feddersen-Petersen "Wo das Beziehungsgefüge stimmt, funktioniert das aufeinander bezogene Verhalten - und die Leine ist eigentlich überflüssig"
      Hey,

      oh je, der Arme :hug: Ein Hund in seiner Angst gefangen, schrecklich.

      Angst kann viele Gesichter haben. Sei es eine Phobie vor lauten Geräuschen, eine soziale Phobie vor Menschen, sei es durch reizarme Umwelt in früher Jugend bedingte generalisierte Ängstlichkeit, eine trennungsbedingte Angststörung, Angst vor Unbekannten, oder, oder, oder...

      Der Leidensdruck und die Beeinträchtigung der Lebensqualität für den Hund sollten genug Grund sein, die Angststörungen tierärztlich behandeln zu lassen!

      Die Möglichkeiten der modernen Verhaltensmedizin erlauben zwar nicht immer die vollständige Heilung – ein mangelhaft entwickeltes Gehirn oder fehlende Selektion auf anpassungsfähige und psychische stabile Hunde kann nunmal nicht mehr rückgängig gemacht werden – aber es gibt dennoch zahlreiche Möglichkeiten, so einem Hund zu helfen.
      Ein Hund, der neben der emotionalen Anspannung alle körperlichen Symptome der Angst erlebt, ist unfähig zu lernen. Daher hängt die Behandlung natürlich immer von der genauen Diagnose, der Dauer der Erkrankung und dem Grad der Beeinträchtigung ab.
      Für die Behandlung von Angststörungen gibt es in der modernen Verhaltensmedizin unzählige Möglichkeiten, die zwar nicht immer völlige Heilung, doch eine wesentliche Besserung der Erkrankung ermöglichen.

      Warum will der Besitzer den Chip nicht mehr implantieren??

      Dieses Buch kann ich dir wärmstens empfehlen: amazon.de/%C3%A4ngstliche-Hund…TF8&qid=1324461976&sr=8-2

      Diese Tierärztin ist top: tierarztpraxis-hense.de/
      LG Alex

      Der Schlüssel zum Verstehen findet sich oftmals in der Achtsamkeit gegenüber den kleinen Dingen des Lebens. (Dalai Lama)
      Ich finde es sollte sich zunächst ein erfahrener Trainer ansehen was mit dem Hund los ist - vielleicht ist ja doch das Umfeld schuld! Bevor ich einen Artz ans Werk gehen lassen würde, würde ich zuerst gucken, ob man es nicht ohne "Drogen " hinbekommt.

      Alles immer auf eine schlechte Prägung und eine ach so üble Kinderstube zu schieben ist nämlich auch nicht immer. Der Mensch sucht gern die Fehler woanders(die Prägung, die Vorbesitzer, er wurde gebissen, ihm ist ein Schirm auf den Kopf gefallen, er muss krank sein - weil ich doch so ein guter Hundekenner bin - also kann es nicht an mir liegen, der Hund hat einen DEfekt) - da ist es auch leichter den Hund ruhig zu stellen anstatt sich an der eigenen Nase zu packen und zu lernen, effektiv zu investieren...
      Nein, für mich käme es nicht in Frage den Hund ohne zuvor nochmal s mit einem wirklich guten , erfahrenen Trainer Kontakt gehabt zu haben einen Tierartz aufzusuchen - da wird die Schuld gleich wieder so beim Hund gesucht. Sicher kann es manchmal nicht schaden begleitend eine tierärtzliche Therapie zu beginnen - dennoch denke ich wäre in so einem Fall wenn eine Kombination aus Trainer und TA ratsamer
      M eine Möter sind beide aus dem Tierheim, beide schlecht geprägt , der eine auch ein Angsthund - dennoch leben sie - und sie leben recht gut, soweit ich das mit meienm beschränkten menschlichen Hirn ermesse kann.
      Aus Thorin hätte man ultra leicht einen Hund wie oben beschrieben machen können - Ansätze dazu zeigte er genug. Sogar Dosen die auf dem Boden lagen fand er schrecklich. Heute hat er mti sehr wenigen Dingen ein Problem. Und diese Probleme äußern sich nicht so extrem. ER kann frei ohne Leine laufen und genießt sein Leben zu ca. 99 % Den meisten Leuten erscheint er sogar wie ein ganz normaler Hund.
      Meine Mutter allerdings, die es nur gut meint, wirklich ein ganz tierlieber Mensch ist, schaffte es innerhalb eines Tages auf die Hunde aufpassen dass der Thorin nicht mehr durchs Treppenhaus ging - sie hat auch nicht begriffen,d ass das an ihr lag...einen Tag später ging ich wieder mit ihm durchs Treppenhaus - ohne großes Tamtam
      Sicher kann es nicht schaden den Hund mal medizinisch checken zu lassen - einfach um sicher zu stellen ob der Hund gesund ist. Ist er das aber - lässt sich also kein defekt nachweisen, so würde ich wirklich einen Teufel tun und ihn rein med. therapieren
      Zitat Dr. Dorit Feddersen-Petersen "Wo das Beziehungsgefüge stimmt, funktioniert das aufeinander bezogene Verhalten - und die Leine ist eigentlich überflüssig"
      Hallo,

      ich war 10 Jahre lang Hundehalterin und hatte fast null Ahnung von Hunden. Jerry war der liebste und geduldigste Hund den ich kannte und hat es uns allen sooooooo leicht gemacht. Er war der absolute Anfängerhund. Ich dachte wirklich ich kenne mich mit Hunden aus weil alles nur so flutschte.
      Bis........., ja, bis Surya kam. Sie hat uns gezeigt dass wir nur sehr wenig Ahnung hatten und wir haben sehr viel gelernt mit ihr bzw. durch sie.
      Also mach Dir nichts draus und lerne.
      Ich kenne sooooooo viele "Reiter" die jahrzehntelang ein Pferd hatten und trotzdem null Ahnung davon haben.

      Tipps kann ich Dir nicht wirklich geben aber lies doch diesen Thread zu Impfschäden mal durch und frag die Besi's ob er jedes Jahr geimpft wurde?

      iah.hunde4um.com/search.php?sid=

      Meine Hündin hatte nach einem Vorfall (bei dem der Mülleimer an dem sie angebunden war umgefallen ist) der mit viel Geräusch verbunden war auch Angst daran vorbeizugehen. Das hat über ein Jahr gedauert bis sie wieder anstandslos daran vorbeigegangen ist ohne auf die Straße ausweichen zu wollen. Wir haben alles mögliche gemacht. Von Leckerlie am Mülleimer verstecken bis alles ignorieren und einfach weiterlaufen.
      Sie ist auch sehr geräuschempfindlich bei manchen Sachen. Wenn jemand einen Luftballon zum Platzen bringt erschreckt sie sich, wenn sie ihn selber aufbeisst ist es ihr wurscht.
      Auch ins Auto mag sie nicht mehr gerne einsteigen obwohl es nie einen Vorfall gegeben hat zumindest keinen von dem ich weis.
      Hab versucht sie mit Leckerchen ins Auto zu locken aber das funktioniert nicht immer. Inzwischen leine ich sie einige Meter vor dem Auto an, fordere sie auf hineinzuspringen und wenn sie es nicht macht stehe ich mit gespannter Leine davor bis es ihr zu blöd wird oder hebe sie einfach rein wenn ich es eilig habe und beachte das Zögern nicht mehr. Patentrezept habe ich keines. Eine Tierärztin sagte mir mal, dass die Hütehunde manchmal richtig schizo seien. Wenn sie an der Herde arbeiten interessieren sie solche Dinge am Rande garnicht und wenn sie Zeit dazu haben wird alles mißtrauisch beäugt.
      Aber Münsterländer sind ja Jagdhund. Alles sehr seltsam.

      Liebe Grüße Sukadeva
      Schön ist eigentlich alles was man mit Liebe betrachtet.
      (Christian Morgenstern)
      Thx für die Tips etc. - ob Rütter wirklich so schlecht ist, nur weil er sich in den Medien verheizen lässt, sei mal dahingestellt; die anderen Namen werd ich mal im Sinn behalten.

      Warum nicht wieder ein Chip? Das weiß ich garnicht mal; ein Grund mag sein, daß er sich zu Hause vielleicht nicht so extrem benimmt; er ist der große Aufpasser und in seiner Umgebung scheint alles nicht so dramatisch zu sein.

      Was seine Herkunft betrifft, sollte ich mal erwähnen, daß er, seine Geschwister und Mama in einer Scheune gehalten wurden ohne großen Kontakt zur Umwelt ...

      Was mein Hundeverständnis betrifft; ich bin von 0-35 mit Hunden zusammengewesen, mit vielen, allerdings überwiegend Boxern. Daß man nciht alle über einen Kamm scheren kann, ist mir auch klar. Und Rütter mit seinen Sendungen hat mir auch gezeigt, wie oft man den Hund mißversteht. Immerhin diesen Gedanken erzeugt er in einem, so auch in mir. Auch diverse Sendungen auf den Dritten (in Bezug auf Intelligenz) zeigen mir, wie sehr ein Lebewesen doch in seiner Art Intelligenz gefangen ist und bleibt - selbst der Mensch. Er erkennt es vielleicht irgendwann mal, aber das Umsetzen fällt schwer und scheitert auch schon mal.

      Ich denke / dachte, ich kenne mich aus, zumindest etwas. Das mag so sein, habe aber auch erkannt, daß der Grad nicht so hoch liegt, wie ich einst dachte; das mag für einzelne Rassen gelten, aber nicht für den Hund ganz allgemein. Manche Schrullen der Hunde lasse ich auch durchgehen, weil sie mir noch so krass vorkommen und - ich bin kein Hundetrainer für die Hunde anderer Leute; dazu fehlt es an Zeit und 2do-Kenntnissen.

      Nico ist ein spezieller Fall. Und, wie gesagt, er schwankt auch in der Intensität; es gibt Tage, da ist ihm fast alles egal, es gibt Tage, da geht es nur raus, Geschäft und schnellstens wieder rein. Und ich Mensch sehe oft keinen Unterschied zwischen guten und schlechten Momenten.

      PS: ein Trainer war schon mal am Werk. Der Erfolg indes war nur mäßig; er war zwar da, aber Reste blieben, und eigentlich hielt es sich auch.
      Ich denke langsam, daß er mit der Wohngegend hier schlechte Dinge verknüpft; für einen ängstlichen Hund ist auch einiges gewesen.

      Wir suchen eh eine neue Wohnung, vor allem in einer ruhigeren Gegend; vielelicht ... wer weiß ...
      Naja, jeder Hund hat seinen Grundcharakter, jeder Hund seine Macken. Wirklich jeder Hund. manches ist auch nur ein Problem, weil es der Halter drauß macht, oder weil er den falschen Hund für sein Umfeld ausgesucht hat.

      Dein letzter Post liest sich so als hätte der Hund vielmehr schwierigekeiten sich in ungewohnten Umgebungen aufzuhalten. Es gibt ja tatsächlich Leute die laufen jeden TAg die gleiche Runde. Stoßen mangelhafte Prägung, falsche "Erziehung" und dann noch ein eher ängstlicher Charakter zusammen, dann kann es schon passieren,d ass sich ein Hund in fremder Umgebung so verhält obwohl er in gewoihnter recht erträglich agiert.
      Manchmal kann da ganz simples "immer ma lwieder woanders laufen" helfen.
      Kenne einige Leute da waren die Hunde zwar nicht ängstlich, aber dennoch außer Rand und Band als ich vorschlug, man könne doch mal woanders laufen. Nachdem die leute dann immer mal wieder woanders gingen, hatten sich die Hunde bald dran gewöhnt

      Ich ging mit meinen Hunden von Anfang an ständig in anderen GEbieten. DAs mache ich gezwungenermaßen auch heute noch. so haben sie total die Ruhe weg, egal wo wir sind. In Seminarräumen mit zig fremden Hunden und Menschen pennt der Thorin - ging sogar mal schwubs war er unterm Tisch verschwunden zu einer anderne Teilnehmerin hin um rumzuschleimen und sciht streicheleinheiten abzuholen.

      Grade bei ängstlichen Hunden darf man Erlebnisse nicht für den Hund dramatisieren.
      Meiner z.B. neigt auch dazu solche marotten entwickeln z u wollen. Einmal hat er auf einem Reiterhof eine gewischt bekommen (strohmzaun) - wär es nach ihm gegangen hätte er den Hof wahrscheinlich Zeit seines Lebens nur noch in einer Umlaufbahn von ich wei´ß nicht wieviel Kilometern umrundet. Ich bin darauf gar nicht eingegangen. Und sieh da: es hat zwar gebraucht, aber heute geht er wieder ganz normal auf diesem Hof herumstratzen. Durch mehrere BEgegnungen mti dem STromzaun hat der Hund - er ist schlau - auch gelernt, solche Zäune besser zu umgehen - dann passiert auch nichts. robbe ich mal unter einem Zaun unten durch, guckt er, ob es keinen anderen Weg gibt - und wenn nein, dann robbt er auch unten durch.

      Manche Dinge halten sich auch - für immer -w eil sie einfach Charaktersache sind. Meine Hunde z.B. sind in sehr sehr ähnlichen, wenn nicht fast identischen Verhältnissen groß geworden: Im Ital. massenTierheim auf die Welt gekommen, als Welpen nach Deutschland und dort dann in Rudelhaltung - der Rüde wrude ja sogar noch draußen herumgeschleppt - die Hündin nicht mal das. Also haben sie in Gehegen mit anderen Hunden zusammen gelebt. Eigentlich sollte man doch meinen, der Rüde wäre besser an Umweltreize gewöhnt - wurde er doch schon als Kleiner Ohrenfant ins Auto gesteckt, und herumgezerrt.
      Die Hündin hat auf Umweltreize dann auch wie ein totaler Schissbär reagiert. Anfangs. Das hat ca. zwei Wochen gedauert - mittlerweile ist sie die coolste Socke die man sich vorstellen kann - mit ihr durch ne Großstadt - für Talba hochinteressant - für sie mitten ins getümmel eines Weihnachtsmarktes: Juhuh, da freut sdie sich noch was es da alles zu entdecken gibt. Und das obwohl sie als Welpe nicht rausgekommen ist um was zu erleben.
      thorin wurde von GAssigängern mitgenommen - und er hat bis heute noch Probleme mit großen Menschenmengen - er geht zwar an "entspannter" Leine, zittert auch nicht, aber er strahlt dennoch deutliches Unwohlsein aus. Trotzdem bemerkt man bei ihm sowas wie beobachtende Intelligenz trotz unwohlsein.
      Rein von der Logik her, und würde man alles auf die Prägung schieben, so hätte der Ohrenfant eigentlich besser mit der Welt da draußen klar kommen müssen - Da sieht man mal, wieviel auch eine Frage der Persönlichkeitsstruktur ist. Obwohl man mit ihm auto gefahren ist, musste ich ihm das ganz neu vermitteln - irgendwie waren die Gassigänger eben keine Spezialisten für Angsthunde... hüstel.

      Es gibt auch schlecht geprägte Menschen (lach) die dennoch was aus sich machen und solche, bei denen die schlechte Prägung ein leben lang zu Buche schlägt.

      Ich denke alles kann und darf man nicht auf die PRägung schieben. Es wird auch immer grundtendenz vorsichtige Menschen geben die sich selbst nichts zutraun, es wird sie immer in sozialen Gruppen geben: Die die sich eher anlehnen möchten und die, die gern leiten und den Ton angeben.
      Zitat Dr. Dorit Feddersen-Petersen "Wo das Beziehungsgefüge stimmt, funktioniert das aufeinander bezogene Verhalten - und die Leine ist eigentlich überflüssig"

      Kleines Update

      Also, folgendes ist "passiert".

      Als der Hund abgeholt wurde, war er ganz der alte, frech, vorlaut, musste sich erst mal ohne Pause produzieren.
      U.a.: ein Luftballon, den ich ihm 2 Tage vorher mitbrachte = was Neues, wurde muißtrauig beäugt und dann ignoriert, eben die typische Schiene: Angst, wenn ich ihn nicht beachte, wirds umgekehrt auch so sein. Als seine Leute dann da waren, hat er sich auch den Ballon geschnappt und damit angegeben. Als wär NIE was gewesen. Er bekam ihn mit, und allerdings wollte er bei der Abfahrt auch erst mal nicht mit raus.

      Als uns das Trio gestern besuchte, kam folgendes raus.

      Auch zu Hause spielen mit Luftballon, Angst, keine Spur. Alles bestens. Dann mussten sie nach München fahren, wegen irgendwelcher Papiere. An einem Tag hin, am nächsten zurück. Und da: er fraß nichts, trank kaum, nur eine extra gekaufte Portion Tartar konnte der Herr dann doch essen. Wie zu Hause, nur viel stärker: ununterbrochene Beobachtung, was seine Leute machen. Angst zwar keine, aber generelles Unwohlsein.

      Auch zum Besuch war er wie runderneuert.
      Für mich heißt das u.a.: es war wohl auch die spezielle Situation während seines letzten Aufenthaltes hier, was sein Verhalten so hochgeschaukelt hat. Evakuierung wegen Bombe, ich musste jeden Tag ins KH meine Mutter besuchen, und Hund musste im Auto warten. Hat ihm alles nicht gepasst.
      Anfang des Jahres kommt er wieder für ein paar Tage, mal sehen. Womöglich habe ich es oben so komprimiert empfunden wie es geschrieben vielleicht aussehen mag. Generell gehts ihm jetzt wohl besser, wie gesagt, es war wohl auch die spezielle Situationslage beim letzten Mal.

      Also zumindest teilweise - und erst mal - Entwarnung. Was den Rest angeht ... schaun wer mal.

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