Mein Hund büchst aus

      Mein Hund büchst aus

      Hallo,

      Ich habe einen 2,5 J alten Briard-Rüde.
      Wir gehen mit Ihm zur Hundeschule und er ist gut erzogen.
      Bis jetzt.
      Seit 1 Woche hat er gemerkt, das das Tor bei uns zuhause nicht richtig geschlossen werden kann. Als ich mit Ihm Spazieren gehen wollte, war er weg. Ich hatte echt Panik, da wir 10m von einer Straße weg wohnen. Ich bin mit dem Auto los und habe Ihn gesucht. Er ist Gott sei dank hinterm Haus lang und war in einem öffentl. Teich am Schwimmen.
      Ich habe Ihne ins Auto gepackt und Ihn zum Strafsitzen in Badezimmer geschickt. Ich war so sauer und Enttäuscht.
      Ein paar Tage später das gleiche Spiel nochmal. Jetzt hat er es begriffen wie es geht !!! Das Tor wurde mittlerweile repariert.
      Jetzt geht das gleiche Spiel bei der Arbeit los. Da ich Ihn mitnehme, liegt er immer vor der Eingangstür. Das hat jetzt 1 Jahr super geklappt. Bis heute.
      Wie kann ich meinem Hund das Abgewöhnen? Kommt er in das sogenannte Pflegel-Alter? Mich ärgert das so. Gar nicht weil ich Angst habe er kommt nicht wieder, sondern weil er Angefahren werden kann oder im Schlimmsten Fall mitgenommen wird.
      Kann mir jemand einen Tip geben? Vielleicht bin ich auch nicht konsequenz genug und er möchte seine Grenzen testen.
      Hunde kommen her, wenn sie gerufen werden.
      Katzen nehmen es zur Kenntnis und kommen gelegentlich darauf zurück.
      Das s.g. Pflegel Alter dürfte vorbei sein und die Sache ist einfach - dem Hund ist langweilig und nun hat er selbständig einen Weg sich die Langeweile zu vertreiben gefunden. Hilft wohl nur mehr Auslastung beim zusammen spazieren gehen und Plätze wo er sich dann aufhalten soll, wo er im Blickfeld ist. Strafsitzen etc. hilft da nicht, kapiert er nicht und enttäuscht sein auch nicht, mehr Kontrolle wäre wohl besser damit er nicht unters Auto kommt.
      Auf ein Neues :confused:

      Warum sollte er seine Grenzen austesten? Um in der imaginären 'Rangfolge' weiter nach 'oben' zu gelangen? Nein, nein :lol: Auch hat die Pflegelphase nichts damit zu tun. Die Pflegelphase (Umbruchzeit) findet in den ersten anderthalb Lebenjahren statt.

      Ein Hund lebt immer im 'hier und jetzt'. Er handelt ausschließlich nach der Devise 'Genuss sofort'. Längfristige Folgen seines Tuns kann er nicht abschätzen. Für uns Menschen besonders schwer nachzuvollziehen ist die Tatsache, dass Hunde im Gegensatz zu uns nicht über Erlebtes nachdenken.
      Hunde verknüpfen Ereignisse besonders gut miteinander wenn sie innerhalb von 1 Sekunde aufeinander folgen. Wenn du also Einfluss auf die Lernerfahrung deines Hundes machen willst, musst du besonders schnell sein. Eine Strafe die auch nur 2 Sekunden nach der 'Tat' kommt wird vom Hund nicht mehr mit seiner 'Tat' in Verbindung gebracht! Daher ist es völlig unsinnig deinen Hund 'strafsitzen' zu lassen.

      Sicherlich kann sich dein Hund noch daran erinnern, dass er vor 10 Minuten alleine auf Erkundungstour ging, aber wie willst du ihm klarmachen das du ausgerechnet deswegen sauer auf ihn bist und nicht weil er vor 15 Min. im Flur geschlafen hat? Oder vor 1 Minute brav zu dir gekommen ist?
      Schließlich fühlte es sich gut an im Teich zu planschen, schlecht fühlte er sich erst, als er von dir geschimpft und ins Bad gesperrt wurde. Da aber die Strafe viel zu spät kam, wird er sie nicht mehr mit der dem Weglaufen in Verbindung bringen, sondern mit dem, was er in dem Moment tat, als die Strafe kam! Was tat er in dem Moment als du ihn gestraft hast??

      Manchmal ist es sinnvoll Managementmaßnahmen zu ergreifen. Das schont die Nerven aller Beteiligten.

      Managementmaßnahmen wären zB.:

      -Tür/Tor fest verschließen
      -Zaun/Tor erhöhen
      -Hund anleinen/festbinden

      Ausserdem solltest du dich Bemühen seine hundlichen Bedürfnisse zu befriedigen, dass er sich ausgeglichen fühlt. Das ist nicht nur ein Gebot der Fairness und der artgerechten Haltung sondern beugt auch der Entstehung von Problemverhalten vor.
      Bei einem sowohl körperlich wie auch geistig ausgelastetem Hund wird der Drang alleine die Welt zu erkunden gering bleiben.

      Alles Gute...
      LG Alex

      Der Schlüssel zum Verstehen findet sich oftmals in der Achtsamkeit gegenüber den kleinen Dingen des Lebens. (Dalai Lama)
      Hallo,

      vielen dank für eure Antworten.
      Ich muss euch recht geben mit dem zu späten bestrafen. Wenn man das mal wieder von anderen hört ist es auch ganz logisch.
      Naja, man handelt ja oft im effekt auch wenn es später nicht richtig oder sinnvoll war. :doh:
      Leider ist bei uns in letzter Zeit häufig die Hundeschule mit der Rettungshundearbeit ausgefallen, das hat sich aber seit letzter Woche wieder erledigt. Bis jetzt ist er auch nicht wieder ausgebüchst. Er scheint unterfordert gewesen zu sein. :think:
      Jetzt gehen ich mal mit Paulchen ein wenig um den Block, ist gerade trocken :wink:
      Danke nochmal
      Hunde kommen her, wenn sie gerufen werden.
      Katzen nehmen es zur Kenntnis und kommen gelegentlich darauf zurück.