Rudelverhalten? Rangordnung? Wie verhalten?

      Rudelverhalten? Rangordnung? Wie verhalten?

      Hallo zusammen,

      ich hoffe ihr könnt mir helfen.

      Ich habe seid knapp 3 Wochen wieder ein paar Pflegehunde hier.
      Die eine davon jetzt 9 Wochen alt wohnt mittlerweile über uns bei meiner Mama, kommt aber täglich mindest 1x mit nach unten wieder zu uns.
      Habe hier dann noch einen kleinen 10 Wochen alten Welpen, die beiden stürmen dann immer gleich auf einander zu und toben, rangeln usw.
      Wenn das allerdings zu laut wird bzw zu doll, springt mein Rüde (7) auf und knurrt die kleine von meiner Mama an und bringt die beiden auseinander.
      Auch so brauch die kleine sich ihm nur 1m nähern fängt er an zu knurren.
      Soll ich meinen Rüden lassen oder ihm sagen das er das lassen soll???

      lg
      Dass mir mein Hund das Liebste sei, sagst du, oh Mensch, sei Sünde, mein Hund ist mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde.
      Hey,

      Grundsätzlich hat dein alter Rüde das Recht, den Jungspund in die Schranken zu weisen. Wenn er dessen Nähe nicht wünscht, sollte das von allen Anwesenden so akzeptiert werden.
      Was willst du auch damit bezwecken, wenn du ihn ermahnst und drangsalierst die Kleine zu akzeptieren. Wenn ihm die Nähe zu viel ist, ist sie ihm zu viel.
      Deine Ermahnungen könnten sogar ins Gegenteil umschlagen und deinen Rüden unverhältnismäßig stark aggressiv werden lassen. Denn wenn er die Nähe ertragen muß, obwohl ihm das viel zu viel ist, stresst ihn dass noch mehr, wie es die Situation es jetzt schon tut.

      Es mag aus deiner Sicht zwar schade sein, das der Althund nicht die Rolle eines Elterntieres übernimmt, aber mit Zwang kannst du das sicher nicht ändern...
      LG Alex

      Der Schlüssel zum Verstehen findet sich oftmals in der Achtsamkeit gegenüber den kleinen Dingen des Lebens. (Dalai Lama)
      Also wenn sie ihm zu nahe kommt ist das auch völlig ok für mich, dann lass ich ihn auch, is ja wie du schon schreibst sein Recht wenn er Ruhe will!
      Eigetnlich geht es mir mehr um das toben der beiden kleinen das er dann immer brummend dazwischen geht und das immer nur auf die Kleine meiner Ma.
      Liegt das daran das sie nicht mehr im Rudel ist? Oder woran kann das liegen? Soll ich das unterbinden oder ihn auch einfach machen lassen?
      Denn wenn er in der Nähe ist können die beiden kleinen meistens gar nicht spielen was sie ja eigentlich sollen...
      Dass mir mein Hund das Liebste sei, sagst du, oh Mensch, sei Sünde, mein Hund ist mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde.
      Hey,

      sorry, aber das Forum war so langsam, es dauerte immer eine Ewigkeit bis sich ein Post öffnete, da hatte ich entnervt aufgegeben...

      Original von chaos
      Liegt das daran das sie nicht mehr im Rudel ist? Oder woran kann das liegen? Soll ich das unterbinden oder ihn auch einfach machen lassen?
      Denn wenn er in der Nähe ist können die beiden kleinen meistens gar nicht spielen was sie ja eigentlich sollen...


      Haben die Hunde denn überhaupt je ein Rudel gebildet?? Oder handelt es sich nicht eher um ein 'wild zusammengewürfelter Haufen' ??

      Schade, hab jetzt leider keine Zeit zu schreiben, später aber sicher noch mehr dazu...
      LG Alex

      Der Schlüssel zum Verstehen findet sich oftmals in der Achtsamkeit gegenüber den kleinen Dingen des Lebens. (Dalai Lama)
      Mhh gute Frage :think:

      Also meine nehmen alle schnell an die hier ankommen und etwas bleiben, sobald wir dann unterwegs sind oder so und es kommt ein fremder oder auch bekannter Hund und macht ärger mit einem "meiner" Hunde dann gehen meine sofort dazwischen bzw gehen dann auf den der ärger macht los.
      Dass mir mein Hund das Liebste sei, sagst du, oh Mensch, sei Sünde, mein Hund ist mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde.
      Vielleicht macht der Welpe der bei Deiner Mutter lebt auch mehr Action und Dein Rüde weißt ihn deshalb zu Recht . Solange es nur bei knurren bleibt, würde ich garnicht da zwischen gehn. Dein Rüde scheint die Zwei doch gut im Auge zu halten und sie auch zu erziehen.
      Man müsste wirklich nur darauf achten, das der Alt-Hund auch wirklich nicht überfordert wird und sein Recht auf Ruhe hat.
      Also seine Ruhe hat er und wenn eben nicht sagt er bescheid und dann hat er sie :biggrin:
      So macht er das echt prima, also er beißt die kleinen nicht, ok, die kleine hat er schon geschnappt, allerdings ist sie ihm da auch genau ins Gesicht gehüpft und wollt spielen...

      Also soll ich ihn ruhig machen lassen?
      Hatte eben das Gefühl das das vll zu viel für ihn werden könnte also das ihn das vll zu sehr streßt ständig ein Auge auf die kleinen zu haben?

      Vom verhalten her ist er nicht anders oder eben gestresst...
      Dass mir mein Hund das Liebste sei, sagst du, oh Mensch, sei Sünde, mein Hund ist mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „chaos“ ()

      Hallo,
      also ehrlich, ich würde ihn lassen.
      Wenn die Kleine ihm schon ins Gesicht gehüpft ist, ist sie reichlich frech und er sagt ihr dass sich das nicht gehört und Punkt.
      Besser, sie gerät an deinen gutmütigen Hund als an Einen der gleich richtig zulangt.
      Schön ist eigentlich alles was man mit Liebe betrachtet.
      (Christian Morgenstern)
      Ich würde Ihn auch lassen. Aber auch darauf achten, dass er sich nicht zu oft einmischen muss..
      Hat Er denn genug Möglichkeiten sich auch mal zurück zu ziehen?

      Ansonsten wird er wohl einfach das Mädel öfter zurechtweisen, weil Sie holperstolperplums hereinkommt und genau DANN für Ihn immer der nervige Kram beginnt :wink: warscheinlich ist Sie frecher als die Andere..
      Wer einmal erlebt hat,wie in ein "altes Hundegesicht" das Lachen zurückkehrt,
      nur der kann nachvollziehen,dass es nicht traurig ist, wenn man die Welpen-Zeit nicht mit seinem Hund verbracht hat..
      Wuselrudel=Mopsmom :wink:
      Hey,

      ich würde ihn nicht 'einfach machen' lassen. Ich würde unterstützend eingreifen. Nicht verbieten und unterbinden, aber helfend eingreifen!


      Du solltest du dich von dem Gedanken verabschieden, dass die Hunde, sobald sie einige Tage zusammengelebt haben, eine Rudel bilden. Ein Rudel wächst natürlich. Es besteht aus den Elterntieren und ihren Kindern. Sie gehen in der Regel sehr nachsichtig und liebevoll miteinander um. Aggressive Auseinandersetzungen kommen bei freilebenden Rudeln sehr selten vor.
      Bei Tieren die in Gefangenschaft leben (Zoo) sieht das ganz anders aus. Hier kommen aggressive Konflikte häufiger vor.
      Eine interessante Frage ist da die Position des Hundes. Ist er unfreiwillig in eine Gruppe verfrachtet worden? Kommt seine Situation der von Tieren die in Gefangenschaft leben näher oder sollte man davon ausgehen, dass wir mit unseren Hunden auch eine Art von Familiengruppe bilden?

      Ja, viele Fragen und keine wirklichen Antworten. Meist Spekulationen und Rätselraten.

      Wir Menschen befinden uns in einer ähnlichen, wenn auch komplizierteren Situation. Wir leben einmal in unserer Kernfamilie, die einem natürlich gewachsenen Rudel ähnelt und zum zweiten in einer Gruppe, deren Zusammensetzung wir für Gewöhnlich nicht ändern können, nämlich mit Menschen, mit denen wir an unserem Arbeitsplatz zu tun haben.
      In einer Familie werden Bestimmungen und Entscheidungen selten alleine getroffen. Der Zusammenhalt, insbesondere nach außen ist stark und die Beziehungen fürsorglich und liebevoll. Vorkommende Streitigkeiten werden oft ohne Gewalt gelöst. Es geht nicht um Rangordnung sondern um Ressourcen.
      Die Eltern, das Anführerpaar, initiiern die Aktivitäten. Weitere Kinder werden geboren, die Familie wächst, gleichzeitig suchen sich erwachsenen Kinder eigene Wohnungen und bilden eigenen Familien. Die Ähnlcihkeit mit Wölfen ist augenscheinlich.

      Am Arbeitsplatz dagegen sieht die Lage ganz anders aus. Es ist kein natürliches Umfeld, und die Personen die dort ebenfalls arbeiten sind von anderen ausgewählt worden. An vielen Arbeitsplätzen werden Rangordnungen gebildet, treten Ausgrenzungsmechanismen und Mobbingtendenzen auf, genau wie bei Tieren die in Gefangenschaft leben.

      Dein Hund hat wahrscheinlich Stress mit den Kleinen. Das äußert sich erstmal mit gehäuft gezeigten Beschwichtigungssignalen wie über den Fang lecken, Blinzeln, Gähnen... (manche Hunde zeigen keine B.-Signale, da sie die Erfahrung gemacht haben, dass niemand darauf reagiert :sad: ) B.-Signale sind aber Anzeichen, dass sich der Hund unwohl fühlt. Dies kann in der Folge zu einer erhöhten Stressbelastung führen. Stress wiederum geht mit einer erniedrigten Reizschwelle einher. Das heißt, der Hund reagiert auf einmal auf Reize, die er sonst gar nicht beachtet, auf einmal aggressiv, nervös und/oder unruhig.
      Empfindet dein Hund die Situation als 'bedrohlich' wird er stärkere B-signale zeigen, (Weggehen wenn möglich, Körper abwenden...) Nützt dies nichts oder ist nicht möglich wird er Abwehrsignale wie Knurren, Zähne zeigen oder deutliches Zähnefletschen zeigen. Dein Hund hat dann bereits vom 'grünen' (ungefährlichen Bereich) in den 'gelben Bereich' (erhöhte Reizschwelle) gewechselt. Werden diese Abwehrsignale immer noch nicht beachtet ('Hund machen lassen') kann es zur Eskalation kommen und der Hund wird abschnappen, schnappen oder auch beißen.

      -bitte nicht so große Bilder einstellen-

      Vielleicht solltest du das in deinen Überlegungen mit einbeziehen, wenn du deine Hunde in weiteren konfliktgeladenen Situationen siehst und überlegst, wie die Situation für alle Beteiligten am besten zu Regeln wäre...
      LG Alex

      Der Schlüssel zum Verstehen findet sich oftmals in der Achtsamkeit gegenüber den kleinen Dingen des Lebens. (Dalai Lama)
      @Wusel

      ja er hat genug möglichkeiten sich zurück zu ziehen :biggrin:

      @Neon

      also ab und an greif ich da schon mal zwischen und ich muss sagen es ist nun auch weniger geworden das er aufsprigt und dazwischen geht.
      Er zeigt auch keine Signale wie Fang lecken usw. wenn die kleinen auf ihn zu kommen fängt er gleich an zu knurren aber auch nicht immer!
      Meist knurrt er eben und mittlerweile haben die kleinen das auch kapiert und gehen dann wieder weg, nach den kleinen hat er auch schon geschnappt aber ohne das was passiert ist und da lass ich ihn dann auch und "übersehe" das nicht das er denkt es war falsch oder nicht das er denkt das ich ihn dafür lobe, richtig oder falsch?
      So kommt meiner eigentlich mit allem klar was Beine hat und er lässt auch alles an Hunden in unsere Wohnung ohne irgendwie was zu machen, ab und an mal etwas angespannt beim begrüßen aber bisher ohne knurren öder Kämpfe.
      Dass mir mein Hund das Liebste sei, sagst du, oh Mensch, sei Sünde, mein Hund ist mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde.
      Ich sehe zwar keine schlimme Situation darin, wenn ein erwachsener Rüde einen Welpen abmahnt und zum Beispiel über den Fang beißt, aber ich sehe es durchaus auch so, dass dein Rüde stress hat.
      Ich bin auch der Meinung, dass es vollkommen ok ist, wenn man seinem Hund auch mal so einem Stress aussetzt, aber das will wohl durchdacht sein und man muss immer Herr der Lage bleiben.

      Als ich meine Findelwelpen bei mir hatte und Diese nach einigen Tagen an der Flasche zu kleinen wildgewordenen Dachsen mutierten hatte Gizmo, der ganz freiwillig die Erziehung und Sorge für die Kleinen übernommen hatte;) viel zu tun und ich habe immer darauf geachtet, dass er sich verziehen konnte, an einen Ort, an den die Welpen nicht kamen. Hat er vermehrt beschwichtigt, sich mehrfach abgewandt und wusste nicht Recht weiter habe ich mir die Lütten genommen, bei mir gehalten und ihn auf seinen Platz geschickt. Das hat er dankbar angenommen und kam dann eben bei mir "melden" wenn die Kleinen sich nicht ordentlich verhielten und ist dann schnarchen gegangen.
      Es kam auch mal vor, dass er den Lütten die Meinung gegeigt hat,
      er hat aber eine wirklich sagenhafte Toleranz und gibt einen vorzüglichen Ziehvater ab.
      Es lässt ihn lange Zeit kalt, was die Trolle anrichten, aber wenns reicht, dann reichts.
      Dann wurde geknurrt, steif gestanden und bei nicht beachten ordentlich gerüffelt.
      Was nicht über ein über den Fang beißen und umknuffen hinaus ging.
      DANN haben die Zwerge aber auch eingesehen dass Schluss ist und haben sich vollkommen überzogen beschwichtigend in aktiver Unterwerfung genähert und sich dann mit dem erhaben drein blickenden Gizi ins Körbchen gehauen und sich an den großen tollen Papi gepresst.

      *träum* war auch eine schöne Zeit.. Welpen aufziehen ist schon etwas Bewegendes..
      Also verzeiht meinen Roman.
      Was ich meine ist nur: Nur weil der Hund den kleinen nichts tut und nicht von alleine weggeht muss man nicht -nicht eingreifen. Es kann auch gut sein, dass er denkt, es sei seine Aufgabe und dann muss man ihn schonmal von der Last befreien, sonst ist es einfach zu viel..
      Wer einmal erlebt hat,wie in ein "altes Hundegesicht" das Lachen zurückkehrt,
      nur der kann nachvollziehen,dass es nicht traurig ist, wenn man die Welpen-Zeit nicht mit seinem Hund verbracht hat..
      Wuselrudel=Mopsmom :wink:
      Find ich toll das dein Gizmo den Papa gespielt hat :biggrin:
      Da ist bei meinen beiden egal ob Hündin oder eben Devil die sind froh wenn die Monster wieder weg sind :D
      Ich würd jetzt sagen das das kein wirklicher Streß ist bei Devil, ich finde er ist wie immer außer eben das er ab und an mal aufspringt wenn die kleinen toben und dazwischen geht oder eben mal wenn sie nerven die kleinen anknurrt oder eben nach ihnen schnappt...
      Dass mir mein Hund das Liebste sei, sagst du, oh Mensch, sei Sünde, mein Hund ist mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde.