Der Umgang zwischen Hundehaltern und Mitmenschen

      Hallo,

      ich denke auch, es dient in absolut keiner Situation, wenn man die Nerven verliert, vor allem nicht mit Hunden die für Stimmungsübertragung im Allgemeinen sehr empfänglich sind, aber manchmal ist der Kragen bei mir auch sehr nah am Platzen.

      Ich habe letzte Woche auch wieder so eine Situation gehabt, wo man bei Leuten wirklich am gesunden Menschenverstand zweifeln muss.

      Ich kam mit Zorro aus einem kleinen Waldweg auf einen Waldparkplatz gelaufen und da kam so eine "Schickimickitussi" mit zwei Dackeln.

      Zuerst lies ich Zorro noch warten, nachdem die Tussi mich aber nicht bemerkte und somit auch keine Anstalten machte ihre Hunde anzuleinen, durfte Zorro weiterlaufen. Zorro zu den Dackeln hin und der Rüde von beiden hat halt ein bisschen gestänkert, aber es war nix drastisches, Zorro nimmt sowas auch nicht ernst.

      Aus ihrem "Schönheitsschlaf" gerissen stürzt sich diese Tussi dann plötzlich auf IHREN Dackel: "HÖRST DU AUF, DER IST DOCH VIEL GRÖßER ALS DU UND BLABLA" und haut ihrem Dackel ihre Tasche entgegen, um ihn abzudrängen.

      So, an und für sich würde mich das nix angehen, aber, MEIN Zorro stand da nur 2 Zentimeter neben dran und mein Weichei bezog das natürlich auf sich, hat sich beleidigt umgedreht und ist gegangen.

      Ich habe dann nur mit dem Kopf geschüttelt, denn man muss sich mal vorstellen, wie vielleicht ein anderer 40 Kilo Hund reagiert hätte auf den so offensiv, aggressiv losgegangen wird, die Frau nach vorne gebeugt, die Handtasche geschleudert auf die Hunde stürzend (ich bin mir auch nicht ganz sicher ob sie nicht vielleicht doch etwas gegen meinen Hund bezwecken wollte) und das bei einem völlig fremden, großen Hund.

      Der hätte sie sofort an der Gurgel gehabt, wenn er gewollt hätte, ich renne doch nicht mit dem Gesicht voraus SO auf einen fremden Hund zu. :snooty:

      Aber die Menschen werden immer dümmer, sind von Angst zerfressen und können sich sozial überhaupt nicht mehr korrekt verhalten.

      Ciao Mimi
      ..........
      Da fällt mir auch noch ne Story von dem kompetentesten Hundhalter aller Zeiten ein!
      Läßt seinen Don`t - step - on - me - dog immer frei laufen. Wenn mir ein leinenloser Hund entgegen kommt, leine ich meinen auch nicht an.
      Kimbo auf den kleinen zu, geschnuppert. Der Mann mit dem Fuß dazwischen, versucht, meinen Hund abzudrängen.
      Ich habe den Hern freundlich gebeten, seinen Hund anzuleinen, wenn er keinen Hundekontakt möchte und habe ihm -freundlich- erkllärt, wenn ich es nochmal sehe, daß er meinen Hund mit dem Fuß wegkicken will, würde ich das mal mit seinem mache. (Hätte der Typ getreten, hätte ich ein wenig anderes reagiert! Und echt - ich gehöre eigentlcih zu den Leuten die sich denken "Lächeln ist die beste Methode, den Leuten die Zähne zu zeigen!)
      Beim nächsten mal versuchte er, Kimbo, wenn auch sacht, mit dem Schirm wegzudrücken. Ihn wieder gebeten, meinen Hund in Ruhe zu lassen, zumal es Sein Hund war, der auf uns zu ist, während Kimbo fein neben mir im Sitz war und das "frei" erst bekam, als der Kleine zu ihm kam.
      Die dritte Begegnung war der Hammer. Da ist das sein kleiner auf unsern Kimbo zu, der Mann macht einen festen Ausfallschritt auf seinen Hund zu mit einem Laut "Sch", damit er in seiner Nähe bleibt, aber Kimbo fühlte sich natürlich angegriffen.
      Seitdem ist da nix mehr zu wollen. Wenn sie uns begegnen, muß ich Kimbo neben mit absitzen lassen, wo er dann mit gesträubten Fell knurrend bliebt.
      Der Clou: Ich fragte den Mann bei der dritten Begegnung, ob ihm überhaupt klar wäre, was er da genau eigentlich getan hat? Sagt der "egal" und geht weiter......
      Mal von den Dingen, die hier schon aufgezählt wurden, stören mich vor Allem Hundehalter, die bei - auch harmlosen Streitigkeiten - nicht akzeptieren, dass ich das nicht möchte und dann beginnen davon zu reden, dass man Hunde auch mal Hunde sein lassen muss, ohne meinen Hund zu kennen.

      Ich hatte einmal einen sehr sensiblen Rüden. Der atmete schon wie verrückt, wenn er nur mal angeknurrt wurde. Vor Schäferhundrüden hatte er generell Angst, weil Leute meinten, ihr aggressiver Hasso sein ein braves Lamm und könne frei laufen. Daher hat er ja auch schon mind. 8(!) Hunde heftig gebissen. Mein damaliger Rüde, Tom, musste einige Male dran glauben.

      Daraus und aus anderen negativen Erlebnissen heraus waren solche 'harmlosen Streitigkeiten', bei denen ich normaler Weise auch nicht dazwischen gehen würde, für ihn so eine Tortur, dass man teilweise den Rest des Spaziergangs ein totales Nervenbündel an der Leine hatte.
      Wenn mein Hund mit einem anderen keinen Kontakt möchte, was nur bei wenigen der Fall ist, die ihn mal angestänkert hatten, dann gehe ich einfach weiter. Man muss sich da doch gar nicht rechtfertigen, von daher verstehe ich Dein Problem nicht so ganz @Fucza

      Davon abgesehen: man kann "harmlos" so oder so definieren. Für mich ist es harmlos, so lange nicht wirklich Blut fließt oder in meinem Fall, so lange mein Hund nicht dermaßen verängstigt wird, dass er u.U. kopflos nach hause rennt (da traue ich ihm noch nicht zu 100%). Für andere ist es schon nicht mehr harmlos, wenn mal ein paar Haarbüschel fliegen oder ein Hund aufjault. Sich zu zoffen ist kein Weltuntergang und das sollte ein Hund auch so empfinden. Mit jeglicher Vermeidung von Auseinandersetzungen wird man das aber nicht erreichen - eher das Gegenteil.

      Ich für meinen Teil unterbinde keine Auseinandersetzung von vorneherein, zwinge meinen Hund aber natürlich auch zu keinem Kontakt. Aber wenn er selbst für einen weiteren Versuch bereit ist, warum auch nicht. Allerdings ist mir hier jetzt kein Hund bekannt, der einen anderen schon mal wirklich ernsthaft verletzt hätte.
      Hund ist aber nicht gleich Hund. Tom fing schon an, heftigst zu atmen, wenn er nur angeknurrt wurde. Und ich persönlich denke einfach, dass jeder Hundehaltwer sienen Hund am besten kennt und wissen sollte, wann etwas für ihn zu viel wird.

      Wie du auch selber geschrieben hast:
      [...]so lange mein Hund nicht dermaßen verängstigt wird, dass er u.U. kopflos nach hause rennt[...]

      Das war bei Tom nun mal sehr schnell der Fall und dann regt es mich schon auf, dass andere Hundebesitzer ihre Hunde nciht zurück rufen, wenn ich ihnen sage, dass sie das bitte tun sollen.

      Immerhin würde ich das auch machen - ganz gleich aus welchen Gründen.

      An sich hatte Tom gerne Kontakt mit anderen Hunden - nur Schäferundrüden und Staffordshire im Allgemeinen nicht. Er hat gerne gespielt, mit Rüde, Hündin etc. - Auseinandersetzungen waren für ihn aber schon im Keim zu viel. Das mag blöd gewesen sein, evtl. auch nicht 'hundetypisch', aber so war er halt und das wurde leider von vielen Hundebesitzern nicht akzeptiert oder erst, nachdem er fast schon apathisch zwischen meinen Beinen stand. Und das geht einfach nicht.

      Bei meiner Gina wäre das ganz anders. Die konnte sich wehren und Angst? Nicht im (hündischen) Wortschatz verankert. Da würde ich die Hunde die Auseinandersetzung - sollte es nicht zu heftig werden - selber klären lassen. Bei Tom ging das aber einfach nicht...
      Ich würde nie meinen Hund zu einem anderen lassen, wenn es dessen Besitzer nicht wollte und würde mich da auch mit Belehrungen zurück halten.

      Andersrum bin ich bei meinem Hund so eingestellt, dass ich untypisches Verhalten hinterfrage und versuche, dagegen zu steuern. Mein Hund ist auch sehr konfliktscheu und geht Ärger aus dem Weg, was an sich ja okay ist. aber ich denke, dass sich seine aus Konflikten entstehende Ängstlichkeit nie wirklich ändern wird, wenn ich von vorne herein jede Konfliktsituation vermeide. Erst wenn er immer wieder erfährt, dass die Welt nicht untergeht, wenn es mal Zoff gibt, wird er weniger Angst davor haben. Jedenfalls ist er schon um Welten sicherer dadurch geworden.
      Es ist halt immer eine Gradwanderung, den Hund nicht zu unterfordern, aber auch nicht zu überfordern.

      Aber ich stimme Dir natürlich zu, dass ich die Grenzen bei meinem Hund selbst setzen und mir diese nicht von anderen Hundehaltern vorschreiben lassen möchte. Allerdings sind die meisten, die ich kenne, ängstlicher als ich :wink:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Susa65“ ()

      Tom hatte viele schlecht Erfahrungen.. von besagtem Hasso 7mal gebissen, dazu ier andere Bissen von Hunden, 'die nciht tun und nur spielen wollen'. Wir haben versucht mit ihm daran zu arbeiten und es ist letztendlich auch etwas besser geworden, wenn er Gina - unsere Hündin - mit an seiner Seite hatte, aber ganz 'therapiert' bekommen haben wir ihn leider nicht :/

      Was gina angeht bin ich da auch nicht ängstlich, nur muss man halt wirklich sehen, dass jeder Hund durch Prägung etc. einzigartig ist und auch so reagiert.

      Ich muss dazu sagen, dass wir Tom aber auch aufgrund diverser Krankheitsprobleme eine Zeit lang nicht sooo gut sozialisieren konnten
      In der Dorfmitte auf einem Bauernhof leben 2 Schäferhunde, die jeden Hund überfallen, der es wagt am Grundstück vorbei zu gehen. Venga hatten sie auch schon 2x am Wickel. Also gingen wir immer nur auf unserer Seite in der Feldmark spazieren. Meisten lief Venga frei und reagierte freundlich auf andere Hunde. Sie hatte ein paar Feunde mit denen sie tobte.
      Dann zogen nach und nach andere Schäferhunde ins Dorf. Sie wurden nur an der Leine spazieren geführt, ich habe Venga dann auch an die Leine genommen, wenn wir sie trafen. Ich weiß nicht, ob die schlechte Erfahrung mit den Hof- Schäferhunden Venga beeinflusst hat. Jedenfals reagierte sie agressiv auf die anderen Hunde, wenn sie an der Leine war. Ich hatte große Schwieriegkeiten an den anderen vorbeizukommen. Venga stieg in die Leine, kläffte und grollte. Die anderen geiferten und kläfften genauso. Das ging so weit, dass die Leute, wenn sie uns sahen, mit den Hunden in den Knick gingen und sich ihre Hunde zwischen die Beine klemmten, damit sie sie halten konnten. Es war mir schon richtig peinlich.
      Da ich mit dem Verhalten keine Erfahrung hatte, habe ich dann Hilfe in einem Forum gesucht und wir haben daran gearbeitet, damit solche Begegnungen friedlicher verliefen. Mit Venga lief es dann besser, die SH geiferten weiter. Aber wirklich viel Spass haben mir unsere Spaziergänge nicht mehr gemacht. Vor den Schäferhunden war Venga viel sozialer. In der Hundeschule, dort waren wir seit ihrem Welpenalter und im Hundewald war Venga allen Hunden gegenüber immer freundlich wenn wir fremde Hunde trafen.
      Jetzt sind wir im Sommer umgezogen. Gleich um die Ecke ist der Wald und in der Nachbarschaft sind jede Menge Hunde. In der ersten Zeit habe ich Venga immer an der Leine gehabt und habe mit einiger Unsicherheit den Begegnungen mit anderen Hunden entgegengesehen. Alle Hunde liefen ohne Leine, also leiß ich Venga auch von der Leine.
      und..... nix ....
      Die Hunde liefen aufeinander zu, schüffelten sich an, meistens forderte Venga den anderen zum Spielen auf und dann tobten miteinander. Keine Anwandlung von Agression. Manchmal ein kurzes Geplänkel mit grummeln und dann liefen sie nebeneinander weiter.
      Venga läuft hier grundsätzlich frei und wird nur an die Leine genommen, wenn wir zur Strasse kommen oder uns ein Hund an der Leine begegnet.

      Jetzt im Nachhinein weiß ich, dass Venga nicht agressiv war, sie hat nur auf die Zeichen der anderen Hunde reagiert, die nicht frei laufen und keinen Kontakt mit Hunden haben durften und dadurch wahrscheinlich falsch sozialisiert waren.
      Leider hatte ich damals überhaupt keine Erfahrung mit solchem Verhalten, sonst hätte ich ganz anders reagiert. Ich hatte damals mir die Schuld an Vengas Verhalten gegeben und mich und damit auch Venga unnötig unter Druck gesetzt.
      Gruß
      Venga

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