Farin hatte, als ich sie bekam Angst davor geritten zu werden. das habe ich sehr schnell herausfinden können, so wie ich auch schnell herausfand, das sie gar keine vernünftige Grundausbildung hat.
Ich habe angefangen mit ihr "Fangen" zu spielen. Auf der Koppel, denn die wollte sie anfangs nur sehr ungern verlassen. Ich bin auf sie zugerannt, sie von mir weg, dann habe ich die Richtung gewechselt, sie hinterher. Da hatten wir beide unseren Spaß dran. Viele Jahre später habe ich ein Video von dem, der mit Pferden tanzt, (Namen habe ich gerade nicht parat) gesehen, der hat das mit einem schüchternen Pferd auch gemacht.
Später bin ich mit ihr spazieren gegangen, noch später habe ich ihr das longieren beigebracht, noch später Bodenarbeit mit Stangen. Wir waren ganz viel zusammen unterwegs. Stundenlanges Spazierengehen ect.
Erst ein Jahr, nachdem ich sie gekauft hatte, habe ich angefangen sie zu reiten. Die Geduld hat sich ausgezahlt.
Das Laufen lassen am Strand ist glaube ich zum ersten Mal zufällig entstanden. (Genau kann ich mich nicht mehr erinnern.) Ich habe mich wahrscheinlich um etwas anderes gekümmert und sie ist dann schon mal los. Ich habe sie dann "wiedergefunden", wie sie rund um einen Kiosk lief, der natürlich (Winter) nicht besetzt war und wo sie sich in der Scheibe sehen konnte. Forscher gehen davon aus, das Pferde ein Spiegelbild nicht erkennen, sondern für einen Artgenossen halten. Sie kam aber, als sie mich sah. Weil das so problemlos ging, habe ich sie zum Laufen aufgefordert. Rief. Und sie kam zurück.
Da war sie noch jung. 4 Jahre etwa. Später, als sie älter wurde und selbstbewußter ist sie sowieso in meiner Nähe geblieben. Ich habe das mit dem Rufen und laufen lassen dann nicht mehr probiert, wir wohnten aber auch an keinem Strand mehr.
Aber auf der Wanderung ist sie von der Gastkoppel aufgebrochen. Wir waren unterwegs ins Quartier eingeladen worden und als wir da ankamen, war es schon dunkel. So sah ich nicht, das eine Seite der Koppel gar nicht zu war. Mein Gastgeber sagte auch nichts darüber. Morgens um 7.00 Uhr wach ich von Hufgeräusch auf und sehe durchs Fenster meine Stute gerade noch davonstreben. Ich aufgeregt in die Küche, meine Gastgeber waren schon wach und meinten ich solle mal nicht dem Pferd hinterher, seine Ponys seien auch ab und an im Dorf spazieren gegangen, die Dorfbewohner würden das kennen.
Jedenfalls zwei Stunden später höre ich wieder Hufe : Mein Pferd kommt zurück !
Ganz allein und zielstrebig kommt sie die Auffahrt vom Hof herunter. Trotzdem, war sehr merkwürdig, nicht sofort hinterher zu gehen. Aber bei einem gemeinsamen Spaziergang mit ihr habe ich festgestellt, das die Dorfbewohner tatsächlich sehr entspannt auf das Pferd auf ihrem rasen reagiert hatten. (War übrigens im Spessart und Straßen oder Autos waren da selten.)


Ihr müßt mit Eurer Wurmkur ja sehr schnell gewesen sein. 
naja die ham ja auch schon ewig pferde in sofern ...


damit habe ich den ersten anversierten Schritt geschafft : Dieser Mensch bedeutet für mich etwas Gutes. 