Verlustangst und bellen

      Verlustangst und bellen

      Hallo zusammen,
      ich habe zwei größere Probleme mit unserer Hündin. Zum einen kann sie nicht alleine sein. Wenn ich Haarspray benutze, weiß sie es geht los. Wenn ich die Schuhe raushole, ist sie kaum zu halten. Wir haben auch schon eine Kamera hingestellt. Sie ist nur am heulen (wie ein Wolf).
      Das zweite Problem ist, dass (fast) ständige Bellen. Wenn sie eine Autotür hört, wenn sie Stimmen auf der Straße hört. Nachts, ein anderer Hund bellt ganz weit weg - sie stimmt mit ein (und ich schrecke zusammen).
      Wir fahren Auto (und sie bleibt nie allein im Auto), sie merkt ich parke, geht das gebelle los. Und das nervt. Ich steige dann aus, drehe ihr den Rücken zu und wenn sie ruihig ist, mach ich die Tür auf. Aber immer habe ich nicht die Zeit und den Nerv.
      Könnt ihr mir Tipps geben? Kann sie mit 4 Jahren noch das Alleinbleiben lernen?
      LG
      Dana
      Ein Hund kann in jedem Alter das Alleinsein lernen.

      Mit Verlustangst habe ich selber zu kämpfen, nur jault meine Hündin nicht, sondern zittert am ganzen Körper und springt panisch gegen die Tür...

      Wie wäre es mal, wenn du zwischendurch einfach mal Haarspray benutzt, die Schuhe anziehst und dich vor den Fernseher setzt? Mach das mal öfters, irgendwann regt sich dein Hund nich mehr so auf.

      Meine Ayu bleibt mittlerweile ruhig liegen und ich kann mich derweil komplett fertig machen, ohne das sie Theater macht.


      Ansonsten gegen das Jaulen hilft wohl nur die Gewöhnung.. Also raum/wohnung verlassen, nach nichmal ner Minute wieder rein.. etc etc
      Au weia, wie lange geht das denn schon so? Bzw. hat sich etwas in eurem Tagesablauf verändert, sodass die Hündinnun allein bleiben muss? Hat sie denn als Welpe nicht gelernt, allein zu bleiben?

      Meine Maus musste zum ersten Mal länger (max. 4 Stunden) alleine bleiben, als sie neun Monate alt war. Da habe ich wieder angefangen zu arbeiten. Aber in der ganzen lieben Zeit davor habe ich das immer und immer wieder geübt. Mein Vorteil war, dass ich damals noch einen sehr souveränen Althund hatte, der es durch mein Studium gewohnt war, allen zu bleiben und diese selbstverständliche Coolness an meine Lütte weitergegeben hat.

      Ich habe das Ritual "Kaustange" eingeführt. Bevor ich die Wohnung verlasse, gibts täglich ne leckere Kleinigkeit zum Benagen. Carry ist also auch unruhig, bevor ich gehe, aber nur, weil sie eine Leckerei erwartet. Wie gefräßig ist denn deine Maus? Könnte dieser Trick helfen? Auch ist es seeeeehr hilfreich, wenn der Hund sowohl körperlich, als auch mental müde ist, wenn man das Haus verlässt. Müdigkeit und Hunger in Kombination helfen über den Unmut, allen bleiben zu müssen, ganz gut hinweg. Und natürlich die Gewissheit, dass man nie vom Rudel verlassen wird, sondern nur teporär getrennt...

      Wie diese winzigen Tricks allerdings bei panischen Ängsten helfen, kann ich nicht beurteilen. Wolfsgeheul klingt ja schon nach nem schwerwiegenderen Problem.
      Pinus Ideen mit dem systematischen Erlernen des Alleineseins klingen für mich sehr schlüssig.

      Viel Glück beim Üben und starke Nerven wünscht - Tine


      Seelenhunde hat sie jemand genannt...
      ... jene Hunde, die es nur einmal gibt im Leben,
      die man begleiten durfte und die einen geführt haben auf andere Wege.
      Die wie ein Schatten waren und wie die Luft zum atmen...
      Hallo,
      ja sowas bringt einen zur Verzweiflung :wink: hab das aber auch hinter mir. Du musst deiner Hündin ein Ritual beibringen, immer wenn du gehst z.B. (Geh in dein Körbchen rufen), wenn sie dann da drinne sitzt ein Leckerchen geben und unauffällig abhauen und wen du nach einiger Zeit wieder kommst (am anfang 2-5 Minuten), ausgibig loben, wenn sie brav war. So hab ich es gemacht ich brauche mittlerweile nur nach Geh ins Körbchen sagen und schwubb di wubb sitzt Gismo im Körbchen. Lass dich nicht unterkriegen das wird schon lass ihr Zeit.

      Viel Glück
      .................
      Vielen Dank für eure Tipps. Ich habe es leider nicht gewußt, dass der Hund das alleinbleiben lernen muss. Kaustagen nimmt sie nicht. Wenn sie merkt ich will los, nimmt sie auch kein Leckerlie. Was meint ihr, könnte ich sie in einen Raum bringen und die Tür schließen (natürlich mit Wasser) oder lieber in der Wohnung alles Türen öffnen?

      Und ich schubs noch mal wegen dem bellen. Wie kann ich es ihr abgewöhnen?
      Ganz wichtig ist vor allem, ihr ein Kommando zu geben, das ihr sagt, daß sie warten soll. Ich habe das gerade bei einer Mitstudentin erlebt. Seit kurzem schlafe ich ab und zu bei ihr (Wochenendstudium). Sie hat einen Dackel, der seitdem sie morgens regelmäßig einige Stunden arbeitet das Bellen anfängt, wenn er allein bleiben soll.

      Nach meiner ersten Übernachtung bei ihr, war sie plötzlich verschwunden. Ich dachte erst, sie verabschiedet sich von ihren Kindern, merkte dann aber, sie war schon das Auto holen. Ich war schon als Mensch irritiert, wie geht es da erst einem Hund, für den das verlassenwerden durch das Rudel Lebensgefahr bedeutet ? Ich sagte dann dem Hund "warten" und er setzte sich sofort mit gespitzten Ohren und blieb.(Abend hatte ich das schon mal gemacht, weil er bei mir schlafen wollte, aber in seinem Korb bleiben sollte).
      Zumindest hat er nicht sofort angefangen zu bellen.

      Andrerseits werden auch in Wolfs - und Wildhundrudeln Hunde allein im lager gelassen, z.B. um auf dei Welpen zu achten oder die Beute zu bewachen. Das heißt ein Hund kann es lernen, aber er muß es begreifen. Ein Kommando oder Ritual, das klar macht, ich gehe, aber ich komme wieder sind da unerläßlich.

      Meine Hunde warten vor Läden, Büchereien, in der Werkstatt. Aber sie spielen verrückt, wenn ich ihnen nicht "warten", das ist mein Kommando, gesagt habe.

      Letztens habe ich das wieder erlebt.
      Ich war mit Arthur an der Post, traf eine Freundin, die er schon lange kennt und sehr mag und über die er sich immer ausgiebigst freut. Die beiden spielten gerade sehr wild und begeistert miteinander, so daß ich den Spaß durch mein Kommando nicht verderben wollte. Ich wollte ja nur kurz einen Kontoauszug holen.

      Als ich wieder raus kam, nach vielleicht 5 Minuten, sagte meine Freundin zu mir : Das war nicht gut !. Ich wußte sofort, was sie meinte. Arthur war nervös und ängstlich geworden, weil ich das Kommando nicht gegeben hatte.

      Ansonsten gilt, was schon gesagt wurde. Langsam anfangen und die Zeiten allmählich länger werden lassen.
      Original von Bollinelly
      Ich habe es leider nicht gewußt, dass der Hund das alleinbleiben lernen muss.


      Hallo Du!

      Zuerst einmal möchte ich Dich fragen, wie lange Du Deinen HUnd schon hast und woher Du ihn hast?
      ES kann nämlich sein, dass sie vor lauter Unsicherheit kläfft wie eine Besessene.

      Zu dem oben aufgeführten Zitat möchte ich noch etwas sagen: Manche Hunde müssen das Alleinsein lernen - andere wiederrum nicht. Meine mussten es nicht lernen. Ich mag einfach so total verallgemeinernde Aussagen nicht, sie könnten falsch verstanden werden.
      Nicht jedem Hund muss man das Alleinsein beibringen.

      Ein Hund der viel Vertrauen zu seinem Halter hat und keine schlechten ERfahrungen mmit dem Weggang von Menschen muss es nicht zwingend lernen müssen.

      Nun denn...
      Du hast da schon ein ordentliches PRoblem. Aber bevor ich Dir näher anworte, würde mich schon interessiren, wie lange Du den Hund schon hast...

      Gruß
      Thora
      Zitat Dr. Dorit Feddersen-Petersen "Wo das Beziehungsgefüge stimmt, funktioniert das aufeinander bezogene Verhalten - und die Leine ist eigentlich überflüssig"
      Also ich habe den Hund mit 8 Wochen vom Züchter geholt. Sie ist sehr auf mich bezogen. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt Urlaub, also brauchte sie nicht allein bleiben. Ich habe ja auch schon mit Bachblüten probiert. Es sollen Verlustängste sein.
      Mein Frage war auch, ob ich sie in einen Raum lassen soll oder in der ganzen Wohnung (wenn sie wir das allein sein üben).
      Ich denke auch, dass es ein Angstbellen ist. Wenn wir aus dem Auto steigen, bellt sie erstmal vorsorglich. Wenn sie dann zuhause eine Autotür klappen hört, bellt sie, weil sie denkt, Besuch kommt. Aber wirklich nervend ist das bellen im Auto. Wenn ich in die Parklücke fahr, geht das "Geschrei" los. Schlimm.