Hab ein paar kleine Problemchen

      Hab ein paar kleine Problemchen

      Hallo ihr Lieben,

      hab ein paar kleine Probleme mit meinem Gassie-geh-Hund!
      Also er ist ungefähr 2 Jahre alt, ein Weimaraner Jagdhundmischling, ca.60 ca. groß und heißt Spiky.
      Er ist total lieb allem und jeden gegenüber aber leider oft ziemlich ungestüm. Seine Besitzerin hat eine eigene Praxis und da ist er Tagsüber auch immer(im Keller) :confused:...Mittags und morgens geht sie immer mit ihm raus und zweimal in der woche geh ich abends mit ihm...Da ist schon das erste Problem, ich kann leider nur abends mit ihm laufen. Habe ihn ein paar mal nachmittags aus der Praxis abgeholt und danach nach Hause gebracht und danach hat er dann ab nachmittags um 4 die gaze Praxis zusammen gejault. Deswegen kann ich nurnoch abends mit ihm rausgehen. Leider kann ich ihn im Dunkeln nicht freilassen, da er einen starken Jadgtrieb hat und bei uns in der Gegend vor ein paar Wochen ein Reh von einem anderen Hund gerissen wurde.Seit dem gucken die Jäger wieder gründlicher nach jagenden Hunden..
      Und da er ziemlich an der Leine zieht, wird der Spaziergang mit ihm manchmal ein bisschen anstrengend. Habe schon alles versucht, stehen bleiben, in die andere Richtung laufen, Halti,....aber irgendwie scheint ihn das nicht sonderlich zu interessieren.
      Natürlich kann er alles, Sitz, Platz, Fuß,....wenn er nur will, und das ist eher selten. Wenn er sitzen bleiben soll, dann steht er nach kurzer Zeit wieder auf, wenn er frei läuft, bleibt er oft 5 minuten weg, sobald er einmal außer rufweite ist. Ich denke das er unterfordert ist, da er eigentlich lernfähig ist und das auch gerne macht. Kann es auch sein das er momentan in den "Flegeljahren" ist?
      Mittwoch hat er aus Versehen seiner Besitzerin in den Finger gebissen als er einen Kauknochen bekommen hat. Sie ist übrigends schon die 4. Besitzerin von dem Süßen. Leider kann ich nicht öfter mit ihm laufen, weil ich selber wenig Zeit habe und sie das auch nicht möchte. Hatte schon überlegt sie zu fragen, ob ich im Frühling mit ihm zum Agility gehen kann, weiß nur nicht was sie davon hält.

      Vielleicht könnt ihr mir ja ein paar Tipps geben, würde mich freuen!
      Mit Lieben Grüßen Jule

      RE: Hab ein paar kleine Problemchen

      Hallo Du!

      Zunächst mal finde ich Agility für einen JAgdhund eher unpraktisch. Würde da eher nach seiner Veranlagung gehen und ihm das Fährtenlesen beibringen. Das fordert ihn dann seiner jagdhundlichen Eignung gemäß am besten.

      Zu dem Punkt mit dem Sitz: Ich weiß ja nicht, wie dem Hund dieses Kommando beigebracht wurde... aber die meisten Leute halten es so , dass es ein Sitz gibt, welches der Hund selbst auflösen darf und ein Sitz-bleib.
      Letzteres finde ich völlig unpraktisch, ja sogar schwachsinnig.
      Ich habe meiner Hündin dieses Kommando so beigebracht:
      Sie darf es niemals selbst auflösen, es gibt ein Auflösungskommando. Aber das muss ein Hund erst mal lernen. Er weiß es nicht von selbst.. ist klar.
      Ich weiß aber auch nicht, ob es so tol lwäre, es dem Hund auf Deine ARt beizubringen, schließlich ist es nicht Dein Hund und alle, die mit dem Hund zu tun haben, müssten es gleich machen.
      Du müsstest solche Änderungswünsche natürlich mit der Besitzterin absprechen und ihr ihre Funktionialität erklären... damit die Besitzerin neues auch anwenden kann.
      Ich würde mich bedanken, wenn jemand einfach so meinem HUnd was "neues" beibringen würde.


      Was das Ziehen angeht glaube ich auch, dass der arme Bub unterfordert und angeödet ist.
      Wie wäre es mit einer 10 MEter Schleppleine und dann nochmals mit Richtungswechseln trainieren. ER muss lernen, auf Dich aufmerksam zu sein...
      an der 10-m Leine kannst du auch mit ihm spielen und ihm evtl. das Apportieren beibringen - was ich auch schön finde, für einen JAgdhund. Im Zuge der Apportierareit kann man dem Hund auch beibringen,d as jeweilige Objekt zu suchen und heranzubringen. Im dunkeln wird das natürlich blöd.. aber bald ist es wioeder länger hell.

      Komischerweise waren meine Hunde nie in einer Art offensichtlicher Felgelphase. Talba, die Hündin bekam ich mit 10 Monaten - sie war und ist stets unproblematisch. Thorin bekam ich mit 1 1/2 Jahren - jetzt ist er über zwei Jahre alt und ich habe auch an ihm nie eine solche Phase bemerkt.
      Klar, ahebn beide mal einen "schlechten TAg" - aber dennoch gilt das fü rmich in mancherlei Hinsicht nicht als Entschuldigung. Immerhin hängt oft das Wohlergehen eines Hundes von seinem "GEhorsam" ab.
      Ich setzte den Gehorsam in Anführungszeichen, da er eine tolle Sache ist - Bindung aber einen wesentlich größeren Teil von einem unproblematischen Zusammenleben mit einem Hund ausmacht. So wird ein Hund, der mich mag und der mich am spannendsten findet, niemals einfach so ständig zu anderen Hunden hinrennen. Also muss ich als Halter interssant sein - ein Objekt der Begierde so zu sagen.
      Wenn ich es schaffe, meinem Hund klar zu machen, dass es bei mir nicht nur toll sondern auch sicher und spannend ist, dann wird er mich stets einem anderen Hund vorziehen - und eventuell auch nciht an der Leine ziehen.
      Wenn Du es schaffst, Deinem Hund etwas zu bieten, dann wird er mit Dir durch Dick und Dünn gehen, auch wenn mal nichts geboten ist.

      Ein Spaziergang sieht bei den meisten eben so aus, dass er Hund für sich geht und der Mensch für sich geht. Man latscht einfach.
      Für einen INtelligenten Hund ist das natürlich nichts -er sucht sich ne andere BEschäftigung und folgt dann auch nciht. SChließlich ist er intelligent und hat gelernt, dass Du ohne LEine keinerlei Einfluss auf ihn hast.
      Er ist so zu sagen deinem wirkungskreis entzogen. Und das weiß er.
      Darum: Schleppleine.
      Wenn man ein Kommando bei einem nicht gut folgenden Hund gibt, muss gewährleistet sein, dass er sich dem Kommando nicht entziehen kann, um ein gut folgender Hund zu werden.
      JE häufiger du rufst, um so eher machst Du ihm Deine schwache Pos. klar und er lernt: Ich muss nicht beim ersten oder fünften- Mal rufen kommen. eS lagnt auch nach 5 Minuten...
      HAst Du ihn aber an der Schleppleine, wirkt Dein Kommando sofort und er kann Dir nicht entkommen.
      Wichtig ist, dass Du alles auf einer positiven Ebene aufbaust, aber auch konsequent bist und Dich nciht verarschen lässt.
      Da du den HUnd so selten bei Dir hast, wird es schwierig, e ien wirklich tiefgehende, innige Freundschaft aufzubauen.
      Versuchen kannst Du es - Du musst einfach spannend und interessant sein - die Spaziergänge mti Dir jedesmal was tolles und nicht bloß schnödes "Durch die Gegend Gelatsche".

      So.. blabla.. hoffe, ich konnte Dir in einigen Punkten ein paar Anregungen beiten.

      Thora
      Zitat Dr. Dorit Feddersen-Petersen "Wo das Beziehungsgefüge stimmt, funktioniert das aufeinander bezogene Verhalten - und die Leine ist eigentlich überflüssig"
      Ich würde das so machen ich würde eine lange laufleine kaufen (8m-10m) Dann würde ich da hin gehen wo nicht viele bis gar keine Autos fahren. Dann musst du ihn laufen lassen und sobald er zieht zurück gehen und wenn das garnicht klabbt einfach immer dann stehen bleiben und ihn zu dir rufen und wenn er dann neben dir steht weiter gehen. Mit der langen laufleine kann er sich auch austoben! :biggrin:
      Erstmal vielen Dank für die Tipps!
      Das mit der Schleppleine habe ich schon ausprobiert,nur da ist er maximal 3 Meter weit gegangen. Seine Besitzerin benutzt die Schleppleine nichtmehr, weil sie sich dabei einmal das Knie verletzt hat.
      Das mit dem Aportieren klappt meistens ganz gut, er hat eine alte Federmappe, wo Leckerlis reinkommen und wenn es hell genug ist, das er frei laufen kann dann muss er sitzt machen und warten bis es versteckt ist, dann sucht er es! und das klappt eigentlich immer ganz gut auch wenn er irgendwann die Lust verliert :wink:
      Er freut sich auch immer riesig wenn er mich sieht und wenn ich mal zur Behandlung in die Praxis komme und er meine Stimme hört, jault er so lange bis ich mit ihm rausgehe.
      Als seine Besitzerin ihn bekommen hat war er wohl ziemlich verängstigt, seine ehemaligen Besitzer haben glaube ich auch überlegt ihn einschläfern zu lassen... :snooty:
      Naja aber mittlerweile wird er etwas dominater und er testet glaube ich auch seine Grenzen immer mehr

      Lieben Gruß Jule