meine Lilah habe ich seit Ende Juli bei mir. Ich hatte früher schon fast immer Katzen, die ich allerdings alle durch tragische Umstände verloren habe. Die erste hat mein Vater „entsorgt“, weil sie Probleme machte, die nächste hat Rattengift oder so was gefressen und musste schließlich eingeschläfert werden. Die letzte wurde von einer anderen Katze – vermutlich ihrer eigenen Mutter (wild lebend) totgebissen. Jetzt habe ich mich endlich wieder getraut und eine junge Katze aus dem Wurf (10. Mai 2007) der Katze einer Bekannten eines Bekannten zu mir genommen. Anfangs hatte ich das Gefühl, dass wir uns ganz wunderbar verstehen. Sie war zutraulich (ihr Lieblingsplatz war auf meinem Schoß bzw. neben mir auf der Couch oder sonst irgendwo in meiner Nähe), sie war verspielt, neugierig, ständig um mich herum. Nachts schlief sie neben meinem Kopfkissen und freute sich, wenn ich nach ihr tastete. Dass das alles nicht immer so bleiben würde, war mir klar. Aber jetzt tun sich langsam Probleme auf:
Nachdem sie ca. 3 Wochen bei mir war, fing sie an, morgens spätestens um 6 Uhr mit ihren Krallen unter der Bettdecke nach mir zu „forschen“. Das ist ziemlich schmerzhaft, und so überlegte ich mir, wie ich ihr das abgewöhnen könnte. So schob ich sie zunächst sanft weg, wenn sie das tat. Als das nichts nützte, schob ich sie aus dem Bett heraus. Aber sie kam immer wieder. Dann packte ich sie schließlich und schmiss sie regelrecht aus dem Bett, später schrie ich sie an: „Hör auf! – Hau ab!“ Dann floh sie zunächst, kam dann aber schließlich wieder, um von vorn anzufangen. Eine Zeit lang wusste ich mir keinen anderen Rat, als schließlich aufzustehen und ihr ihr Fresschen zu geben. Weil ich aber noch nicht aufstehen wollte, legte ich mich wieder hin und hatte dann eine viertel bis halbe Stunde Ruhe...
Das lief dann eine ganze Weile so, bis sie schließlich nicht mehr nur unter die Decke kroch, sondern mir nach Möglichkeit unvermittelt einen einzigen heftigen Tatzenhieb versetzte. Da kaufte ich mir dann ein Buch und las nach, dass man solches bzw. ähnliches Verhalten am besten unterbindet, indem man es ignoriert und „Wohlverhalten“ entsprechend belohnt. Nun ignoriere mal, wenn dich morgens jemand mit schmerzhaften Hieben aus dem Schlaf reißt???
Ich fand allerdings doch eine Möglichkeit, indem ich mich in meiner Bettdecke so einrollte, dass sie mich nicht mehr erreichen konnte. Da ich so allerdings nicht die ganze Nacht ausharren konnte, musste ich auf jeden Fall wach werden, bevor sie auf die Idee kam, mich zu wecken. Aber es funktionierte. Nach vier oder fünf Tagen hat sie das Kratzen aufgegeben und weckte mich nun, indem sie auf mein Gesicht zukam, mich beschnupperte und kurz mauzte.
Von da an hatten wir ein paar Tage lang eine wunderbare Beziehung, bis ich sie vor ein paar Tagen (Freitag) kastrieren ließ. Am Tag danach musste sie mich nicht wecken – da war ich natürlich von mir aus sofort für sie da. Aber seit Sonntag quält sie mich nun wieder mit der Kratzerei aus dem Schlaf (heute Morgen schon vor 4 Uhr). Ich liebe sie ja über alles, aber das nervt schon gewaltig.
Außerdem spielt sie jetzt kaum noch mit mir. Wir hatten so ein schönes Spiel: Sie hat mir immer so kleine Fellmäuse vor die Füße gelegt, die ich dann, nachdem ich sie freudig gelobt habe in die nächste Ecke schmiss. Dann brachte sie sie mir wieder zurück, und das Spiel ging von vorne los bis sie keine Lust mehr hatte oder die Maus nicht mehr fand. Jetzt freue ich mich schon, wenn sie mir überhaupt mal eine Maus bringt. Wenn ich sie dann schmeiße, springt sie auch noch hinterher, bringt sie mir aber nicht mehr zurück, sondern lässt sie einfach liegen und verzieht sich. Auch unsere anderen Spiele machen ihr irgendwie überhaupt keinen Spaß mehr.
Auf meinen Schoß kommt sie schon lange nicht mehr, außer um sich ein Leckerli abzuholen, wenn ich sie rufe. Wenn sie das gefressen hat, verschwindet sie sofort wieder. Sie lässt sich jetzt kaum noch Streicheln – nur morgens, nachdem sie ihr Fresschen bekommen hat und wenn ich nach dem Einkaufen oder so nach hause komme. Manchmal habe ich den Eindruck, dass sie mir am liebsten aus dem Weg geht – außer nachts – da ist sie immer noch bei mir, jetzt allerdings am Fußende.
Das alles macht mich ziemlich traurig, weil ich den Eindruck habe, dass sie nicht besonders glücklich ist. Wenn ihre Kastrationsnarbe gut verheilt ist und sie wieder Fell am Bauch hat, möchte ich sie auch endlich in den Garten lassen (was mir durch die traumatischen Verluste meiner früheren Katzen ziemlich schwer fallen wird) – aber das weiß sie ja noch nicht. Ich habe schon überlegt, ihr einen Spielgefährten dazuzuholen, habe aber Angst, dass meine Wohnung für zwei Katzen und mich dann doch zu klein ist (zwei Zimmer – 42 qm).
Kann mir jemand raten? Ich bin ziemlich verzweifelt.