Unglückliche Hundebegegnung

      Unglückliche Hundebegegnung

      Ich hatte am Freitag morgen ganz früh ein unangenehmes Erlebnis mit unserem Barney (Labbimix, 15 Mon.) Ich hatte ihn an der Leine, es war sehr früh, kurz nach 6 Uhr, und uns kam ein ähnlich großer und ebenfalls schwarzer Rüde entgegen. Der war nicht angeleint, sein Frauchen "wanderte" so hinter ihm her und mahnte ihn schon zum "Bravsein"... Barney, an sich ein immer freundlicher und aufgeschlossener Kerl, blieb schon geduckt ein Stück hinter mir zurück, und noch bevor ich irgendetwas machen konnte schoss der andere Rüde auf Barney zu und packte ihn...schüttelte ihn im Nacken und biss in Richtung seiner Flanken und der Hoden. Ich war erstmal ziemlich perplex, Barney suchte hinter mir Schutz, jaulte und unterwarf sich doch der andere ließ nicht von ihm ab. Dessen Frauchen "schmiss" sich dann förmlich dazwischen, packte ihren Hund am Halsband, wurde noch von ihm zu Boden gezogen, und ich konnte Barney ein kleines Stück wegziehen. Der andere Hund blieb immer noch auf Angriff, knurrte und fletschte die Zähne. Zum Glück hat Barney keinerlei äußere Verletzungen, aber er ist seitdem einfach nicht mehr der Alte. Er knurrt jeden Hund an, stellt die Nackenhaare auf und geht auf Abstand, selbst am Samstag auf dem Hundeplatz war kein "normaler" Kontakt zu anderen Hunden möglich. Er scheint mir einfach misstrauisch zu sein. Hier daheim innerhalb unserer Familie ist er so wie immer, auch im Umgang mit den Kindern. Da er unser erster Hund ist und wir so eine Situation noch nicht hatten, bitte ich Euch "Erfahrene" um Tipps für den weiteren Umgang mit Barney. Ich selbst und auch mein Mann versuchen draußen so zu sein wie immer, meiden die anderen Hunde nicht und gehen auch die gleichen Wege wie sonst.
      Noch eine kurze Frage: Ist es in so einer Situation wie oben beschreiben eigentlich besser, die Leine des Hundes loszulassen oder festzuhalten? Ich habe sie jetzt gehalten, Barney hat aber auch nicht so fest gezogen, dass sie gespannt war. Es spielte sich alles im Umkreis von ca. 1,5m ab.
      Es wäre so schade...er war bisher immer so ein freundlicher Hund, gut sozialisiert und jedem Hund, egal ob alt, jung, klein, groß, gebrechlich, gegenüber aufgeschlossen...
      Falls es ein solches Thema schon mal gegeben hat, bitte ich um Entschuldigung, habe nichts Passendes in der Suchfunktion gefunden.
      wieder da

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Biggy23297“ ()

      Hey! Das hört sich ja nicht so gut an....
      Erst mal zu Deiner ersten Frage würd ich sagen, den Hund laufen lassen, wenn die Umgebung es zulässt und nicht eine stark befahrene Strasse ist, oder sonstige Gefahren bestehen, damit er flüchten kann...
      Im Dunkeln find ich das aber auch immer schwierig, weil man da ja nicht weitsichtig abschätzen kann....
      Dann, denke ich, daß Dein Barney sich von dem Schreck noch nicht erholt hat und an Deiner Stelle würd ich ihn immer wieder versuchen, mit anderen Hunden zusammen zu bringen, damit er merkt, daß jetzt nicht jeder Hund böse ist. Ich hoffe, daß er sich bald von seinem Schock erholt und wieder der Alte ist! Drück Dir die Daumen!! :zustimm:
      Hi Biggi,

      wie verhält sich Barney denn seinen Kumpels gegenüber? Seinem "Freizeitrudel" oder wie man das auch immer nennen mag. Ihr habt doch sicherlich ein paar Hunde in der Gegend, mit denen er immer gut auskam. Lässt er sich durch die nicht wider zur Vernunft bringen?

      War Barney viel kleiner als sein Kontrahent?

      Ich denke, dass Du schon auf dem richtigen Weg bist. Zeige dem kleinen Kerl weiterhin, dass ihm nicht alle Hunde was anhaben wollen. Deine innere Haltung kriegt der Kleene mit und wenn Du die nächsten Tage so selbstverständlich wie immer auf andere Hunde zugehst, wird er es Dir über kurz oder lang wieder nachmachen, denke ich.

      Immer positiv denken!

      Liebe Grüße - Tine


      Seelenhunde hat sie jemand genannt...
      ... jene Hunde, die es nur einmal gibt im Leben,
      die man begleiten durfte und die einen geführt haben auf andere Wege.
      Die wie ein Schatten waren und wie die Luft zum atmen...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Rudeltier“ ()

      Hallo, Barney ist ca. 73cm hoch, sein "Kontrahent" etwas kleiner aber durch dessen sehr dichtes langes Fell (irgendein Schäferhundmix) fiel das nicht auf. Am selben Tag trafen wir seinen "Kumpel", einen 2jährigen Ridgeback, mit dem er sonst sehr gut auskommt (die Beiden schenken sich beim Toben sonst nichts... :wink:), aber der hat Barney da gar nicht interessiert...Abstand, ein tiefes leises Brummen und Weitergehen war da angesagt. Am folgenden Tag war mein Mann ja mit ihm auf dem Hundeplatz, und auch da war erstmal Abstand und noch mehr Unruhe als sonst angesagt. Nur eine läufige Hündin fand er interessant. Auch eben auf unserer Runde war er nicht zur Ruhe zu bringen, ständig schaute er sich um, und alles was sich bewegte war ein Grund sich zu erschrecken. Morgen treffe ich mich mit einer Bekannten und ihrem Labbi "auf der Wiese", mal sehen wie Barney sich da anstellt.
      wieder da
      Guten Abend Biggy!

      Mist! Dein Hunderl scheint ja von der ganz sensiblen Sorte zu sein. Mein kleiner Feigling Thorin wurde auch schon mal gebissen (mit richtigen Zahnlöchern in der Flanke) - ihn hat das aber gar nicht mitgenommen, mit der einen Hündin kommt er sogar noch aus (er wurde von zweien attackiert)- obwohl er sonst echt ein schisser ist.
      Ich habe aber nac h der Attacke fast eine Minute später gleich einen netten Hund getroffen - und unsere Hündin Talba ist auch noch da. Er kann quasi Hundekontakten gar nicht entkommen.

      In Deinem Fall musst Du Dich ganz genau beobachten: Bist Du innerlich doch nervös? Beobachtest Du ihn besonders scharf? Das merkt ein Hund! Du musst völlig gelassen werden - auch innerlich. Und gehe dem Problem nicht aus dem Weg! Suche (nette!) Hundebegegnungen. Am besten ohne leine. Und wie jemand schon schrieb: Leine loslassen. Ich würde die Leine immer loslassen, sollte ein anderer Hund den meinen attackieren.

      Ansonsten: Er muss es mit der Zeit einfach merken, dass nichts mehr passiert.

      Ich kann Dir ein Beispiel von meinem Schisser geben: Er kam an einer Koppel an einen Elektrozaun. ER schrie fürchterlich und rannte ca. 200 m panisch, dann schlich er den Weg entlang runter. Das ist jetzt 2 Monate her und er misstraut dem Weg immernoch. Vor allem, wenn Pferde darauf stehen - die waren wohl das Erste, was er sah, nachdem er den SChlag spürte, er wollte nämlich unter dem Zaun durch und sein rundes Hinterteilchen berührte den Zaun... Es war schrecklich mitanzusehen, wie der Hund da panisch durch die Koppel rannte auf der sich zwei Hengste befanden. Er kroch dann auch platt unter dem Zaun durch. Er hat also gleich gelernt. Und dennoch...

      Bei manchen Hunden kann also eine Angstbewältigung ziemlich lange dauern. Aber nicht aufgeben! ER läuft den Weg auch schon fast wieder normal. Ich versuche ihn möglichst jeden Tag zu gehen. Und so würde ich es an Deiner stelle auch machen. GEhe den Weg, triff Dich dort mit netten Hunden - ohne ihn dabei groß zu beachten. Fordere ihn nicht dazu auf zu spielen, - eine seltsame MEthode, so oder so, wie ich finde.

      Gruß
      Thora
      Zitat Dr. Dorit Feddersen-Petersen "Wo das Beziehungsgefüge stimmt, funktioniert das aufeinander bezogene Verhalten - und die Leine ist eigentlich überflüssig"
      Meinem kleinem Hund ist das passiert als er 9 Wochen alt war, stürzte sich eine ausgewachsene 40cm Hündin auf ihn.
      Seit dem ist es vorbei, andere Hunde die Größer sind als er versucht er anzugreifen, wenn er nicht flüchten kann.


      der andere wurde ziemlich oft von großen Rüden angegriffen und er hat jetzt den spieß umgedreht... der große rüde kann noch so lieb sein...meiner würde ihn anfallen
      Barney war aus familiären Gründen von Donnerstag bis Montag in der örtlichen Hundepension, die dem Hundeplatz wo wir immer sind angeschlossen ist. D.h. er kannte die Leute, die Umgebung, die Atmosphäre. Er verhielt sich dort anderen Hunden gegenüber wie sonst auch. Hier daheim klappt es auch wieder besser. Er begegnet anderen Hunden mit der gleichen Freude wie vorher, er ist aber anfangs noch ein wenig vorsichtig. Doch der Knoten platzt dann ganz schnell. Gestern hat Barney mit meinem Mann den schwarzen Hund getroffen, der ihn angefallen hat. Barney hat hinter meinem Mann Schutz gesucht, der andere Hund ging sofort wieder auf Angriff (er war aber zum Glück angeleint). Mit viel Geduld meines Mannes und großem Kraftaufwand seitens des anderen Hundeführers (nicht der Besitzer) standen sie dann schnuppernd und schwanzwedelnd nebeneinander. Als mein Mann diese Situation auflöste und weiterwollte hatte der andere Hund wieder den Drang auf Barney loszugehen. Mal sehen wie es bei der nächsten Begegnung aussieht... Ob man da wohl gemeinsamen Freilauf an geeigneter Stelle versuchen könnte? Dann kann jeder dem anderen aus dem Weg gehen...
      wieder da
      So mutig wäre ich in der Situation nicht - der andere scheint mir zu unberechenbar. Ich würde erstmal alles tun, um ihn keine schlechte Erfahrungen machen zu lassen, damit er seine Unbekümmertheit anderen Hunden gegenüber ganz wieder gewinnt. Man muss sich ja leider als Hundehalter von dem Gedanken verabschieden - alle können sich vertragen. Dies gibt es leider nicht - meine Hündin wurde mit 12 Wochen von einem Rüden angegriffen. Meine Hündin ist nun 1,5 J. unkastriert und der Rüde würde sie am liebsten immer noch ....!
      Ein Zusammentreffen - nee Danke.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „monty.P“ ()

      Monty, es muß aber nicht immer so laufen! Kiara hatte das mit einer kastrierten Hündin am Anfang auch. Die Hündin hat Kiara gesehen und ist sofort auf sie los. Kiara hat sich aber sofort unterworfen sie sind wieder auseinander gegangen. Das ganze ist zweimal mit der Hündin passiert und dann haben wir das auch so wie Biggy gemacht. Langsam aneinander rangeführt und sie haben sich beschnüffelt und jetzt klappt es mit den beiden.
      Mit dem anderen Hund, kann auch sein, weil Barny (so wie es sich anhört) an der Leine weitergeführt wurde (?) und der andere Hund auch an der Leine war. Am besten ist wirklich, die beiden mal ohne Leine zusammen laufen lassen. Oft klappt das.... Ich würds auch probieren. Man sollte nicht immer so ängstlich sein. Hab ich auch gelernt! :lol:
      Als mein Mann den anderen Hund getroffen hat waren beide angeleint...und der andere eben nicht mit seinem Frauchen sondern mit dem Gassigeher unterwegs, dem er mehr "Respekt" entgegenbringt. Einen "Freilauftreff" der Beiden wollen wir bei Gelegenheit mal machen, wenn es sich ergibt.
      Es ist auf jeden Fall schon mal sehr gut und es macht uns glücklich, dass Barney anderen Hunden gegenüber nicht mehr so skeptisch und ansatzweise "aggressiv" ist. Er hatte ja so zwei/drei Tage wo ihm keiner in die Quere kommen durfte...und das hat uns so irritiert.
      Wir hoffen nun, dass er ein so freundlicher und lebenslustiger Hund bleibt.
      wieder da