Hund aus dem Ausland

      Hallo!


      Original von monty.P
      Was denn nun - der Wolf hat sich selbst dem Menschen angeschlossen -
      und nun sollen sich Wildhunde wieder vom Menschen abkehren ?
      Thallus - was denn nun ?

      Was ist daran nicht zu verstehen? :think:

      Nur weil ein paar Wölfe auf die Idee gekommen sind, aus der alle unsere Hunde hervorgegangen sind, heißt das doch nicht, daß alle Hunde den gleichen Fehler konsequent weiter verfolgen müssen! :wink: :cool:


      Thallus.
      Hallo!

      Meine Güte. Ihr geht mit der Evolutionsbiologie um, als wäre es ein linearer Weg, der immer nur in eine Richtung geht.

      Das ist so dynamisch und komplex, wie die Natur eben so ist. Da gibt es nicht nur "schwarz-weiß".

      Was denn nun - der Wolf hat sich selbst dem Menschen angeschlossen -und nun sollen sich Wildhunde wieder vom Menschen abkehren ?


      Warum denn nicht? Alle Entwicklungen verlaufen ähnlich. Es wird eine neue Evolutionsrichtung ausprobiert und wenn es nicht klappt, dann stirbt die Spezies aus, oder sie entwickelt sich in eine andere Richtung weiter, sie passt sich an.
      Selbstdomestizierung, weil es Vorteile brachte, doch wenn es wie im Fall von z.B. Streunern KEINE Vorteile bringt, dann werden Wege zurück in eine ursprüngliche Richtung bestritten, siehe Beispiel Dingos. Das waren Haushunde wie heute auch, trotzdem sind es mittlerweile richtige Wildhunde, einheitlich wie eine eigene Spezies in Farbe, Größe, Verhalten.
      Der Hund ist wie der Wolf ein Meister der Anpassung, im Hinblick auf Menschen ist der Hund noch flexibler als der Wolf, deshalb denke ich macht gerade diese Tatsache es für Hunde so leicht "wild" unter Menschen zu Leben, sie sind sie gewöhnt.

      Da gibt es auch keinen Unterschied zu anderen Kulturfolgern, wie z.B. Füchsen, Waschbären usw.. Genauso wie Wildtiere ihre Scheu vor Menschen durch Gewöhnung verlieren, verwildern Haustiere und vergrößern ihre Scheu.
      Ich kann mich gut erinnern, dass in Bad Füssing im Kurpark, Meisen, Spatzen und Eichhörnchen den Menschen aus der Hand fressen, hier bei uns wäre so ein Verhalten von Tieren fast unvorstellbar. Kann man so eine Entwicklung in gewisser Weise nicht auch schon Selbstdomestizierung nennen, eine erste Annäherung um Vorteile zu erlangen. Sicher regional beschränkt, doch dieses zutrauliche Verhalten wird von Generation zu Generation weitergegeben und vertieft.

      Ich verstehe nicht, warum man einem Haushund seine eigene Weiterentwicklung missgönnt, ihn ewig klein hält, wie es so viele Hundehalter schon bei ihren eigenen Hunden machen.

      Ciao Mimi
      ..........
      Huhu!

      Original von Thallus
      Hallo!


      Original von DieHilde
      Ein Hund aber - wurde vom MENSCHEN domestiziert, er gehört in unsere Lebenswelt und auch wenn er frei aufgewachsen ist und wild lebt - so tut er dies in der nähe von Menschen!

      Mit dieser Aussage hast Du insofern Recht, als daß wir Menschan halt ÜBERALL sind!



      Was so auch nicht stimmt :biggrin:...

      Und selbst wenn - würde sich kaum ein Vogel freiwillig auf uns Menschen einlassen, es sei denn auf Futter - aber deshalb lässt er sich noch lange nicht greifen, oder ein Dachs oder ein Reh etc...

      Diese Tiere sind eben nicht Domestiziert - wir gehören definitiv nur insofern in ihre Lebenswelt als dass es uns halt gibt - eher als Störfaktor.

      Wie du schon sagst - Wölfe wurden nicht gezwungen sich uns anzuschließen - und selbst wenn Wolfsjunge vom Menschen gezähmt wurden - wir sehen das ja an der natürlichen Scheu heutiger Straßenhundwelpen - hätte das noch lange nicht bedeutet dass sie freiwillig bleiben - sind sie aber.

      Und wir haben sie freiwillig aufgenommen... tja... also doch Verantwortung?


      Original von DieHilde
      Wir sind für diese Tiere bis zu einem gewissen Punkt verantwortlich WEIL sie nicht ganz unabhängig leben.

      Naja! :rolleyes:


      Original von DieHilde
      Aber der Mensch spielt beim Hund IMMER eine Rolle!

      Domestikation kann man nicht "abschütteln" so ein Quatsch!

      Domestikation kann man vielleicht nicht in einer Generation abschütteln.
      Aber wenn die natürliche Auslese möglichst undomestizierte Tiere bevorzugt, dann werden die Tiere immer wilder.

      Ob der Mensch beim Hund "IMMER" eine Rolle spielt, das würde ich stark anzweifeln!

      Nehmen wir doch die australischen Dingos!
      Wo der Mensch ihnen nicht explizit in die Quere kommt, da leben sie auch nicht in seiner Nähe!
      Und die Dingos leben in den australischen Weiten auch ohne Menschen.


      Naja, der Vergleich hinkt aber gewaltig. Schau dir doch mal den Dingo an und schau dir unsere Hunde an - auch die Straßenhunde. Der Dingo bietet ein sehr einheitliches Bild - ähnlich wie der Wolf oder die Hyäne. Es gibt eigentlich nur DEN Dingo - es gibt aber nicht DEN Streuner.

      Und der Dingo - da streiten sich die Geister - ob es ihn schon immer gab, ob er ein ganz früher Nachfahre des Wolfes ist, wie die Menschen mit ihm zusammenhängen etc...
      Ausserdem sprechen wir von AUSTRA`LIEN - weißt du wie groß dieser Kontinent ist und wie die Menschen dort noch vor ein paar Jahren MIT ihren Dingos gelebt haben?

      Ich denke es ist ein gravierender Unterschied zu unserem Kontinent hier.


      Das Problem, was wir hier haben, ist unsere unterschiedliche Perspektive!
      Du gehst von Hunden aus, die vielleicht von ihren Besitzern auf die Straße gesetzt wurden.
      Und Du schließt völlig aus, daß die Nachfahren dieser Hunde (Himmel! Nachkommen DÜRFTEN die doch gar nicht haben! Was sagt denn der Tierschutz!? :eek:) vom Menschen immer unabhängiger werden, wenn man sie läßt!


      1. unterstell mir bitte nicht was ich denke - das was du da schreibst habe ich nirgendwo so geschrieben. Ganz im Gegenteil :eek:

      2. ist es allseits bekannt dass auch die Nachfahren früherer Haushunde nicht jagen gehen sondern sich Abfälle von Menschen suchen. Ich mein - nur mal als Beispiel - schau dir Blochs Straßenhunde an. Sie leben in einem Riesen Rudel zusammen mit Wildschweinen in einem Wald. Wie leicht wäre es für sie - würden sie sich ordentlich zu einer Jagdgemeinschaft zusammenschließen - Schweine zu jagen?

      Tun sie aber nicht - weil sie zu soewas nicht in der Lage sind - im Gegensatz zum Dingo und zum Wolf.

      Wenn sie jagen dann jagen sie wie unsere Haushunde - sie buddeln lustvoll nach Mäusen.

      Ähnlich ist es bei den türkischen Straßenhunden die ja noch unabhängiger von Menschen leben als die Pizzahunde vom Bloch - aber auch die ernähren sich fast ausschließlich von Abfällen die wir Menschen hinterlassen - und schließen sich nicht zu Jagdgemeinschaften zusammen...


      Solange Menschen sich in das Leben von domestizierten Tieren einmischen, solange bleiben diese auch in gewisser Hinsicht abhängig.
      Aber ohne Menschen können domestizierte Arten durchaus überleben!


      Jau - genau - sie können ÜBER leben - mehr aber auch nicht. Das Wort spricht für sich.

      Wenn sie glück haben ÜBERleben sie unsere Autos und LKWs, unser Gift, die Einfang- und Tötungsaktionen, die Schüsse der Jäger...


      Übrigens geht die Fachwelt heute davon aus, daß der Wolf sich selbst domestiziert hat, indem er dem Menschen einfach gefolgt ist, weil für ihn das Überleben so einfacher war.
      Und jetzt möchtest Du uns Menschen die Verantwortung dafür aufbrummen, weil wir uns das gefallen ließen und diese komischen Wölfe nicht zum Teufel gejagt haben! :wink: :lol: :wink:


      Sorry, aber bist du dir im Klaren darüber dass WIR Menschen dieses Wesen nun schon seid Jahrtausenden NUTZEN?
      Er wurde ja erst im letzten Jahrhundert wirklich zum Amüsierteilchen. Dieses Tier hat für uns geackert.

      Ich denke nicht dass es richtig ist ein Tier welches nun zufällig auf der Straße landet und gezwungenermaßen dort überleben muss obwohl es sich für ein völlig anderes Leben evolutioniert hat - einfach seinem Schicksal zu überlassen.

      Du denkst wohl es ist SUUPER für alle wildlebenden Straßenhunde so zu leben?

      Ich meine - wenn du das denkst solltest du dir mal einen Unterschied ansehen: Schau dir Bilder wildlebender Wölfe an - beobachte sie, betrachte ihren Gesundheitszustand, ihre Augen etc...
      DAS sind Tiere die mit dem was sie da haben voll und ganz zufrieden sind. Sie sind mit allem was sie haben auf ein Leben in Freiheit ausgerichtet.

      Und dann schau dir Hunde an - und da sind für mich Blochs Pizzahunde Kein wirkliches Vorbild für "wild lebende Straßenhunde" - denn die leben im Vergleich zu den meisten Straßenhunden wie im Himmelreich, in einem Wald der noch dazu geschützt ist und sogar die Hunde sind geschützt, sie dürfen nicht geschossen werden und nichts, sie bekommen ihr Futter, sie sehen total gut genährt und gesund aus wenn man von den Parasitengeschichten absieht...

      Schau dir richtige Straßenhunde an und dann behaupte dass dieser Hund tatsächlich zufrieden ist mit seiner Situation? Immer auf der Flucht, immer bedroht, immer Hungrig...

      Sorry, aber das kannst du mir nicht erzählen.

      Da behaupte ich ganz dreist - es ist besser die meisten dieser Hunde in Tötungsstationen zu bringen und diesem Leben ein Ende zu setzen denn wenn es die zweite Generation ist haben diese Hunde weder eine Chance in einer Familie noch in der Freiheit - sie verrecken sprichwörtlich - wenn nicht körperlich - dann seelisch.

      Liebe Grüße


      Hilde

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „DieHilde“ ()

      @DieHIlde: Nur eines habe ich an Deinem letzten "Post" auszusetzten: Hunde sind sehr wohl in der Lage richtiges Wild zu jagen und auch zur Strecke zu bringen. Bestes Beispiel sind zwei Hofhunde, die ich bei einem Ausritt schon bei der REhjagd beobachten konnte. Auch scheute mir ein paar Tage später das Pferd, warum? Weil das REh, wohl eindeutig von den Hunden erlegt, zerfleischt im Gras lag. Bei den Hunden handelt es sich um zwei männliche, große, athletische Mischlinge. Sie sind schnell, zäh und kooperieren hervorragend miteinander.
      Auch ist ein Windhund in der Lage, größeres Wild zur Strecke zu bringen. Mein Thorin gibt sich mit Mäusen zufrieden, ja. Aber er hat auch nicht die körperlichen Voraussetzungen ein Reh zu erledigen. Er scheint dies irgendwie zu wissen. Anders hingegen Talba. Sie wäre körperlich und von der Schnelligkeit mit etwas Übung und mit einem entsprechenden Partner dazu durchaus fähig. Auch sie scheint das zu wissen.
      Und bei mir im Ort wurde auch schon ein vom Hund gerissenes Reh gefunden.
      Zitat Dr. Dorit Feddersen-Petersen "Wo das Beziehungsgefüge stimmt, funktioniert das aufeinander bezogene Verhalten - und die Leine ist eigentlich überflüssig"
      Hunde sind sehr wohl in der Lage richtiges Wild zu jagen und auch zur Strecke zu bringen. Bestes Beispiel sind zwei Hofhunde, die ich bei einem Ausritt schon bei der REhjagd beobachten konnte.


      DAS bezweifle ich auch garnicht - aber Streunerrudel tun dies offensichtlich nicht - bzw. tun sie es evtl. deshalb nicht WEIL sie genug Nahrung von Menschen vorfinden. Bzw. genug Kleinwild was leichter und im kleineren Verbund zu jagen ist in der Gegend herumläuft...

      Dass sie zur Jagd nicht in der LAGE wären - habe ich ja nicht behauptet :biggrin:

      Liebe Grüße

      Hilde
      @DieHIlde: Stimmt, die beiden haben wahrscheinlich weniger zu kauen als die Straßenhunde! TRaurig aber wahr, die beiden Rüden müssen wohl jagen gehen. Die Hofhunde auf "Meinem" Hof genauso. Die schleppen oftmals Lammbeinchen oder sonst was an, was auf der Miste lag und fressen das. Aber schäbig sehen die aus, kann ich Dir sagen.

      Wölfe in freier Wildbahn sehen aber auch nicht immer so schön aus, wie man es in vielen Büchern zu sehen bekommt. Habe hier ein Buch von Henryk Okarma - da sieht man auch ganz schön abgerrissene "Ostblock"Wölfe. In Bildbänden die Wölfe stammen, meiner Vermutung nach, häufig aus gut gewartetenWildgehegen.
      Hast Du vielleicht auch die Doku "Die Küstenwölfe" gesehen? Die Wölfe sahen auch eher aus wie abgerissene STreuner als wie prachtvolle Majestäten mit dickem Pelz. - ABer ja, im Grunde hast Du recht: Oftmals sehen Wildtiere (vor allem Füchse und Co. ) vom Fell und den Augen her besser aus, als südländische Streuner.(andrerseits mag das auch daran liegen, das man in de rWildbahn die "Schwachen" nicht so zu Gesicht bekommt, da dort nun mal wirklich nur der "Beste" überlebt - und in südlichen Ländern man versucht die Schwachen zu päppeln... ich stehe wirklich zwisxchen den Fronten und weiß nicht so recht, auf welche Seite ich mich schlagen soll. )
      Zitat Dr. Dorit Feddersen-Petersen "Wo das Beziehungsgefüge stimmt, funktioniert das aufeinander bezogene Verhalten - und die Leine ist eigentlich überflüssig"

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Thora“ ()

      Original von Thora
      @DieHIlde: Stimmt, die beiden haben wahrscheinlich weniger zu kauen als die Straßenhunde! TRaurig aber wahr, die beiden Rüden müssen wohl jagen gehen. Die Hofhunde auf "Meinem" Hof genauso. Die schleppen oftmals Lammbeinchen oder sonst was an, was auf der Miste lag und fressen das. Aber schäbig sehen die aus, kann ich Dir sagen.

      Wölfe in freier Wildbahn sehen aber auch nicht immer so schön aus, wie man es in vielen Büchern zu sehen bekommt. Habe hier ein Buch von Henryk Okarma - da sieht man auch ganz schön abgerrissene "Ostblock"Wölfe. In Bildbänden die Wölfe stammen, meiner Vermutung nach, häufig aus gut gewartetenWildgehegen.
      Hast Du vielleicht auch die Doku "Die Küstenwölfe" gesehen? Die Wölfe sahen auch eher aus wie abgerissene STreuner als wie prachtvolle Majestäten mit dickem Pelz. - ABer ja, im Grunde hast Du recht: Oftmals sehen Wildtiere (vor allem Füchse und Co. ) vom Fell und den Augen her besser aus, als südländische Streuner.(andrerseits mag das auch daran liegen, das man in de rWildbahn die "Schwachen" nicht so zu Gesicht bekommt, da dort nun mal wirklich nur der "Beste" überlebt - und in südlichen Ländern man versucht die Schwachen zu päppeln... ich stehe wirklich zwisxchen den Fronten und weiß nicht so recht, auf welche Seite ich mich schlagen soll. )


      Weißt du, das Dilemma an der Geschicht ist einfach - dass man einfach noch keinen Weg gefunden hat gut mit den Straßenhunden im Süden umzugehen.

      Sie einfach ihrem Schicksal überlassen halte ich genauso falsch wie ihnen ständig Futter zu geben oder sie einzufangen und zu vermitteln.

      Aber über das Thema haben sich sicher schon schlauere Köpfe wie ich Gedanken gemacht und haben noch keine Lösung gefunden - also können wir in diesem Forum wohl auch keine endgültige Lösung finden.

      Weißt du - sicher bekommen wir die schwachen und kranken Wildtiere nicht sooo zu Gesicht - aber es ist auch einfach natürlicher wenn diese im Wald - in ihrem Lebensfeld sterben.

      Den Straßenhunden gegenüber haben wir zumindest die Verantwortung - sie wenn sie in Not sind zu erlösen. Dann gibt es auch Bilder wie von zu Gerippen ausgehungerten Hunde nicht mehr - das muss nämlich nicht sein.

      Und auch erschlagen gehört kein Straßenhund - genausowenig wie sie vergiftet gehören.

      Genausowenig wie scheue Straßenhunde in der zweiten Generation in irgendwelche Familien gehören...

      Liebe Grüße

      Hilde
      Original von DieHilde


      Genausowenig wie scheue Straßenhunde in der zweiten Generation in irgendwelche Familien gehören...

      Liebe Grüße

      Hilde


      Ich hab mich nur gerade gefragt: woher will man denn wissen, dass gerade der Hund, den man aus der Tötungstation retten oder der irgendwie verletzt eingefangen wird nun aus zweiter Generation ist. Alles, was man weiß, ist dass sie streunender Strandhund war und von Tierfängern in die Tötungsstation gebracht wurde.

      Also ich weiß das nicht von Mona und es wäre mir auch völlig egal.

      Wir passen super zusammen und ich behaupte, wir sind beide sehr glücklich miteinander - wie auch immer sie vorher gelebt hat.
      LG Anna



      *** Tadler und Spötter lass ich lachen - wünsch nur , dass sie`s besser machen ***
      Hallo!


      Original von DieHilde
      Und selbst wenn - würde sich kaum ein Vogel freiwillig auf uns Menschen einlassen, es sei denn auf Futter - aber deshalb lässt er sich noch lange nicht greifen, oder ein Dachs oder ein Reh etc...

      Diese Tiere sind eben nicht Domestiziert - wir gehören definitiv nur insofern in ihre Lebenswelt als dass es uns halt gibt - eher als Störfaktor.

      Ich habe nicht behauptet, daß jeder (zahme) Spatz domestiziert ist.
      Und doch besteht die Chance, daß er irgendwann einmal domestizert wird!


      Original von DieHilde
      Und wir haben sie freiwillig aufgenommen... tja... also doch Verantwortung?

      Wir nehmen auch jede Taube, die uns in den Mund fliegt, freiwillig an.

      Aber es geht um etwas ganz anderes!
      Das Problem ist, daß Leute, die so argumentieren wie Du, automatisch annehmen, daß mit der Domestikation die Tiere von der Evolution ausgeschlossen werden!


      Original von Mimi
      Ich verstehe nicht, warum man einem Haushund seine eigene Weiterentwicklung missgönnt, ihn ewig klein hält, wie es so viele Hundehalter schon bei ihren eigenen Hunden machen.

      Das ist aber mit meiner Aussage oben ganz einfach zu verstehen!
      Wir Menschen sind die Krone der Schöpfung!
      Wir sind ganz oben angelangt, wo wir auch ewig zu bleiben haben!
      Der Regenwurm hat vor Jahrmilliarden aufgehört, sich zu entwickeln (wahrscheinlich aufgrund fehlenden Ehrgeizes)!
      Und deshalb sind wir einfach besser als alles andere!
      Und ob unserer fast göttlichen Lage müssen wir Verantwortung für alles und jedes übernehmen!

      Ich bitte, bei diesen Aussagen, die darin enthaltene Ironie zu beachten!

      Das Problem ist nämlich, daß (fast) jeder meint, unsere Situation im Sinne der Evolution statisch ist. Das scheint aber nur so, weil wir nur im Bereich unserer Lebensspanne zu denken gewöhnt sind!

      Der Regenwurm von heute ist ein an die heutigen Bedingungen angepaßter Regenwurm. Er mußte genauso gut wie wir den Herausforderungen der Evolution trotzen!!
      Und weil er sich anscheinend wesentlich weniger verändert hat als wir, kann man sogar getrost behaupten, daß er das erfolgreichere Modell ist! :smile:

      Hunde entwickeln sich so oder so! Ob wir Menschen Einfluß üben oder nicht!
      Nur hat gerade in den letzen Jahrzehnten der menschliche Einfluß dem Hunde gar nicht gut getan. Ob bei Qualzuchten oder bei der Vermenschlichung der Straßenhunde!
      Konsequent die Verantwortung übernehmen, würde vermutlich bedeuten, alles anzuzünden, zu vergiften oder in die Luft zu jagen (wobei wir uns anscheinend gerade befinden)!


      Original von DieHilde
      Naja, der Vergleich hinkt aber gewaltig. Schau dir doch mal den Dingo an und schau dir unsere Hunde an - auch die Straßenhunde. Der Dingo bietet ein sehr einheitliches Bild - ähnlich wie der Wolf oder die Hyäne. Es gibt eigentlich nur DEN Dingo - es gibt aber nicht DEN Streuner.

      Der Vergleich hinkt keineswegs!
      Der Dingo hat bereits die turbulenten Anfänge (besser gesagt den turbulenten Abschnitt) seiner Evolution hinter sich gelassen.
      Und er wurde jahrtausendelang nicht von Menschen züchterisch gequält!

      Der Dingo ist ein an seine Umwelt höchst angepaßtes Wesen. Daß er so einheitliche Gestalt hat, zeigt dies doch überdeutlich!
      Die Natur hat aufgehört, wild herumzuexperimentieren!


      Original von DieHilde
      Ausserdem sprechen wir von AUSTRA`LIEN - weißt du wie groß dieser Kontinent ist und wie die Menschen dort noch vor ein paar Jahren MIT ihren Dingos gelebt haben?

      Genau das ist der Witz!
      Die Aborigines haben vielleicht ein paar gefangen und soweit gezähmt (gezähmt, weil innerhalb der Prägephase aufgenommen), aber sie haben sie niemals gezüchtet, ja nicht einmal zugelassen, daß sie sich vermehrten.

      Daß Dingos nicht schon immer in Australien gelebt haben, dessen ist man sich jedenfalls ziemlich sicher!
      Australien ist ein sehr schönes Beispiel, das zeigt, wohin es führt, wenn man Hunde sich selbst überläßt!


      Original von DieHilde
      Ich denke es ist ein gravierender Unterschied zu unserem Kontinent hier.

      Der gravierendste Unterschied ist, daß der Dingo in Ruhe gelassen wurde!


      Original von DieHilde
      Wie leicht wäre es für sie - würden sie sich ordentlich zu einer Jagdgemeinschaft zusammenschließen - Schweine zu jagen?

      Tun sie aber nicht - weil sie zu soewas nicht in der Lage sind - im Gegensatz zum Dingo und zum Wolf.

      Nein, Dingos bevorzugen Tiere, die sie allein ohne Hilfe überwältigen können!
      Deshalb sind Dingos bei Rinderhaltern sehr beliebt (Dingos dezimieren die Nahrungskonkurrenten der Rinder), während Schafhalter Dingos absolut nicht abkönnen, weil Schafe von Dingos überwältigt werden können.
      So einfach ist es denn doch nicht, DieHilde! :smile:


      Original von DieHilde
      Ähnlich ist es bei den türkischen Straßenhunden die ja noch unabhängiger von Menschen leben als die Pizzahunde vom Bloch - aber auch die ernähren sich fast ausschließlich von Abfällen die wir Menschen hinterlassen - und schließen sich nicht zu Jagdgemeinschaften zusammen...

      Evolution funktioniert ja nicht so, daß das aus uns Erstrebenswerteste (z.B. die souveräne Jagd) erreicht wird, sondern daß eine ökologische Nische möglichst gut besetzt wird.
      Warum sollten Hunde eine aufwändige Jagd betreiben, wenn ihnen menschlicher Müll in Hülle und Fülle zur Verfügung steht?
      Wozu, frage ich?


      Original von DieHilde
      Jau - genau - sie können ÜBER leben - mehr aber auch nicht. Das Wort spricht für sich.

      Wir alle "ÜBER leben"!!!
      Vielleicht fühlst Du Dich als Mensch richtig wohl!
      Und vielleicht fühlt sich der Straßenhund ja noch wohler, auch wenn DU aus DEINER menschlichen Sicht das nicht einsehen kannst!
      Um zu wissen, wie ein Hund über seine Lage fühlt, müßte man Hund gewesen sein!


      Original von DieHilde
      Wenn sie glück haben ÜBERleben sie unsere Autos und LKWs, unser Gift, die Einfang- und Tötungsaktionen, die Schüsse der Jäger...

      Und wenn wir Glück haben, "ÜBER leben" wir auch Straßenverkehr, Seuchen, Umweltgifte, Anfeindungen unserer Arbeitskollegen und das Abendprogramm von RTL!

      Ich würde meinen, daß ein niveauvoller Außerirdischer vielleicht Einsehen mit uns hätte und uns einfach wegzappen würde! :wink:
      Ob uns das paßt oder nicht! :eek:


      Original von DieHilde
      Sorry, aber bist du dir im Klaren darüber dass WIR Menschen dieses Wesen nun schon seid Jahrtausenden NUTZEN?
      Er wurde ja erst im letzten Jahrhundert wirklich zum Amüsierteilchen. Dieses Tier hat für uns geackert.

      Ehrlich, DieHilde!
      Du hast eine sehr begrenzte Sichtweise!
      Wir Menschen nutzen "unsere" Hunde?
      Und sie ackern für uns?
      Ja?
      Wirklich?

      Und wie steht es mit den Vorteilen der Hunde?
      Hm?

      Zwei Fragen!
      1) Wieviel Wölfe gibt es auf dieser Welt?
      2) Wieviel Hunde gibt es auf dieser Welt?

      Na gut! Noch eine dritte Frage!
      3) Was glaubst Du, wer ist an unsere Welt besser angepaßt? Der Wolf oder der Hund?

      Schade, daß man hier im Forum Wörter nicht blinken lassen kann! :rolleyes:
      Ich glaube, der Hund hat einen äußerst geringen Preis dafür bezahlt, daß seine Art den Kontinent beinahe so gut bevölkern konnte wie der Mensch!
      Auch wenn wir sehr individuell oder besser gesagt egoistisch zu denken gewohnt sind, spielt die Natur ein ganz anderes Lied, als wir gerne mitsummen würden.


      Original von DieHilde
      Ich meine - wenn du das denkst solltest du dir mal einen Unterschied ansehen: Schau dir Bilder wildlebender Wölfe an - beobachte sie, betrachte ihren Gesundheitszustand, ihre Augen etc...
      DAS sind Tiere die mit dem was sie da haben voll und ganz zufrieden sind. Sie sind mit allem was sie haben auf ein Leben in Freiheit ausgerichtet.

      Und dann schau dir Hunde an - und da sind für mich Blochs Pizzahunde Kein wirkliches Vorbild für "wild lebende Straßenhunde" - denn die leben im Vergleich zu den meisten Straßenhunden wie im Himmelreich, in einem Wald der noch dazu geschützt ist und sogar die Hunde sind geschützt, sie dürfen nicht geschossen werden und nichts, sie bekommen ihr Futter, sie sehen total gut genährt und gesund aus wenn man von den Parasitengeschichten absieht

      Eines muß man Dir lassen, DieHilde!
      Du bist sehr konsequent, was das Ignorieren der übergeordneten Fakten angeht.
      Die Straßenhunde sind oft in einem schlechten Zustand, weil sie erst dabei sind, sich anzupassen.
      Und weil wir Menschen uns immer wieder einmischen!
      Wenn wir Menschen jene erbarmungswürdigen Hunde füttern und damit ermöglichen, daß sie sich noch ein paar weitere Monate durchs Leben schleppen, tun wir ihnen und ihrer Art wirklich damit einen Gefallen?
      Und tun wir dies, wenn wir sie einfangen und mit Flohpulver überschütten und gegen alles Mögliche impfen?
      Nein!
      Denn ihre Nachkommen werden genauso erbärmlich sein, und was noch wichtiger ist, es wird damit der Art die Möglichkeit genommen, sich zügig zu entwickeln. "Zügig", denn letztendlich siegt am Ende doch die Natur.

      Btw: Genauso gewinnt letztendlich das Chaos, weil es nämlich besser organisiert ist!


      Original von DieHilde
      Schau dir richtige Straßenhunde an und dann behaupte dass dieser Hund tatsächlich zufrieden ist mit seiner Situation? Immer auf der Flucht, immer bedroht, immer Hungrig...

      Bist Du immer zufrieden, vor allem wenn Du das Problem siehst, was Du nicht lösen kannst?
      Ich vermute fast die Hunde in Deinem Beispiel könnten vielleicht besser dran sein!


      Thallus.
      Hallo Hilde!

      Vorweg: Irgendwie sind wir trotzdem nicht sooo unterschiedlicher Meinung Hilde, zumindest waren wir das früher nie :wink::

      Den Straßenhunden gegenüber haben wir zumindest die Verantwortung - sie wenn sie in Not sind zu erlösen.
      Genausowenig wie scheue Straßenhunde in der zweiten Generation in irgendwelche Familien gehören...


      Nichts anderes denke ich auch.

      Trotzdem muss ich noch einige Ausführungen machen, weil es halt genau mein Interessensbereich ist.

      Und selbst wenn - würde sich kaum ein Vogel freiwillig auf uns Menschen einlassen, es sei denn auf Futter - aber deshalb lässt er sich noch lange nicht greifen, oder ein Dachs oder ein Reh etc...


      Natürlich würden Tiere das tun, nichts anderes ist der erste Schritt zur Selbstdomestizierung. Wölfe, die dem Menschen gefolgt sind, um sich von ihren Abfällen (Futter) zu ernähren, die erst Annäherung überhaupt.

      Naja, der Vergleich hinkt aber gewaltig. Schau dir doch mal den Dingo an und schau dir unsere Hunde an - auch die Straßenhunde. Der Dingo bietet ein sehr einheitliches Bild - ähnlich wie der Wolf oder die Hyäne. Es gibt eigentlich nur DEN Dingo - es gibt aber nicht DEN Streuner.

      Und der Dingo - da streiten sich die Geister - ob es ihn schon immer gab, ob er ein ganz früher Nachfahre des Wolfes ist, wie die Menschen mit ihm zusammenhängen etc...
      Ausserdem sprechen wir von AUSTRA`LIEN - weißt du wie groß dieser Kontinent ist und wie die Menschen dort noch vor ein paar Jahren MIT ihren Dingos gelebt haben?

      Ich denke es ist ein gravierender Unterschied zu unserem Kontinent hier.


      Da ich natürlich auch gerade Blochs neues Buch lese, habe ich dazu eine andere Meinung, da steht z.B.: "Alle Mitglieder der Großen Gruppe zeigen in Bezug auf Größe und Körperform relative Einheitlichkeit."

      Natürlich noch mit einer großen Variabilität z.B. in der Fellfarbe.

      Aber im Vergleich mit Dingos, stehen diese Hunde am Anfang ihres Weges zurück in die Wildnis, also ist hier Uneinheitlichkeit kein Argument.

      Auch denke ich nicht, dass es bei der Evolution wichtig ist, wo auf der Erde man sich befindet. Australien war ein über einen sehr langen Zeitraum isolierter Kontinent, auf dem sich eine völlig andersartige Fauna entwickeln konnte, zunächst ohne Störung von außen.
      Trotzdem besetzten auch dort sämtliche Tierarten ökologische Nischen, die in ähnlicher, wenn nicht fast identischer Form in anderen Erdteilen von anderen Tierarten besetzt wurden. Die Känguruhs waren die großen Weidegänger, die Beutelwölfe waren Raubtiere, wie die Caniden.

      Durch die Isolierung aber, durch die fehlende Störung, könnte man sagen, schaltete dort die Evolution einen Gang runter, so dass die dortige Fauna nicht durchsetzungsfähig gegen die sich viel schneller und höherentwickelnde Fauna auf dem eurasischen Kontinent war. So ähnlich verlief es auch zwischen süd- und nordamerikanischer Fauna.

      Dann kamen die ersten Hunde, die sich zum Dingo entwickelten. Sie waren Raubtieren wie dem Beutelwolf trotz ihrer früheren Domestikation haushoch überlegen und trugen leider auch zu seiner Verdrängung/Ausrottung bei.

      Allein dieses Entwicklungsbeispiel zeigt, wie wenig ausschlaggebend die Domestikation war, wie Überlegen so ein Canide ist, wie anpassungsfähig.

      2. ist es allseits bekannt dass auch die Nachfahren früherer Haushunde nicht jagen gehen sondern sich Abfälle von Menschen suchen. Ich mein - nur mal als Beispiel - schau dir Blochs Straßenhunde an. Sie leben in einem Riesen Rudel zusammen mit Wildschweinen in einem Wald. Wie leicht wäre es für sie - würden sie sich ordentlich zu einer Jagdgemeinschaft zusammenschließen - Schweine zu jagen?


      Zu allererst ist es einfach einfacher sich von etwas zu ernähren, dass es Dank des Menschen im Überfluss gibt.
      Wie Beobachtungen in Rumänien zeigen, schmähen dort auch Wölfe keine Abfälle. Warum jagen, wenn die Pizza frei Haus geliefert wird?!
      Jedes Tier geht den Weg des geringsten Widerstandes, das ist völlig natürlich und hat nichts mit Domestizierung zu tun.

      Blochs Hunde sind nicht so groß, kräftig und schwer wie Wölfe, Straßenhunde sind alle in etwa mittelgroß. Wildschweine sind äußerst starke, wehrhafte Tiere, da hätten auch mehrere Hunde Probleme mit einem klar zu kommen, vor allem wo die Rotte immer in der Nähe bleibt.
      Es wäre schön blöd von den Hunden mit so einem Tier im Beutespektrum anzufangen. In ein paar Generationen vielleicht, man weiß ja nicht.

      Und warum müssen Caniden immer riesige Beutetiere reißen?
      Hunde sind KEINE Wölfe! Im Lebensraum von Hunden kommen keine großen Beutetiere vor, keine Wiesente, Hirsche, nicht wie bei Wölfen.

      Wölfe gehören zu den wenigen Caniden, die so große Beutetiere reißen und da auch nicht alle Arten. Der Mähnenwolf ist ein Kleintierjäger (Mäuse).
      Der Fuchs ebenso, der ernährt sich auch hin und wieder vegetarisch, genauso wie der Marderhund, der sogar schwerpunktmäßig Vegetarier ist, das sind alles Caniden!
      Auch das, hat NICHTS mit Domestizierung zu tun.

      Jau - genau - sie können ÜBER leben - mehr aber auch nicht. Das Wort spricht für sich.

      Wenn sie glück haben ÜBERleben sie unsere Autos und LKWs, unser Gift, die Einfang- und Tötungsaktionen, die Schüsse der Jäger...


      Das gilt dann für alle anderen Tiere dieser Welt auch, Tiere die nicht so dominant auf diesem Planeten sind und mit Sicherheit mindestens so lange überleben wie Menschen.
      Erst vor kurzem wurde eine Delfinart als Ausgestorben abgestempelt. Hätte man sich nicht vielleicht lieber um die Kümmern sollen?

      Natürlich steht ÜBERleben im Vordergrund, überall, kein Tier in der Wildnis hat ein "leichtes" Leben, so wie wir Menschen (einige zumindest, die die hier am PC hocken können z.B. :think:).
      Was sollen den Hunde sonst tun? Glaubst Du, sie sind in ihrem Straßenrudel nicht glücklich? Oder einfach mit dem Leben, das sie kennen und gewohnt sind? Wenn ich von heute auf Morgen im Urwald leben müsste, wäre ich sicher nicht glücklich, das gilt auch für "Gerettete", mag sein, dass es einigen wirklich dreckig ging und sie tun mir leid, manchen muss oder kann man vielleicht auch helfen.
      Doch trotzdem bricht für viele eine Welt zusammen, wenn sie plötzlich in einer anderen landen, egal, wie gut es ihnen dort geht und wie man denkt, dass es ihnen jetzt gut gehen muss.

      Möglicherweise klinge ich wie ein Unmensch, weil ich mich eben auf Mutter Natur verlasse.
      Trotzdem hat sicher noch keiner von Euch ne "Mund-zu-Mandibel-Beatmung" bei nem Laufkäfer gemacht um ihn zu retten, aber ich, denn ich schätze jedes Tier, aber menschliche Einmischung MUSS ihre Grenzen haben, zumal sie eben oft mehr kaputt macht als repariert.

      Du denkst wohl es ist SUUPER für alle wildlebenden Straßenhunde so zu leben?
      Ich meine - wenn du das denkst solltest du dir mal einen Unterschied ansehen: Schau dir Bilder wildlebender Wölfe an - beobachte sie, betrachte ihren Gesundheitszustand, ihre Augen etc...
      DAS sind Tiere die mit dem was sie da haben voll und ganz zufrieden sind. Sie sind mit allem was sie haben auf ein Leben in Freiheit ausgerichtet.


      Woher wollen wir das wissen? Jeder Weg zur Weiterentwicklung ist steinig, viele werden untergehen, aber nur so, kann diese Unterart gesunden, stark und überlebensfähig werden. Wir kennen doch alle die Prozentangaben, wie gering die sind, bei den Überlebensraten von Tieren.

      Und Wölfe sehen nur auf den heroischen Medienbildern so toll und gesund aus, werden ja auch nur die gezeigt. Doch alleine die Welpensterblichkeit in den ersten Monaten sagt viel darüber aus, wie streng die natürliche Auslese ist. Wölfe denen halbe Ohren weghängen, weil sie in ne böse Rauferei geraten sind. Alte Wölfe, deren Abwehr so geschwächt ist, dass sie von Parasiten dahingerafft werden, das Leben in der Natur ist nicht heiterer Sonnenschein, egal wie angepasst ein Tier ist.

      Auch dies zeigt aber wieder, dass sich Straßenhunde trotz dieser strengen Auslese unter wilden Verwandten in gleichem Maße durchsetzen, denn es werden ja nicht weniger.
      Wie kommt das, wenn sie doch so schwach und abhängig sind?

      Ich habe kürzlich erst Straßenhunde auf Madeira beobachten können, das habe ich schon irgendwo mal geschrieben. Möglicherweise haben sie es auf der Insel, einer westlich geprägteren Gesellschaft leichter, als andere.
      Ich habe KEINEN einzigen unterernährten Straßenhund gesehen, KEINEN kranken, KEINEN der eine übermäßige Scheu vor Menschen hatte. Ich habe tolle Hunde getroffen, Hunde die völlig cool auf nem 30 cm breiten Brückenabsatz schliefen, wo es neben ihnen 300 Meter in die Tiefe ging. :eek:

      Ich habe aber auch schon einen "geretteten" Hund von Madeira kennengelernt, schon viel früher. Eine total durchgeknallte, ängstliche, verstörte Hündin, als ich dann auf Madeira war und mir das einfiel, dachte ich nur: "Wie kann das sein?" Den Hund den ich damals traf, kann doch nicht von hier stammen.
      Alle Menschen (Einheimische), die ich im Umgang mit den Streunern sah, waren von neutral bis freundlich, ich habe nie jemandem nach einem Hund treten sehen. Ich habe Straßenhunde auf den Märkten erlebt, die man mit dem Fuß zur Seite geschoben hat, weil die keinen Millimeter gewichen sind, diese Hunde haben unmöglich schlechte Erfahrungen mit Fußtritten gemacht.
      Trotzdem gibt es Leute, die meinen solche Hunde retten zu müssen.

      Ciao Mimi
      ..........
      Streundende Hunde sollen also in Italien, Spanien, etc. wieder wild und frei leben und wir können dieses Prozess beschleunigen, in dem wir sie in Ruhe lassen?
      Es sollte also kein Müll rumstehen, damit sie nicht den einfachsten Weg zum Futter gehen?

      Die Tierschützer sollten sich raushalten, damit es soweit kommt. Es müsste sich aber wirklich jeder Mensch raushalten!

      Ich musste da jetzt mal grade drüber nachdenken: wo soll denn der Lebensraum für solche Tiere sein? Es gibt doch garkeinen mehr! In Europa sowieso nicht. Der Hund ist halt kein Regenwurm und wird auch bestimmt keiner. Zumindest nicht "zügig".

      Wie lange würde es dauern bis die Menschen so verändert sind, dass sie sich gegenüber freilaufenden Hunden genauso verhalten, wie gegenüber einem was weiß ich Löwen , Wolf oder so?

      Ich glaube, das ist fast unmöglich, weil der Hund einfach ein anderes Bild in der Gesellschaft hat; nicht dass eines Wildtieres. Dass würde genausowenig funktionieren, wie den Wunsch ALLE Hunde zu "retten" und ihnen ein tolles Leben bieten zu wollen.

      Wie Hilde schon gesagt hat, es gibt noch keine dolle Lösung dafür, da haben sich schon viel mehr Leute, den Kopf zerbrochen. Ich habe auch keine, aber das mit dem "völligen in Ruhe lassen" und dann entwickeln die sich schon, halte ich für sehr absurd - logischerweise genauso wie die Idee, dass alle zu retten sind.
      LG Anna



      *** Tadler und Spötter lass ich lachen - wünsch nur , dass sie`s besser machen ***
      @Peanut: Nur eine kleine Anmerkung von mir: Auch in deutschen Groß-Städten (München, Stuttgart, Karlsruhe, Leipzig etc) leben Füchse. Sie leben auf Friedhöfen, in verwilderten Gärten und was weiß ich noch wo überall - und? Man bekommt ihr Dasein so gut wie gar nicht mit. Auch hier stieren die Füchse in den Mülltonnen herum. Nachts. Heimlich, leise - bei der geringsten Bewegung eines Zweibeiners verschwindent. Ich habe sie beobachtet. und ich habe Thorin beobachtet. Hätte er noch Eier.. und hätte man ihn in Italien gelassen - er wäre ein fuchsähnlicher Streuner geworden. MIt guten Überlebenschangen, weil er sehr vorsichtig und scheu ist, dazu noch intelligent, wahnsinnig schnell.
      Um die Brücke vom Fuchs zum Streuner zu schlagen:
      Ich glaube nicht, dass es verwildernten Streunern an Lebensraum mangeln w ürde, wenn selbst ursprünglichste Wildtiere wie der Fuchs einer ist, zu kulturfolgern geworden sind.
      Zitat Dr. Dorit Feddersen-Petersen "Wo das Beziehungsgefüge stimmt, funktioniert das aufeinander bezogene Verhalten - und die Leine ist eigentlich überflüssig"
      Wäre da dann noch der kleiner Unterschied, dass der Hunde seit was weiß ich wann, als bester Freund des Menschen gilt. Das war der Fuchs oder das Eichhörnchen nie. Hier ist eine ganz andere Richtung eingeschlagen worden. Man müsste in den Köpfen von Millonen Menschen, das Bild vom Hund umändern. Das funktioniert meiner Meinung nach nicht. Es hat noch nie funktioniert, die Geschichte umzukehren. Man kann nicht vor , zurück, vor und wieder paar Schritte zurück. Selbst wenn s der Hund könnte, der der mensch kriegt das nicht hin.
      LG Anna



      *** Tadler und Spötter lass ich lachen - wünsch nur , dass sie`s besser machen ***
      Hallo Peanut!

      Es sollte also kein Müll rumstehen, damit sie nicht den einfachsten Weg zum Futter gehen?

      Die Tierschützer sollten sich raushalten, damit es soweit kommt. Es müsste sich aber wirklich jeder Mensch raushalten!

      Ich musste da jetzt mal grade drüber nachdenken: wo soll denn der Lebensraum für solche Tiere sein? Es gibt doch garkeinen mehr! In Europa sowieso nicht. Der Hund ist halt kein Regenwurm und wird auch bestimmt keiner. Zumindest nicht "zügig".


      Wieso soll kein Müll rumliegen? Ist doch kein Thema wenn die Hunde den fressen, machen Wildtiere ja auch.

      Nur die Menschen sollten sich raushalten, das stimmt. Aber zum Raushalten gehört natürlich auch, die Hunde nicht zu quälen (das stand für mich auch nie zur Debatte), sondern in Frieden zu lassen.

      Und Lebensraum ist überall, trotz Menschen. Habe ich doch schon ausführlich erklärt. Der Hund ist in diesem Fall sogar äußerst angepasst und überlegen, denn er ist ja "dank" seiner Domestikation an Menschen gewöhnt, er kann sie einschätzen, reagiert flexibel darauf, das bringt ihm viele Vorteile auf seinem Weg zurück zum Ursprung.
      Wenn man überhaupt von einem Weg zurück sprechen kann. Es ist ein Entwicklungsschritt nach vorne, eine neue ökologische Nische wird erobert, eine, in die ein Wildtier nur schwer vordringen kann, was ein weiterer Vorteil für einen Hund ist. Keine oder kaum Konkurrenz, was die Entwicklung wiederum beschleunigt und die Position festigt.

      Wie lange würde es dauern bis die Menschen so verändert sind, dass sie sich gegenüber freilaufenden Hunden genauso verhalten, wie gegenüber einem was weiß ich Löwen , Wolf oder so?


      Das geht dann ja wieder vom Menschen aus, mit der Entwicklung des Hundes, hat das aber nichts zu tun. Hier muss Aufklärung betrieben werden, das ist viel besser als sinnlos zu retten.

      Aber natürlich ist das mehr als schwer. Auch hier in Deutschland wird geackert um die Akzeptanz der ersten freilebenden Wölfe zu erreichen. Doch auch hier gibt es immer wieder Querschläger, wenige, doch werden es die Gleichen sein, die es in südlichen Ländern in viel größerer Zahl gibt.

      Aber man muss ganz klar trennen zwischen: "Menschenproblem und Hundeproblem".

      aber das mit dem "völligen in Ruhe lassen" und dann entwickeln die sich schon, halte ich für sehr absurd


      Erstmal findet Evolution ständig statt, sie stagniert NIE, wie kommst Du also darauf, dass sich Hunde nicht weiterentwickeln? Gibt es dazu ne evolutionsbiologische These? Quellen?

      Dann gibt es für solche Entwicklungen unwiederlegbare Gesetzmäßigkeiten.
      Alleine die Bekannten "Räuber-Beute-Populationskurven" sind ein Beispiel dafür, wie sich Räuber und Beute ohne Einmischung die Waage halten. Selbst wenn man nur eine Population für sich, ohne Einflüsse betrachtet, wächst diese zunächst exponentiell an, beginnt die Zahl irgendwann zu stagnieren um dann rasch wieder abzufallen.
      Ein Lebensraum verkraftet nunmal nur eine gewisse Populationsgröße, ist die überschritten wird auf natürliche Weise reguliert/selektiert.

      Ciao Mimi
      ..........
      Hallo!

      Ich schon wieder, ich kann nicht mehr aufhören, dabei muss ich das ganze Wochenende durchwandern und brauche meinen "Schönheitsschlaf" :smile:

      @Peanut

      dass der Hunde seit was weiß ich wann, als bester Freund des Menschen gilt.


      Naja, das ist ne rein emotionsgeladene Aussage und beweist leider nur, dass der Mensch doch einen starken Unterschied macht zwischen einem Tier das er kennt und "putzig" findet ohne jegliche Betrachtung über den Tellerrand, dass andere Spezies viel stärker bedroht, viel schutzwürdiger und teilweise auch viel wichtigere Rollen für ganze Ökosysteme spielen, also Schlüsselarten sind, die auf keinen Fall verschwinden dürfen.

      Mal ehrlich, Hunde sterben nicht so schnell aus, da sieht es bei ihren Ahnen schon ganz anders aus.
      Und ich betone nochmal, das hat jetzt absolut NICHTS damit zu tun, dass man KEIN TIER auch keinen Hund irgendwie quälen soll.

      Es fällt mir nur auf, das viele ihr Kuscheltier für unersätzlich halten, sich helfersyndrommäßig für die Rettung einsetzen und das ganze andere schutzwürdige Leben links liegen lassen, als gäbe es NUR Hunde, die gerettet werden müssten, als kämen die wie Kleinkinder NIE ohne uns Menschen zurecht.
      Leute Kinder werden erwachsen, ihr müsst sie aber auch lassen.

      Das war der Fuchs oder das Eichhörnchen nie.


      Ja, noch nicht. Es gab eine russische Wissenschaftsgruppe, die in einer Fuchsfarm Domestikationsversuche mit Füchsen gemacht hat. Die Resultate waren unglaublich. Füchse mit Schlappohren, die bellen mit weißen oder geflecktem Fell. Das sind typische Domestikationsmerkmale. Ebenso das Verhalten: ausgesprochen menschenoffen.
      Ich habe in diesem Zusammenhang auch diese Aussage gehört: Füchse wären die besseren Hunde geworden, so ähnlich lautete die.

      Man müsste in den Köpfen von Millonen Menschen, das Bild vom Hund umändern. Das funktioniert meiner Meinung nach nicht. Es hat noch nie funktioniert, die Geschichte umzukehren. Man kann nicht vor , zurück, vor und wieder paar Schritte zurück. Selbst wenn s der Hund könnte, der der mensch kriegt das nicht hin.


      Nun, bezogen auf viele südländische Länder ist der Hund aber nicht der beste Freund des Menschen, bei uns schon. Welches Bild also ändern?

      Hier haben wir wieder das Menschenproblem. Was kann der Hund, der sich entwickelt dafür, dass der Mensch das im Moment nicht macht, sondern leider immer blöder wird.
      Wir können uns noch so sehr einmischen, es wird zum Glück nicht alle Hunde aufhalten oder wie es in "JurassicPark" so schön hieß: "Das Leben findet einen Weg".

      Auch hierfür sind Blochs Hund ein schönes Beispiel. Diese haben die Stadt bereits verlassen, um noch einen Schritt eigenständiger zu werden. Früher oder später wird eine Gruppe die Futterplätze verlassen und irgendwann hört man von irgendwelchen Caniden im Naturpar, die man nie zu Gesicht kriegt, weil sie so scheu sind.

      Drücke diesen Hunden alle Daumen.

      Ciao Mimi
      ..........
      Hallo!


      Original von Mimi
      Ja, noch nicht. Es gab eine russische Wissenschaftsgruppe, die in einer Fuchsfarm Domestikationsversuche mit Füchsen gemacht hat. Die Resultate waren unglaublich. Füchse mit Schlappohren, die bellen mit weißen oder geflecktem Fell. Das sind typische Domestikationsmerkmale. Ebenso das Verhalten: ausgesprochen menschenoffen.
      Ich habe in diesem Zusammenhang auch diese Aussage gehört: Füchse wären die besseren Hunde geworden, so ähnlich lautete die.

      Herrlich! :clap:

      Dmitri Belyaev! Sage ich da nur!


      Thallus!
      Hallo Mimi!

      Ichhabe über den Versuch mal in einem Buch von Gerd Hauke gelesen. Da war ich aber noch sehr sehr jung, kann mich nicht mehr an den Titel des Buches erinnern. Auch weiß ich nicht mehr, wie detailiert der Bericht war.
      Da stand auch etwas über Domestikationsversuche von Grau- oder Blaufüchsen - weiß nicht mehr genau. (Dort stand eben auch beschrieben, dass die Füchse anfingen zu bellen wie Hunde, mit dem Schweif zu wedeln und sehr zutraulich wurden)
      Zitat Dr. Dorit Feddersen-Petersen "Wo das Beziehungsgefüge stimmt, funktioniert das aufeinander bezogene Verhalten - und die Leine ist eigentlich überflüssig"