Verhaltensstörung in bestimmten Situationen

      Verhaltensstörung in bestimmten Situationen

      Hallo,

      wir haben eine 5-jährige Border Collie-Golden Retriver Mischlingshündin welche eigentlich unkompliziert ist. Allerdings hat sie die Angewohnheit jedes Mal, wenn meine Mutter zum Beispiel nach Hause kommt mich "anzugreifen". Sie bellt dann und scheucht mich regelrecht weg (obwohl sie mich mag). Nach einer Minute ist dann alles wieder gut und sie benimmt sich wie zuvor. Sie bellt genauso unsere Katzen weg, wenn jemand nach hause kommt obwohl sie sonst sehr unterwürfig den Katzen gegenüber ist. Besuch können wir überhaupt nicht bekommen, weil die Leute Angst vor ihr bekommen, wenn sie auf sie los stürmt. Sie hört dann auch nicht auf zu bellen bis sie wieder weg sind.

      Von Natur aus ist unsere Hündin sehr lieb und hat wie gesagt sogar vor unseren Katzen Angst(sie mag die Katzen, aber sie sind ihr nicht geheuer, da sie im Spiel schon mal schlagen und sich unser Hund nicht zu wehren weiss). Problem ist nur wenn jemand nach hause kommt oder aber auch, wenn sie spielen möchte und man in dem moment keine Zeit hat. Sie fordert es dann und hört auch nicht auf zu knurren oder sie gibt Pfötchen und wenn man dann die Hand wieder wegnimmt fordert sie das wir ihr Pfötchen weiter halten in dem sie knurrt.

      Wenn wir im Wald spazieren gehen verhält sie sich gegenüber Hundehaltern sehr freundlich. Sie schmeisst sich dann auf den Boden und möchte gestreichelt werden, aber wenn Leute keine Hunde haben kommt es schon mal vor das sie angebellt werden. Jogger scheucht sie auch immer weg. Sie springt die jogger nicht an oder knurrt, aber durch das bellen und hinterherlaufen bekommen die natürlich Angst. Wir gehen deshalb nur noch in Wälder in denen man weite Strecken überschauen kann.

      Wir waren damals in mehreren Hundeschulen, da konnte uns leider niemand helfen. Sie ist zu instinktiv in ihrem Handeln. Eine Katze vor der sie sonst wirklich Angst hat wird in dem Moment wenn jemand nach hause kommt sogar angebellt. Sie kann irgendwie nicht anders in dem moment. Border Collies werden ja häufig dafür eingesetzt Schafe zu hüten und sie dann von einer Weide zur nächsten zu treiben. Vielleicht hängt dieses wegbellen selbst von Tieren vor denen sie sonst sehr viel Respekt hat damit zusammen.

      Leider wird es aktuell schlimmer. Wenn meine Mutter zum Beispiel in einer Diskussion das Wort "nein" sagt werde ich von unserem Hund angebellt und eine Katze ebenfalls. Wenn sich die Katzen streiten oder spielen mischt sie sich auch immer ein und komischerweise wird immer eine ganz spezielle Katze (auch wenn sie gar nichts getan hat) in dem Moment weggescheucht und angebellt.

      Das sind allerdings alles Ausnahmesituationen die 5 Minuten vom Tag ausmachen. Wenn es eine Möglichkeit gibt dieses Verhalten zu ändern wäre ich für Vorschläge dankbar (insbesondere das Problem mit den Joggern). Da sie aber nur bellt und nicht beißen würde ist es alles nicht so schlimm. Trotzdem wäre es schön, wenn wir diese Problemchen beheben könnten.
      Das gleiche habe ich auch gedacht, dachte nur, dass ich mal lieber meinen Mund halte...
      Ich würde die Situation auch nicht verharmlosen - das ist nicht nur ein kleines Problem: ich finde da liegt ganz schön was im Argen.

      Hütehunde sind einfach keine reinen FAmilienhunde, und MIxe, bei denen der Hütehund durch kommt, eben auch nicht. Aber ja, sie sehen ja allzu schön aus...

      Ich hätte auch zu einer Hundeschule geraten. aber bitte einer guten, am besten einer, die Schafhütekurse anbietet. dAs gibts auch. Mit Agility und Unterordnung pur kommt man dem Problem nicht bei - man unterdrückt es mit zu viel Unterordnung und Gedöns vielleicht nur.
      Zitat Dr. Dorit Feddersen-Petersen "Wo das Beziehungsgefüge stimmt, funktioniert das aufeinander bezogene Verhalten - und die Leine ist eigentlich überflüssig"
      Danke für eure Antworten.

      Wir waren in 3 Hundeschulen und es hat nichts gebracht. Die richtigen Vorschläge wie man die Probleme in den Griff bekommt gab es nicht. Werde mich aber nochmal informieren ob es bessere Schulen im Umkreis gibt.

      Also ich habe den Eindruck, dass es an meiner Mutter liegt. Sie kann sich nicht durchsetzen und das merkt unsere Hündin. Deshalb möchte sie sie sicherlich beschützen. Dieses Streit schlichten finde ich aber positiv. Das macht sie auch immer, wenn 2 Hunde im Wald streiten. Das soll so bleiben :smile:

      Klar verharmlose ich es, weil es ein sehr lieber Hund ist der keiner Fliege was zu leide tut. Wir Menschen sind ja auch unterschiedlich und ich gestehe ihr diesen speziellen Charakter zu solange es nicht schlimmer wird. Ich kann damit Leben, dass ich angebellt werde wenn meine Mutter nach hause kommt. Die Jogger im Wald hingegen haben Angst und reagieren manchmal sehr aggressiv. Solche Menschen sind für meinen Hund eine Bedrohung (treten nach ihr obwohl sie nur gebellt hat und distanz hält) und deshalb muss zumindest dieses Problem behoben werden.

      Wir haben sie damals nicht geholt weil sie so süß aussah sondern weil die Chemie stimmte und andere in unserem Umfeld haben keine Probleme mit ihren reinrassigen Border Collies und sie ist nur ein Mischling. Golden Retriver sind auch Familienhunde von daher haben wir uns keine Gedanken gemacht.

      Ich vertrete die Ansicht, dass man einem Hund auch Individualität zu gestehen sollte solange man einverstanden ist. Ich komme damit zurecht, somit kein Problem für mich. Die Jogger hingegen nicht und das schränkt auch meinen Hund ein, wenn man zum Beispiel nicht in jeden Wald gehen kann und immer auf der Flucht ist. Möchte ja auch keinen Ärger haben.

      Einem Hund der einen Jagdtrieb hat kann man diesen auch nicht wegtrainieren. Bei ihr kommt dieses instinktive Verhalten einmal am tag raus und ich glaube wir werden es nie ganz raus bekommen. Sie zittert manchmal, wenn sich unser Kater nähert vor Angst. Schaut dann in die andere Richtung und selbst dieser Kater wird angebellt, wenn meine Mutter nach hause kommt. Wie soll man so ein Verhalten in einer Hundeschule ändern? Es wurde damals vorgeschlagen sie irgendwo anzuleinen sobald jemand kommt und sobald sie aufhört zu bellen sie loben und wieder ableinen. Sobald sie belohnt wurde greift sie mich dann an. Danach sollten wir sie wieder anleinen. Gut, da sie schon ihre Minute hatte war sie dann ruhig. Ohne geht´s bei ihr aber nicht.

      Das Joggerproblem möchte ich aber auf jeden Fall in Angriff nehmen. Eine Hundeschule für Hütehunde wird sicherlich helfen können, weil es bei ihr nicht der Jagdtrieb ist wie bei anderen Hunden.
      Das habe ich gerade gefunden. Ist anscheinend wirklich trotz der vielen und langen Spaziergänge unterfordert, aber andere die reinrassige Border Collies haben und weniger Zeit diesen widmen haben nicht unsere Probleme. Mal schauen ob es sich ändert, wenn sie geistig gefordert wird:

      In Deutschland benutzen ihn auch viele Leute als „Kuhholer“.Es gibt in Deutschland heute noch einige Züchter, die diese arbeitsreichen Hunde züchten. Leider werden die Welpen von diesen Züchtern teilweise in falsche Hände abgegeben und dort wird nicht genügend mit ihnen gearbeitet. Als „Ausgleich“ werden Autos, Kinder oder Ähnliches gehütet, was natürlich fatale Folgen hat. Ebenso kann der Mangel an Arbeit zur „Selbstverstümmelung“ des Hundes führen. Aufgrund dieser Tatsache ist der Border-Collie als Familienhund kaum geeignet. Sein angeborener Arbeitstrieb ist selbst durch längste Spaziergänge nicht zu befriedigen; er muss geistig gefordert werden. Der Border-Collie gehört demnach in Profihände (Schäfer usw.) oder zu Menschen, die über sehr viel Zeit (mindestens 5 Stunden täglich) verfügen, sehr sportlich/aktiv und bereit sind, die meiste Zeit des Tages den Hund geistig zu fordern.
      Viele Züchter versuchen heute jedoch eine ruhigere Variante der Rasse zu züchten mit gleich viel Charme, gleich viel Intelligenz, aber einem weniger stark ausgeprägten Arbeitstrieb. So ist es möglich diese Hunderasse auch in eine Familie zu integrieren.
      Der Border Collie braucht Beschäftigung, doch gibt es viele aktive Familien, die ihrem Hund gerne Dinge beibringen. Dinge, die sie einer anderen Hunderasse nicht so einfach beibringen könnten.
      Hi,
      wir haben auch einen Border-Mix. Wir haben keine Probleme mit ihm, seine Mutter ist reinrassige, allerdings wie oben beschrieben stammt sie aus einer Linie in der versucht wird die Hunde "ruhiger" zu züchten. Der Vater war ein Mix aus allem Möglichen(Schäferhund, Labrador...). Ich gehe mit ihm in die Hundeschule in Obedience und Agility. Zuhause darf er unsere kaninchen "hüten" was bedeutet das er um ihren Freílauf herum rennt oder neben ihnen liegt. Ich habe mir auch schon ernsthaft überlegt ob ich nicht einen Hütekurs besuche aber leider sieht es in unserer Gegend damit sehr Mau aus.
      Wegen Kursen kannst du mal unter abcdev.de (Arbeitsgemeinschaft für Border Collies).
      Ich beschäftige meinen Hund immer wieder, z.B. darf er eine Plastikflasche die leer ist von der Küche in unsere Voratskammer tragen, oder er holt einen Lappen hoch der meiner Mutter die Treppe runter gefallen ist usw.
      Du kannst auch mal unter Link vom Moderator entfernt - siehe Forenregeln! schaun.
      LG Marly
      Hallo!


      @1212
      Ich möchte mich der Meinung der anderen hier anschließen!
      Wie Du das Verhalten Eures Hundes beschreibst, klingt es wie das typische Hüte(ersatz)verhalten an Menschen usw.

      Ich frage mich aber, warum hat das die Hundeschule nicht erkannt? :think:

      Es ist ein recht typisches Problem, und die Rasse Deines Hundes ist auch kein Geheimnis!


      Thallus.