Neues Familienmitglied von einer Notorganisation

      Neues Familienmitglied von einer Notorganisation

      :wink:Hallo zusammen,
      bin neu hier und wollte mal gerne eure Meinung zu folgendem Problem hören.
      Wir haben vor 10 Tagen einen 16 Monate alten Boxerrüden von einer Notboxerorganisation übernommen. Wenn ich es richtig mitbekommen haben, war er bei seinen Vorbesitzern wohl fast die ganze Zeit nur im Garten, mit ganz wenig Auslauf, Zuwendung und kaum Konatkt zu anderen Hunden. Wie jeder Boxer ist er ein absoluter "Menschenhund", dreht fast durch vor Freude wenn man ihn nur kurz anschaut und will die ganze Zeit nur geknuddelt werden. Er hatte am Anfang auch überhaupt keine Kondition, wenn ich mit ihm mehr als 1 Stunde Gassi gehen war, hing ihm die Zunge am Boden und er hat erstmal 3 Stunden danach gepennt. Ich beschäftige mich viel mit ihm und versuche ihm die fehlende Grunderziehung beizubringen, was auch schon toll in der kurzen Zeit geklappt hat, da er sehr lernfreudig und neugierig ist. Es wäre alles super, wenn nicht sein Problem mit anderen Rüden wäre. Anfangs bekommt man das ja noch nicht so mit und ich hab ihn ja auch nicht sofort von der Leine gelassen, aber nun ist es mir zweimal passiert, dass er eine richtig böse Beisserei mit anderen Rüden hatte, die echt blutig gendet hätte, wenn wir die Hunde nicht getrennt hätten. Mich hat das erstmal voll umgehauen, denn er hat z.B einen Fox-Terrier, mit dem wir manchmal spazieren gehen, den liebt er heiß und innig, auch mit Weibchen, gab´s noch nie Probleme. Die beiden Male mit der Beisserei war das so, dass die uns entgegen kamen, wir waren beide ohne Leine, sie haben sich kurz beschnuppert, der fremde Hund hat zu "grummeln" angefangen und schon ging´s los. Ich hatte das Gefühl, dass die erste Aggression jeweils vondem anderen Hund anfing, aber meiner hat sich halt sofort drauf eingelassen, anstatt sich zu unterwerfe oder den anderen zu ignorieren. Mir kommt das als reine Rüpelei in dem Alter etwas zu heftig vor. Klar wollen Rüden in dem ALter immer den Starken Mann markieren, aber so??? Kann das evtl damit zusammenhängen, dass alles noch so neu für ihn ist und er einfach mit der neuen Umgebung, neuem Frauchen und vermehrten Hundekontakt überfordert ist? Ansonten ist er nämlich ein ganz lieber, der z.B. zu Hause keinerlei Dominanzverhalten zeigt, er kriegt auch immer als letzter Futter, darf nicht auf Couch oder ins Bett, da achten wir sehr drauf.
      Hab mich auch schon in einer Hundeschule mit ihm agemeldet, aber da weiß man ja auchnet, wie er reagiert.
      Die Trainerin meinte, sie hätte noch einen PLatz in einer reinen Hündinnengruppe, der demnächst beginnt, evtl funktioniert´s da besser, aber draussen wird er ja trotzdem immer mit Rüden konfrontiert werden! :think:
      Bin wirklich gespannt auf eure Einschätzungen
      Bruno - sei sempre nel mio cuore!!! + 27.02.2006
      Hallo,

      is denn der andere Rüde bei der Beißerei älter oder jünger wie Dein Hund? Is er jünger hat Dein Hund überhaupt keinen Grund sich von dem "blöd anmachen" zu lassen und hat nur sein "Recht" durchgesetzt.

      Die andere Frage is, isses denn wirklich so schlimm gewesen? Hätten die beiden sich wirklich zerfleischt? Bei Rüden handelt es sich meist um Kommentkämpfe, die zwar schlimm aussehen, aber nicht blutig enden. Klar, wenn einer der Hunde sozial gestört is, kann man nicht mehr von normalem Verhalten ausgehen.

      Wenn er so eine starke Aggression nur Rüden gegenüber zeigt, wäre evtl der Gedanke einer Kastration ins Auge zu fassen. Aber das muss unbedingt mit dem TA besprochen werden.
      Auch würde ich das Verhalten erst mal analysieren lassen....von einer sachkundigen (!!!) Person.

      LG und alles Gute

      p.s. Dominanz hat mit Hundeverhalten meist überhaupt gar nie nix zu tun.
      If you trust someone illusion has begun

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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Purgatori“ ()

      Hallo Purgatori,

      dankeschön für deine Einschätzung.

      Ich sehe das ähnlich, ich bin eigentlich auch immer der Meinung das die Rüden solche Rangeleien unter sich austragen sollen, aber die sind echt nicht mehr auseinander und nur noch aufeinander los...
      Das Problem ist halt, dass ich ja noch nicht so einschätzen kann, wie weit Corbi wirklich geht, da ich ihn ja erst seit 2 Wochen habe. Aber ich hab schon mit meiner TÄ drüber gesprochen und die rät mir auch zu einer Kastration, da er ansonsten wirklich ein Schatz ist, auch bei Hündinnen, die dürfen ihn anknurren und "Zwicken", da passiert gar nix!!!

      Ansonsten werden wir bald mit der Hundeschule anfangen, dass ich mit Corbi trainieren kann, wie ich mich für ihn interessanter machen kann, dsas ihn die anderen Rüden evtl. gar nicht mehr sooo interessieren (ist wohl erst mal ein Wunschgedanke, aber mit konsequentem Üben und Geduld müßte das doch zu machen sein)

      Habe übrigens schon einige deiner Anregungen durchgelesen und finde, dass du wirklich eine tolle Einstellung zu Hunden und Erziehung hast. Werde da einiges für mich übernehmen :clap:
      Bruno - sei sempre nel mio cuore!!! + 27.02.2006
      Hallo!

      Also ich bin auch absolut der Meinung, dass eine Kastration nichts mehr an dem Verhalten ändern wird. Er kennt den Geruch von Rüden und diese "Erinnerung" wird ihm auch danach bleiben.
      Im übrigen raufen Hunde ja nicht "nur" wegen der Rivalität unter Geschlechtsgenossen, sondern sie finden zig Gründe zum raufen. Alleine schon das äußere Auftreten eines Rüden kann auch einen kastrierten Hund zu einer Rauferei provozieren.

      Im übrigen: Mein Zorro hatte die "gemeinsten" Schrammen bei Raufereien von Kastraten, denn die normal sozialisierten Rüden haben immer "FairPlay" gerauft.

      Damit kommen wir auch schon zum nächsten Punkt:

      sie haben sich kurz beschnuppert, der fremde Hund hat zu "grummeln" angefangen und schon ging´s los.


      Eigentlich klingt das ganz normal auch für das Alter. Es klingt für mich sogar eher so, als wäre in diesem Fall Dein Hund der Unsichere. Knurren ist noch keine wirkliche Aggression sondern Provokation, wenn Dein Hund das dann als Anlass nimmt um zu raufen, dann ist er sich seiner Sache nicht sicher, was aber für das Alter absolut normal ist.
      Boxer sind ja nicht ohne (das ist jetzt positiv gemeint) ich finde sie klasse, eigentlich sehr souveräne Hunde auch beim Raufen, wenn normal sozialisiert.

      Interessant wäre wirklich noch, ob die anderen Rüden älter waren.

      Erwachsene Rüden (vor allem wenn sie annähernd gleichstark sind) unterwerfen sich auch nicht so wie man das bei Junghunden oder "Weicheiern" kennt, also ganz passiv, sondern (ich gehe immer von relativ normal sozialisierten Hunden aus!) der Überlegene Rüde erlaubt dem Unterlegenen quasi sein "Gesicht zu wahren" es genügt ihm wenn der Schwächere sein Gesicht abdreht oder ein Stück wegrennt und danach ist meistens Friede.

      Wie lange haben die Rüden denn gerauft?

      Wollten sich starke Hunde wirklich ernsthaft verletzen, dann geht so etwas binnen weniger Sekunden, daher glaube ich nicht, dass es sich bei den Raufereien um Ernstkämpfe handelt.

      Ciao Mimi
      ..........
      Ich denke ja auch, dass da bei meinem Corbi noch viel Unsicherheit dabei ist, hab ich ja auch geschrieben! Denn er hat ja wohl nie richtig gelernt, wie sich Rüden untereinander behaupten und so nimmt er den kleinsten Anlass wahrscheinlich schon als Bedrohung wahr und geht gleich auf Angriff! Die anderen Rüden waren aber immer älter als er!

      Der arme Kerl, ich find sowas so unverantwortlich von den Vorbesitzern. Da meinen die Leute sie brauchen unbedingt einen Welpen und wenn sie sich dann nicht richtig um ihn kümmern und ihn tagsüber nur draußen lassen ohne Beschäftigung und denken mit 2x am Tag 5 Minuten Gassi gehen, ist es getan, wird er einfach "entsorgt".

      Mit dem Hinweis, der ist immer so aufgedreht und will die ganze Zeit nur Gassi gehen und toben :pray: OH MANN

      Zum Thema Kastration nochmal: Hab ich im ersten Beitrag noch nicht erwähnt: Da Corbi nur einen Hoden hat, sollte er auf alle Fälle kastriert werden, da ansonsten später die Gefahr einer Krebserkrankung erheblich höher ist. Obs nun gegen die Rauferei hilft sei dahingestellt, aber die TÄ meinte, er würde dadurch auch so ein bisschen ruhiger und ausgeglichener. Mal sehen...
      LG Beate
      Bruno - sei sempre nel mio cuore!!! + 27.02.2006