Mein Grund fürs Leben

      Mein Grund fürs Leben

      Hallo,
      Eigentlich wollte ich ja ein Gedicht über die Robben in der Antarktis schreiben, aber irgendwie hab ich es nicht hinbekommen. Also habe ich mal eine Geschichte aus Robbenperspektive geschrieben.
      LG supergutdraufgirl


      Mein Grund fürs Leben

      Warum?
      Wofür?
      Diese Frage stell ich mir immer wieder, wenn ich diese skrupellosen, mächtigen Kreaturen sehe, die sich Mensch nennen. Ich hatte alles, einen Mann ausreichend Fisch, ein angenehmes Klima und würde bald Babys bekommen. Doch ihr habt es verhindert, ihr habt meinen Mann getötet. Ich hab gesehen wie ihr ihm und 100 anderen Robben Leid zugefügt habt. Ihr habt auf sie eingeschlagen, wie es kein anderes Lebewesen macht. Aber was vergleich ich euch mit Lebewesen, ihr seid geldgierige Monster! Ich liege hier mitten im Schlachtfeld. Überall Blut, überall der Gestank der Verwesung, des Todes und ich spüre die Trauer, wie sie sich über den Robbenköpfen ausbreitet. Sie wird immer stärker, jedes mal, wenn wieder welche von euch kommen und unschuldige Robben quälen und mehr Freunde von uns gehen, verbreitet sich die Trauer und Verzweiflung hier am Nordpool.
      Ich hatte bisher Glück gehabt, vielleicht lag es daran, dass ich erwachsen bin. Sie stoßen uns mit Stangen zur Seite, um an die „besten“ Tiere heranzukommen. Sie treten auf mich, als ob ich ein Gegenstand wäre. Aber warum? Wir wollten euch nichts tun. Seid ihr blind? Habt ihr nicht gesehen, wie wir euch tolerierten, als Zeichen des Friedens? Wir wollten euch auch nicht angreifen. Unsere Bisse dienten der Abwehr eurer Hände, Stangen und was ihr sonst noch unberechenbares besitzt. Heute Nacht ist es passiert, ich hatte auch Babys bekommen. Es ist ein tolles Gefühl. Ich liege hier am Strand und beobachte von der Ferne, wie sie miteinander spielen. Doch plötzlich kommen aus dem Nichts die Kreaturen und schlagen achtlos auf meine Babys ein. Ihr sollt es lassen! Sie leiden, sie heulen, sie haben Schmerzen. Sie rufen nach mir. Ich komme angerobbt, doch sehe ich nur noch die Blutlache, worauf sie misshandelt wurden. Wieso mussten sie und viele andere Robbenbabys vor ihrem Tod so leiden? Ihr könnt es doch schnell beenden. Aber ihr wolltet, dass sie leiden, ihr wolltet sehen, wie sie bluten. Ihr braucht wohl die Genugtuung, dass ihr stärker seid, aber das seid ihr nicht. Vielleicht körperlich, aber die Seele zählt.
      Ihr seid von Geld gelenkt und von eurer Macht manipuliert. Ihr habt mir alles wichtige genommen. Anscheinend ist mein Leben euch auch nichts Wert, wenn ihr es so achtlos behandelt. Aber mein Leben wird mir immer wichtig sein, um euch die tiefste Verachtung und meinen Hass auf euch zu zeigen.
      Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen,
      müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken.