Streik im öffentlichen Dienst

      Streik im öffentlichen Dienst

      Hallo zusammen,

      da ich ja aus BaWü komme und unsere Gegend von dem Streik der öffentlichen Dienste (Müllabfuhr, Erzieher..usw.) betroffen ist, wollte ich mal nachfragen, was ihr davon haltet?

      Event. jemand von den Streikenden hier unter uns?

      Auf der einen Seite ist es verständlich sich auf die Hinterbeine zu stellen, wenn man für gleichbleibende Bezahlung mehr arbeiten soll. Aber warum muß das auf den Rücken des "kleinen Mannes" ausgetragen werden? Was ist mit den Leuten, die auf den KiGa angewiesen sind und deshalb nicht zur Arbeit können? Oder den Müllbergen, die sich mittlerweile meterhoch stapeln?

      Eure Meinung dazu würde mich brennend interessieren!
      Hi fellini,

      genau das gleiche denke ich mir auch.... :think:

      Und mal ganz ehrlich, wer kommt denn eigentlich noch in den Genuß weniger als 40 Stunden arbeiten zu müssen? Das dürften wohl die Allerwenigsten sein. Ich hab da ehrlich gesagt relativ wenig Verständnis dafür... :think:

      Speziell zu den Müllbergen... :think: Warum da gar nichts passiert kann ich überhaupt nicht verstehen. Wie lange soll denn der Müll auf der Straße liegen bleiben? Bis wir ein Rattenproblem haben? :doh:
      Ich glaube in Zukunft werden viele noch viel kürzer treten müssen. Die fetten Jahre sind erstmal vorbei. Das Wirtschaftswunder Deutschland aus den 50'ern und 60'ern ist vorbei. Wir müssen umdenken. In den USA haben zig Millionen einen zweiten Job, weil sie sonst wirtschaftlich nicht überleben können. Da jammert auch keiner wegen 40 oder 41 Stunden Wochen rum.
      Die Gewerkschaften benehmen sich wie schon die letzten 15 Jahre extrem kontraproduktiv und der Streik mehr als überflüssig, da man mal wieder erst ja gesagt hat und nun im Nachhinein noch mal nachverhandeln möchte um sich ins Gespräch zu bringen. Das die Rechnung dafür mal wieder wir "Kleinen" bezahlen dürfen wird den Mitgliederschwund mal wieder ankurbeln, ich hoffe der ganze Streik geht richtig nach hinten los, damit endlich mal wieder frische Köpfe und zeitgerechte Ideen bei den Gewerkschaften Einzug halten, nachdem der alte Kropf seinen Rücktritt erklären musste.
      Jepp, zur Vogelgrippe kommt dann noch die Rattenplage... :evil:

      Was ich jetzt wirklich nicht verstehe, geht es denen wirklich nur um die paar Minuten, die sie am Tag mehr arbeiten müßen? Was ist dann mit denjenigen, die nicht das Glück haben von einer Gewerkschaft unterstützt zu werden?? Und 40 Std in der Woche sind bei mir absolut üblich, wenn auch nicht an einem Stück, den ich arbeite auch noch spät abends. (mit Unterbrechungen am Tag können es locker mal 10 oder 11 Std sein) Ich hab leider nix in der Hand, um mich mit nem Pappschild und ner Trillerpfeife in der Hand auf die Straße stellen zu dürfen!
      Ich warte mal ab, bis sich hoffentlich mal jemand von den Streikteilnehmern meldet, mal sehen was da für Argumente kommen :rolleyes:
      Informiert euch bitte richtig!

      Klar es geht hauptsächlich darum, dass die Leute im Öffentlichen Dienst künftig anstatt 38,5 - 40 Stunden die Woche arbeiten sollen! Ohne Lohnausgleich!
      Und das trifft gerade die Teilzeitbeschäftigten. Die haben die meisten Einbußen mit dem neuen Tarif! Außerdem führt die neue Regelung dazu, dass es im Öffentlichen Dienst immer weniger Stellen gibt. Das heißt, dass die Auszubildenden auch weniger werden.

      Es geht auch darum, dass sich die Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst jahrelang zu viel gefallen lassen haben. Es wurde gekürzt, gestrichen und niemand hat was gesagt. Es reicht einfach irgendwann!
      I'll be watching you!
      Hallo Karen,

      na, da kann man zu den Bediensteten im öffentlichen Dienst sagen "Willkommen im Club"! :wink:

      Genauso sieht es nämlich bei allen anderen auch aus.... und da haben die meisten keine Möglichkeit zum Streiken und müssen alles schlucken um ihren Job zu behalten.

      So rum muss man das auch mal sehen! :wink:
      Kann Karen da absolut zustimmen!

      Es geht hier nicht um ein paar Minuten am Tag Mehrarbeit! Das wird in den Medien von den Arbeitgebern so dargestellt. Es geht hier in erster Linie um Stellenabbau!!! Die Arbeitgeber haben eine Ewigkeit Gespräche mit den Gewerkschaften abgelehnt!

      Lediglich ein Streik führt zu Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit! Ich kann es absolut nachvollziehen. Und der Spruch "die fetten Jahre sind vorbei" ist hier sowas von fehl am Platz. Viele Unternehmen scheffeln im Jahr Einnahmen, Gewinne in Millionenhöhe und schmeißen die Arbeitnehmer trotzdem raus.

      Glaubt doch nicht immer alles, was Euch in den Medien gezeigt wird. Die Wahrheit sieht meistens ganz anders aus.
      @ Karen:

      Hmm, was war denn bis jetzt so falsch, das wir uns richtig informieren sollen? :oops: :think:

      Hab ja schon erwähnt das es es sinnvoll ist sich auf die Hinterbeine zu stellen, wenn....mehr Arbeit - gleichbleibendes Gehalt

      Dazu kann ich nur sagen:
      Ich hab auch noch zusätzlich einen Teilzeitjob und arbeite mich da buckelig. Leider habe ich keine Gewerkschaft, die mir da helfend unter die Arme greift. Darum ist es für mich zwar nachvollziehbar, aber nicht verständlich, warum man sich jetzt so gegen die 40 Std Woche wehren muß? Müßen wir nicht alle ein bißchen mehr leisten um nicht wieder mal ins Licht der Sonne zu kommen?

      Auch wenn in den letzten Jahren bei den Mitarbeitern des öffentl. Dienstes gekürzt und gestrichen wurde, ist es jetzt ein Grund dies auf Kosten anderer "anzuprangern"? Lehrstellen gibt es auch so kaum noch, aber wohl nur auf Grund der Tatsache, das sich keiner mehr Lehrlinge leisten kann.
      Darum ist es für mich zwar nachvollziehbar, aber nicht verständlich, warum man sich jetzt so gegen die 40 Std Woche wehren muß? Müßen wir nicht alle ein bißchen mehr leisten um nicht wieder mal ins Licht der Sonne zu kommen?


      fellini,

      ich wiederhole mich gerne nocheinmal: Es geht hier nicht hauptsächlich um die 40 Stunden Woche! Es geht um Stellenabbau!
      Klar schon verstanden, das es um Stellenabbau geht...aber ich renne deshalb nicht auf die Straße und lasse die Kinder vor verschlossenen Türen des KiGa's stehen oder die Leute im Müll ersaufen, bloß weil meine Stelle gekürzt oder gestrichen wird. Wenn etwas kontrproduktiv ist, dann wohl dieses Verhalten.

      (Ich möchte jetzt keinen angreifen, sondern nur meinen Unmut darüber ablassen, auch wenn manche Dinge, die ich schreibe nicht so fundiert sind, wie anderer Leute Wissen :wink: :wink:)
      Original von fellini
      Klar schon verstanden, das es um Stellenabbau geht...aber ich renne deshalb nicht auf die Straße und lasse die Kinder vor verschlossenen Türen des KiGa's stehen oder die Leute im Müll ersaufen, bloß weil meine Stelle gekürzt oder gestrichen wird. Wenn etwas kontrproduktiv ist, dann wohl dieses Verhalten.

      (Ich möchte jetzt keinen angreifen, sondern nur meinen Unmut darüber ablassen, auch wenn manche Dinge, die ich schreibe nicht so fundiert sind, wie anderer Leute Wissen :wink: :wink:)


      Aber nur soooo erreicht man was sorry! Die Mitarbeiter von einigen Großen Firmen sind in der IG-Metall und die Streiken auch! Oder mercedes- BMW- usw. Firmen! Mein Gott aber da geht es Otto-Normal-Bürger am Arsch vorbei, weil es die nicht betrifft!!!
      Ganz einfach!

      Mal ne andere Frage: Warum regt sich niemand darüber auf, wenn sag ich mal die "normal" - Arbeiter streiken, aber wenn es der Öffentliche Dienst mal tut dann wir gleich drauf rum gehackt!
      I'll be watching you!
      Original von Karen

      Mal ne andere Frage: Warum regt sich niemand darüber auf, wenn sag ich mal die "normal" - Arbeiter streiken, aber wenn es der Öffentliche Dienst mal tut dann wir gleich drauf rum gehackt!


      Diese Frage ist ganz schnell beantwortet: weil man von einem Streik der Öffentl. Dienste unmittelbat selbst betroffen ist. Wenn mal bei BMW ein Auto weniger vom Fließband rollt, is mir das weniger wichtig, als das der Müll mal wieder geholt wird. Stell dir vor die DB streikt und viele Pendler stehen am Bahnsteig und nix tut sich...wie erklären die das ihrem Chef, wenn sie zu spät zur Arbeit kommen? Mir geht es hier rein um die Auswirkungen auf den Rest der Gesellschaft, die so ein Streik mit sich zieht. Nicht um die Tatsache wer jetzt streikt.
      Original von Karen
      Informiert euch bitte richtig!

      Klar es geht hauptsächlich darum, dass die Leute im Öffentlichen Dienst künftig anstatt 38,5 - 40 Stunden die Woche arbeiten sollen! Ohne Lohnausgleich!
      Und das trifft gerade die Teilzeitbeschäftigten. Die haben die meisten Einbußen mit dem neuen Tarif! Außerdem führt die neue Regelung dazu, dass es im Öffentlichen Dienst immer weniger Stellen gibt. Das heißt, dass die Auszubildenden auch weniger werden.

      Es geht auch darum, dass sich die Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst jahrelang zu viel gefallen lassen haben. Es wurde gekürzt, gestrichen und niemand hat was gesagt. Es reicht einfach irgendwann!


      karen hat Recht, erst infomieren, dann plaudern :wink:! Ich glaub kaum das die Mitarbeiter etwas gegen 15 Min am Tag mehr haben.. nur dadurch verlängert sich die Arbeitszeit, dadurch verlängert sich die gesetzliche Zeit mit Pause, dadurch verlängert sich der tag.. so das für einige der Tag bis zu 1-2 Stunden länger wird. Na und da würd ich auch auf die Barrikaden gehen.

      Auch der öffentliche Dienst ist nicht so schön wie es immer gedacht wird... bei weitem nicht!

      Denkt mal über die Worte von Karen nach bevor ihr weiter meckert!
      Aha jetzt kommt langsam Schwung in die Sache :wink:

      Aber um noch mal die Worte von Fandaghiro zu wiederholen:
      "Willkommen im Club"

      Ich weiß jetzt nicht inwiefern die Befürworter mit dem öffentl. Dienst verbunden sind, aber seht ihr denn nicht auch die andere Seite?
      Wieso ziehen eigentlich die Argumente nicht, wenn ich sage, ich arbeite auch jeden Tag meine Stunden brav ab und habe noch nicht mal die Chance an Streik zu denken!! Stellt euch mal vor, ich fang an zu streiken und ihr bekommt keine Zeitung, keine Post und keine wichtigen Briefe mehr? Regt ihr euch dann nicht auch drüber auf? Klar, werdet ihr sagen, die haben ja auch das Recht sich mal zu beschweren.Aber wenn es dann eng wird....die Umstände bei der privaten Briefpostzustellung sind nicht die besten, leider gehören wir nicht zu den öffentlichen und können uns es nicht erlauben unsere Arbeit liegen zu lassen.
      Ist das gerecht?
      Nun mal die andere Seite der Medaille... :wink:
      ...und zwar ohne hier persönlich jemand angreifen zu wollen und ohne das auf alle Bereiche des öffentlichen Dienstes ausweiten zu wollen:

      Warum gingen denn viele zum öffentlichen Dienst? Ganz einfach, weil es viele viele Jahre der Garant dafür war, einen sicheren Arbeitsplatz zu haben, bei dem man für relativ wenig Einsatz - da viele viele Bienchen beschäftigt wurden - auch noch ein nicht allzu schlechtes Gehalt bekommen hat. Man musste nicht viel denken und bekam alles "vorgeplant". Darüber hinaus gab es noch jede Menge nicht zu verachtende Vergünstigungen, wie z.B. billigere Wohnungen und günstigere Versicherungen etc. etc. etc.

      Ich kenne einige, die im öffentlichen Dienst beschäftigt sind, die bekommen Gehälter, da tränen so manchen in der freien Wirtschaft vor Neid die Augen....

      ...tja und nun ist es soweit. Vater Staat hat bemerkt, dass es so nicht weiter gehen kann. Viel zu viele mehr oder weniger fleissigen Bienchen, für die aber alle irgendwie kein Honig mehr da ist.... :think:

      Da läuft das nun eben mittlerweile eben nicht mehr anders als in der freien Marktwirtschaft... nur da können leider viele nicht streiken, sich nicht wehren.... :sad:

      Und für alle, die jetzt erbost sind und das auf sich beziehen... verweise ich auf meinen Satz zum Anfang... :wink:

      ...und zwar ohne hier persönlich jemand angreifen zu wollen und ohne das auf alle Bereiche des öffentlichen Dienstes ausweiten zu wollen!

      @fellini:
      Warum deine Argumente nicht ziehen? :wink: Weil die wohl keiner hören will.... aber auf der anderen Seite soll man Verständnis haben... :whistle: Funktioniert irgendwie nicht wirklich! :naughty: :wink:

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „fandaghiro“ ()

      Ich weiss schon worum es geht bei den derzeitigen Streiks - in erster Linie darum, dass die Grundbedingung für die Beschäftigten so grundlegend unterschiedlich sind.....das ist doch die großeUngerechtigkeit.
      Vor mir aus kann es bei 40 Stunden bleiben oder auch 42 Stunden werden - nur muß das für ALLE BESCHÄFTIGTEN im öffentlichen Dienst gelten...

      Aber worum sich die Herrschaften mal viel eher kümmern müßten, ist die "Einheitsbezahlung". Beispiel: Angestellter mit Lehramtstudium (1. Prüfung abgelegt) wird genauso bezahlt wie jemand mit einer Ausbildung zum Finanzbuchhalter. Er hat keine Ahnung von Buchhaltung bekommt aber das gleiche Geld , nur weil er eben eine Ausbildung mit Lehramtsprüfung 1 gemacht hat . Soll heißen - egal was für eine Ausbildung du hast und auf welchem Arbeitsplatz du sitzt - nicht was du kannst ist entscheidend, sondern was du bist....
      @fandaghiro

      Es ist schon lange nicht mehr soo rosig, wie es einmal war...

      Und vergleichsweise zu Privaten Wirtschaft, wenn du die Aufgabengebiete vergleichst, ist das bei weitem nicht so toll mit dem Gehalt...

      Wenn du nen Beamter bist... oh, jaaa... da schaut es besser aus, mit dem Gehalt... aber als pobliger Angestellter... hast kaum Möglichkeit mal vernünftig Geld zu verdienen.

      Du hast recht... in der freien Marktwirtschaft kann man sich nicht wehren... Aber dürfen sich dann nicht die wehren, die es können?
      I'll be watching you!
      @Karen:
      Ich hab das ja auch auf die Vergangenheit bezogen. :wink: ...denn wo ist es denn noch rosig? Ich glaub leider nirgends mehr so ganz wirklich.... :think: :sad:

      Tja.... wenn man sich dann viele Beamte anhört... die jammern noch viel lauter! :whistle:

      Klar dürfen sich die wehren, die es können.... aber auf der anderen Seite können sie nicht auf allzu viel Verständnis von denen hoffen, denen es genauso geht, die aber gar nichts dagegen machen können... :wink:

      Aber ich denke mal, dass wir uns in einem alle grundlegend einig sind: Es müsste generell was passieren! Egal ob nun im öffentlichen Dienst oder in der freien Marktwirtschaft! ...und schwuppdich sind wir wieder bei unseren -"fähigen" - Politikern... :whistle:
      Es ist meiner Ansicht nach auch übertrieben - die Streiker müssen aufpassen, und damit meine ich nicht nur den öffentichen Dienst - auch mit den Streiks in den verschiedenen Werken konnte ich mich ncht richtig anfreunden.

      Es geht meist ums Geld - worum denn auch sonst....

      Der öffentliche Dienst hat vor Jahren 40 Stunden die Woche gearbeitet - dann wurde zurückgestuft, ohne das die Gehälter gekürzt wurden....

      In den Werken geht es auch um mehr Geld - wobei die Gewerkschaften oft Unsummen fordern, und wer trägt letztendlich diese "Erhöhungen"? Der Verbraucher - es ist also eine Schlange, die sich in den Schwanz beißt...

      Gelder werden überall knapper, da kann man schauen - und bei Lohn- und Gehaltserhöhungen trägt der Arbeitgeber ja nicht nur die entsprechende Erhöhung, auch die Sozialabgaben werden ja dementsprechend höher.

      Ich selber arbeite seit Jahren 40 Stunden die Woche, und mir würde es nicht im Traum einfallen zu streiken - dann währe ich den Job ruckzuck los, schließlich gibt es genug andere, die auf eine solche Chance warten. Ich arbeite lieber etwas länger, als ganz ohne arbeit zu sein.

      Es ist nun mal Tatsache, das es mit dem Arbeitsmarkt in jedem Bereich schlechter wird, und bald ist es in Amerika! man muss sich immer vor Augen führen: jeder ist ersetzbar....
      "Nicht jeder, der aus dem Rahmen fällt, war vorher im Bilde"
      (Autorin unbekannt)


      Petra und ihre Kuscheltiger



      Wenn ich im Forum bin, bin ich im Forum - wenn nicht, denn nicht :D