Altersdemenz bei Katzen, hat davon schon jemand gehört oder es evtl. selbst mit seinem Tier erlebt?
Meine 17-jährige Katze Anuschka hatte bis vor ca. einem halben Jahr so gut wie keine ernsthaften gesundheitlichen Probleme. Sie gehört zwar zu den ernährungssensiblen Tieren, heißt, bei vielen Futterarten reagiert sie mit Durchfall, der aber sofort wieder fort ist, wenn das Futter nicht mehr gegeben wird. Ich habe sie deswegen bereits mehrmals tierärztlich untersuchen lassen, immer mit dem gleichen Ergebnis.
In den letzten Monaten allerdings hat sich ihr Allgemeinverhalten gravierend verändert. Sie ist interesselos, will nur ständigen Körperkontakt zu mir (ich bin halt auch ihre absolute Bezugsperson), läuft ziellos durch die ziemlich große Wohnung, z.B. zum Freßnapf, bleibt davor kurz stehen und schaut ihn an, dann wendet sie sich langsam ab und geht wieder unverrichteter Dinge fort. Gleiches beobachte ich bei Gängen zu ihrer Katzentoilette, es gibt drei davon, eine im Bad, eine in der Dusche und eine auf einem großen Balkon (ich habe zwei Katzen, Anuschka ist die ältere). Es kann sein, dass sie vom Freßnapf zu einer Toilette marschiert, dann zu den Trinkgefäßen und anschließend bleibt sie mitten im Raum stehen und starrt ins Leere oder aber sie kommt zu mir und starrt mich unverwandt an. Wenn ich sie dann aufnehme, schnurrt sie und fühlt sich offenbar wohl. Setze ich sie ab, kann es passieren, dass sie vor mir stehen bleibt und beharrlich leise maunzt.
Hinzu kommt, dass sie stark abgenommen hat und ein klein wenig wacklig auf den Beinen wirkt, nicht so wie eine benommene Katze torkelt, nein, eher wie ein Anflug von Schwäche, aber für einen weniger guten Beobachter kaum wahrnehmbar.
Gestern hatte ich die Tierärztin hier, weil Anuschka schon beim Anblick des Transportkorbes schreit als würde sie abgemurkst und sich dabei furchtbar aufregt. Das war zwar immer schon so, aber in ihrem geschwächten Zustand hatte ich Bedenken. Die Tierärztin hat sie ziemlich lange überall abgetastet, Schleimhäute begutachtet, Fieber gemessen, Ohren ausgeleuchtet. Dann hat sie ihr zwei Aufbauspritzen gegeben, damit sie wieder mehr Appetit haben soll. Ihr Kommentar war, mit 17 Jahren ist ein Tier schon alt, eines altert früher, das andere später. Sie ist eigentlich in einem immer noch guten Allgemeinzustand, doch Sie müssen sich langsam an den Gedanken gewöhnen, dass ein Katzenleben nicht ewig währt, dabei sah sie mich mitleidig an und auf meine diversen Fragen bestätigte sie mir noch einmal, es läge weder Leukose noch Fip vor, vielmehr handle es sich um Alterserscheinungen, die nun einmal auch bei Katzen nicht reversibel seien. Meiner Frage nach einer intensiven Diagnostik (für mich sind 17 Jahre nicht so alt, sie schaut jetzt eher wieder wie ein junges Kätzchen aus) begegnete Sie mit der Gegenfrage: Wollen Sie dem Tierchen wirklich die gesamte zur Verfügung stehende Gerätediagnostik noch antun?
Sie forderte mich auf, mir das gründlich zu überlegen und mich ggf. noch einmal mit ihr zu besprechen.
Ich will noch hinzufügen, diese Tierärztin genießt hier im Umfeld einen ausgezeichneten Ruf und ich weiß von aussichtslosen Fällen, in denen sie Tiere, die jeder andere Tierarzt vermutlich sofort eingeschläfert hätte, wirklich wieder nachhaltig auf die Beine brachte.
Deshalb meine Frage hier im Forum. Hat denn schon jemand mit seiner Katze die Erfahrung gemacht, dass das Tier im etwas fortgeschrittenen Alter Demenzsymptome zeigte und dann auch bald an Altersschwäche gestorben ist ..... mit 17 Katzenjahren?????
Ich bin so ratlos und hilflos. Will sie doch nicht um des eigenen Egoismus unnötig quälen .... aber es tut so weh, ihr bei diesem langsamen Sterben zuzuschauen. Ich denke nicht, dass sie Schmerzen hat, sie verkriecht sich auch nicht und dennoch ist sie so völlig verändert. Manchmal denke ich, sie starrt mich immer so lange an und will stets nur in meiner Nähe sein, weil sie Abschied nimmt und spürt, sie muss bald gehen.
Kann mir jemand mit ähnlichen Erfahrung raten?
anuschka
