Erziehung - Sinn oder Unsinn?

      Tini

      die Wiese nicht eingezäunt?

      Na toll ich würde da alleine liegen meine Hunde nicht mehr in sichtweite!

      Die sind sehr seblstständig und nutzen jede gelegenheit zum streunen!!Schön...das DU so tolle Hunde hast...
      [COLOR=deeppink][B]DiE sChLiMmStE aRt EiNeN mEnScHeN zU vErMiSsEn IsT dIe,An SeInEr SeItE zU sTeHeN aBeR zU wIsSeN,dAsS eR nIeMaLs Zu EiNeM gEhÖrEn WiRd.[/B][/COLOR]
      [B]
      [COLOR=orangered][I]Ich bin keine Alkoholikerin - ich bin nur jeden Tag besoffen :wink:[/I][/COLOR][/B]
      Hi Aggrolady!

      Meine Hunde sind auch sehr selbständig - das darfst du mir gerne glauben - halt alles Jagdhunde! :wink:

      Bin ja auch sehr froh und stolz daß es so ist!
      Und fühle mich in meiner Art und Weise mit den Hunden umzugehen bestärkt... :smile:

      Tini
      Hi Leute!

      Jetzt hatte ich dieses Thema eröffnet und keine Zeit mich weiter zu beteiligen.
      Das "liebe" Studium, die letzten Wochen hängts mir echt zum Hals raus, die Profs wollen alles gestern fertig haben, wo doch das Wetter langsam besser wird und man soooooviel mit Hund und im Garten machen kann :confused:.

      Aber jetzt bin ich wieder da!

      Ja, das "Zauberwort Bindung". So oft wird es benutzt, auch im Zusammenhang mit "Erziehung" und doch verstehen die meisten eigentlich gar nicht was das wirklich bedeutet.

      Was ist Bindung? Was versteht ihr darunter?

      Ich habe letzten Samstag wieder ein schönes Beispiel dafür bekommen:

      Meine "jüngsten Junghunde" liefen frei herum, spielten, tobten. Mittendrin gab ich die Anweisung, die Besitzer sollten, einer nach dem anderen einfach losmarschieren und nach einer gewissen Entfernung, auf Anweisung ihren Hund mit Namen rufen, dann sofort weiterlaufen.

      Da hat man schön sehen können wie unterschiedlich die einzelnen Individualdistanzen der Hunde waren, wie geduldig sie (und ihre Besitzer) waren und wie selbstsicher sie waren.

      Letztendlich sind alle Hunde zu ihren Besitzern gerannt, aber mit welch Unterschieden.

      Eine kleine ParsonRussel-Mix Dame, die Jüngste und ein leicht unsicherer Hund, riss sich sofort aus dem Spiel los um der Familie zu folgen.

      Ein 16 Wochen alter FlatCoatedRetriever ziemlich selbstbewusst, auch in meinen Augen gute Bindung, kam nach mehrmaligem Rufen etwas hinterher, beschloss dann aber ein paar Holztunnel auf dem Platz zu inspizieren und als er merkte seine Besitzer laufen immer noch weiter setzte er sich hin und wartete.
      Wo bitte ist da die Bindung? - Hier des Rätsels Lösung: Die jungen Besitzer leicht beschämt blieben stehen und sahen sich nach ihrem Hund um, ich brülle: "weiterlaufen bis der Hund Euch nicht mehr sieht".

      Und siehe da: Ein kleines braunes Wollknäuel, das wie von der Tarantel gestochen hinter seinen Besitzern herhetzt.

      Ich ahnte schon was da los ist und fragte nach erfolgter Rückkehr: "Macht Euer Hund sowas öfter?" - "Ja"; daraufhin frage ich: "Was macht ihr dann?" - "Wir gehen zurück und holen ihn".

      Spätestens jetzt sollten Euch die Scheuklappen von den Augen fallen, man holt seinen Hund nicht ab, so untergräbt man nur die aufbauende Bindung.

      Der Hund soll sich an Euch binden, nicht ihr an ihn!

      Genau diese Vorgänge hat ebenfalls Günther Bloch in seinen Vorträgen gezeigt.
      Die Eltern gehen eigentlich nie auf ihre Jungwölfe ein, diese stehen total planlos in der Gegend rum und "schreien" förmlich "Maaaamaaa, ich hab den Anschluss verpasst :cry:".

      Der lieben Mama ist es aber völlig egal und so nach einigem warten steht Jungwolf auf und folgt der Spur von Mama und Papa, der wird nicht abgeholt.

      Das ist Bindung, ohne Eltern wäre ein Jungwolf verloren, genauso wie ein Haushund ohne seine Menschen, eigentlich weiß er das auch, sogar genetisch, wenn es also mit der Bindung NICHT klappt ist die gesamte Schuld beim Menschen zu suchen.

      Eben weil wir viel mehr Augenmerk darauf legen das unser Hund "gut erzogen" ist, anstatt das wir eine starke Bindung zu unserem Hund aufbauen.
      Was nützt mir der perfekt erzogene Hund, der jedes Komando beherrscht, wenn er mich für alles was ihm interssant scheint einfach links liegen lässt und macht was er will?
      100 gelernte Komandos machen noch keine Bindung, geschweige denn Erziehung.

      Junge Wölfe werden von ihren Eltern, wie junge Menschen auch (zumindest sollten sie das) zur Selbstständigkeit erzogen, dazu eigene und richtige Entscheidungen zu treffen, viele Erfahrungen zu sammeln auch negative ("Erfahrung ist die Summe aller Fehlschläge").

      Ich will keine Marionette an der Leine, die genau das tut was ich sage, das ist nicht das was die Evolution vorgesehen hat.
      Ich will einen Gefährten der auch mir mal sagt:"So nicht!", der aber auch mein "So nicht!" respektiert.

      Um dieses Verhältnis zu erreichen brauche ich in erster Linie keinen "gut erzogenen" Hund, sondern einen Hund der eine gute Bindung zu mir hat.

      Lange musstet ihr Euch nach mir verzehren, jetzt kriegt ihr halt auf einmal wieder einen Roman von mir :D :tongue:.

      Ciao Mimi
      ..........
      Warum also Erziehung ????

      Na, damit nicht noch strengere Hundeverordnungen erlassen werden und immer mehr Hundegegner entstehen.

      Ich denke die Tatsächliche Frage, die hier gestellt wurde ist diese: Wie Erziehe ich meinen Hund? Als Partner oder als Maschine?

      Der Vergleich mit den Herdenschutzhunden aus Polen hinkt denke ich ein wenig. Wahrscheinlich gibt es dort wenig Autos, viel Natur und nur recht wenig Menschen. Die Menschen, die es gibt, leben mit den Hunden zusammen(den ganzen Tag!) und jeder kennt seinen Platz. Alle mögen die Hunde, da sie die Erwerbsquelle(Schafe) der Menschen schützen. Es gibt keine Hundehasser!

      Hier, in unserem beschauliche Gemanien trifft man überall auf Leute(sogar auf unseren höchsten Bergen) und da MUSS ein Hund halt einige wenige Sachen 99,9%ig beherrschen. Ich denke "halt", "nein/pfui" und "hier" reichen da vollkommen, der Rest ist Spaß und sieht gut aus.
      Und Bindung ist mit sicherheit der Schlüssel zum Erfolg! Wenn mein Hundchen mit nem anderen im Wald spielt und ich weitergehe kommt sie sofort mit.
      Des Weiteren ist es super, wenn der Hund im ersten Lebensjahr keine schlechten Erfahrungen mit Menschen macht und nie gequält, geschlagen oder brutal gezwungen wird, dann wird er wohl nie jemanden beißen! Bei meiner kann ich mir das jedenfalls nicht vorstellen.

      Vielen Menschen fehlt allerdings der Zugang zum Hund. Die mögen sie einfach nicht und haben Angst, auch wenn Hundchen freundlich auf wen zugeht. Dann muss der Hund auf jeden fall damit sofort aufhören, wenn der Besitzer es will.

      Alles in allem kann man sagen, dass die ganzen modernen Erziehungsmethoden(die netten) auf jeden Fall die einzig Aktzeptablen sind und meiner Meinung nach sogar die Schutzhundausbildung verboten werden müsste! Wer kann schon sagen wann der Hund glaubt Schützen zu müssen?!?!

      cu, der Ronni
      Leben ist das, was passiert, während Du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen...
      Na, damit nicht noch strengere Hundeverordnungen erlassen werden und immer mehr Hundegegner entstehen.


      Das Problem ist nur - DIESE LEUTE ERZIEHEN IHRE HUNDE - aber die Frage ist WIE???

      Mir ist ein Hund ohne Erziehung, dafür aber mit sicherer Bindung zu seinen Leuten und einem freundlichen Wesen viel lieber - als ein korrekt erzogener Hund der jeden Moment Gefahr läuft auszuticken.

      Hunde die ohne Bindung leben aber streng erzogen werden - sind meines Erachtens die gefährlichen Hunde!

      Sie leben ohne Halt! Ohne Sicherheit! Und sind daher immer bereit sich einen Vorteil zu verschaffen oder sich zu verteidigen....

      Liebe Grüße

      Tini :smile: