Sprungbrett Zeitarbeit?

      Sprungbrett Zeitarbeit?

      Hallihallo!

      Ich überlege, mich in einer Zeitarbeitsfirma zu bewerben.
      Allerdings bin ich mir irgendwie unsicher, ob das tatsächlich ein Sprungbrett ins Berufsleben ist, oder doch eher ein beruflicher Abstieg?
      Diese Branche ist mit so vielen Vorurteilen behaftet, dass ich gar nicht mehr weiß, was ich eigentlich glauben soll bzw. kann.
      Natürlich will ich arbeiten, aber ich will auch nicht ewig ein Zeitarbeiter sein, der dann womöglich nicht mehr den Absprung auf den 1. Arbeitsmarkt schafft.

      Habt ihr da Erfahrungen oder Tipps?

      Liebe Grüße

      Nicky
      Was wäre das Leben nur ohne Tiere???
      Wenn nichts mehr im Leben zu funktionieren scheint, und du denkst es geht nicht mehr weiter, dann gibt es immer jemanden der zu dir hält- dein Haustier!!!

      RE: Sprungbrett Zeitarbeit?

      Hallo Nicky
      ich kann deine bedenken gut verstehen ich war auch schon 4 mal bei einer zeitarbeitsfirma da ich auf dem bau arbeite und die auftragslage immer stark schwangt sind die für mich immer eine "gute" alternative. ich habe gemerkt das es große unterschiede zwischen den einzelnen firmen im menschlichen umgang gibt. was meiner meinung am wichtigsten ist immer den mund aufzumachen wenn einem was nicht passt und das am besten sehr weit sonst machen die mit dir was die wollen. würde die aber weder als sprungbrett noch als abstieg sehen eher als ein übergang. den absprung auf den 1. arbeitsmarkt muß man alleine schaffen ob mit oder ohne zeitarbeit die helfen einem dabei bestimmt nicht.
      Hallo Nicky,

      also ich bin Personalreferentin in einer ZA-Firma und kann dir bestätigen das es seriöse Firmen gibt aber natürlich auch die schwarzen Schafe. Im gewerblichen Bereichen gibt es nicht so viele Übernahmen aber im kaufmännischen Bereichen haben wir sehr viele Übernahmen (wobei ich das auch nur anhand Gesprächen mitbekomme, da ich den gewerblichen Bereich betreue). Aber da wir nur 4 Damen auf 120 Mitarbeiter sind und viel reden müssen, bekomme ich das ja dann selbstvrständlich mit :wink:. Natürlich haben wir auch MA, in beiden Bereichen, die schon viele Jahre mit dabei sind. Unsere längste Mitarbeiterin ist dieses Jahr 8 Jahre bei uns, auch als Beispiel, dass nicht alle ZA-Firmen sofort kündigen. Gerne kannst du mir ja mal eine PN schicken, dann schau ich mal wo eine von unseren Geschäftsstelle in deinem Umkreis ist. Allerdings muss ich auch sagen, das es in den einzelnen GS ganz unterschiedlich zu geht. Natürlich bin ich überzeugt von uns aber in jedem Unternehmen gibt es schwarze Schafen und man sollte nicht alle Unternehmen über einen kamm scheren :naughty:.Ich war auch eine große Verfechterin der ZA, denn ich hab auch keine guten Erfahrungen gemacht, aber als ich im Vorstellungsgespräch war und mir die Möglichkeit gegeben wurde, zu schauen wie wir arbeiten, war ich nur noch begeistert und hab meine 1. Anstellung als Vertriebassistentin aufgenommen. Dann hab ich durch meinen damaligen Freund einen Splin bekommen und bin woanders hin. Im letzten Sommer hat meine Chefin mich dann gefragt, ob ich nicht die Stelle als Personalreferentin haben möchte, da meine Kollegin sich auch nach langer Zeit umorientiert hat (es lag aber nicht an der Firma, sondern nur daran, das die Branche sehr anstrengend ist) und ich hab zugesagt. Hätte es mir damals nicht gefallen hätte ich wohl kaum die 2.Anstellung angenommen :wink:. Meine eine Kollegin war 5 Jahre über uns bei Kunden eingesetzt und ist jetzt auch intern.

      Ein Versuch ist es allemale wert und wie gesagt, jede ZA arbeitet anders und ist anders. :zustimm:
      :cry:Minka ich liebe dich 28.04.10 :cry:
      Ich arbeite immo noch bei einer Zeitarbeitsfirma und habe das Eine oder Andere mit Melli schon diskutiert, denn es ist interessant mal über den eigenen Tellerrand zu schauen.

      Ich bin prinzipiell ein absoluter Gegner der Institution Zeitarbeit. Gegen eine für den Arbeitgeber kostenpflichtige Vermittlung von Arbeitskräften hab ich prinzipiell nichts, aber die Tatsache dass ich jeden Tag für deutlich weniger Geld und weniger Urlaub als meine Kollegen in der Einsatzfirma arbeiten gehe ärgert mich schon sehr. Meine Leistung ist ja nicht geringer und es verdient eben die Zeitarbeitsfirma an mir mit. Wenn ich sehe dass ich gerade mal 44% von dem verdiene was die Zeitarbeitsfirma meiner Firma berechnet mag man an manchen Tagen nicht mehr.

      Ich werde nun allerdings zum 01.05. übernommen und dann ist das Thema für mich zum Glück durch. Man kann das Ganze nun von zwei Seiten betrachten. Einerseits kann sich meine ZA-Firma brüsten dass sie wieder jemanden vermittelt hat (Schulter-klopf) - andererseits bin ich der Meinung dass ich den Job durchaus ohne Hilfe hätte bekommen können - wäre er nur in der Zeitung ausgeschrieben gewesen oder im Internet. Das Problem ist heute, dass kaum noch Stellen von den Firmen direkt ausgeschrieben werden, denn Vermittlung über ZA ist ja sehr komfortabel für die Firmen. Damit kommt man an ZA wenn man gerade eine schwierige Zeit wie die Krise immo erwischt hat kaum noch vorbei.

      Mich ärgert das Prinzip sehr, denn es hat früher ohne ZA geklappt und heute hängen 10% der Arbeitnehmer in unsicheren Arbeitsverhältnissen - aus genau solchen Gründen. Eine ZA-Firma kann einen kurzfristig kündigen wenn sie nichts Vergleichbares für einen finden können. Verständlich, aber in meinen Augen keine Basis für eine gute und langfristige Zusammenarbeit, denn jede Lebensplanung kann man sich so in der Zeit von der Backe putzen - obwohl man in einer Einsatzfirma genauso arbeitet wie die dort fest Angestellten.

      Ehrlich gesagt komme ich mir unter den Bedingungen vor wie ein Arbeitnehmer zweiter Klasse. Ich muss nicht nur doppelt Rede und Antwort für jeden Pups stehen, ich muss bei zwei Firmen Stundenzettel einreichen, bei zwei Firmen Urlaub beantragen und da man auf Stundenbasis bezahlt wird hab ich für Februar durch den kurzen Monat mal eben um die 100 Euro netto weniger bekommen als im Durchschnitt. DAS tut weh. Jeden Monat drucke ich die "Einstellungs-Top-Ten" des Monats aus, denn meine Firma stellt tatsächlich auch häufig auf dem traditionellen Weg ein, aber ich stehe nichtmal offiziell irgendwo auf dem Papier. Ich sitze zwar seit 7 Monaten hier und schaffe, aber offiziell gibts mich nicht.

      Ich hätte im Vorfeld nicht gedacht dass mich das Ganze tatsächlich so nachhaltig annerven würde. Ich hab übrigens den Job nur angenommen weil er unschlagbar nah war und mir im Vorfeld mehrfach zugesichert wurde dass übernommen werden soll. Ansonsten hätten sie mit ihrer ZA bleiben können wo der Pfeffer wächst. Denn ich bin irgendwie nicht damit einverstanden dass man als gut ausgebildeter, motivierter, junger Mensch für einen Appel und ein Ei arbeiten geht und ständig finanziell am Rande balancieren muss.

      Für meinen Teil hab ich damals die Gelegenheit ergriffen und sie hat sich für mich "gelohnt". Ich war nur zwei Monate ohne Job und hätte sicher auch so etwas gefunden irgendwann. Mein Gatte studiert aber nun mal und ich konnte mir zuhause bleiben noch weniger leisten als den geringen Lohn den ich immo bekomme. Ich kenne allerdings auch jemanden der eine Familie zu ernähren hat und neben dem Hauptjob noch auf 400 Euro arbeiten muss um überhaupt über die Runden zu kommen. DAS ist so nicht okay und ich meine man sollte das Prinzip eigentlich auch nicht unterstützen.

      Bevor man zuhause bleiben muss sollte man lieber arbeiten und es kann sich durchaus positiv entwickeln. Aber es kann auch absolut in die Hose gehen und man ist wieder da wo man angefangen hat. Was menschlich in meiner ZA-Firma abgeht ist unter aller Sau. Ich muss aber auch dazu sagen dass ich nachdem ich eine halbe Stelle abgelehnt habe weil es mir zu wenig Stunden waren und nett umschrieben als faules Pack bezeichnet wurde keine Lust mehr habe zu denen noch freundlich zu sein. Es wird sogar in Gesprächen mit meiner Firma bei Kollegen über mich gelästert - überleg Dir das, beim KUNDEN!! Ich kenne aber da gar nichts und bin im Gegenzug schon lange nicht mehr freundlich. Beleidigen lassen muss ich mich nicht, so nötig kann man einen Job gar nicht haben - und rausschmeißen können die mich nicht, ich bringe ja jeden Monat brav mein Geld und so einfach kann man die speziellen Qualifikationen nicht durch jemand anderen ersetzen. :evil: :evil: :evil: :evil: :evil: :evil:

      Lange Rede, kurzer Sinn. Überleg es Dir und schau Dir Firmen an, aber wunder Dich nicht über manche Klamotten. Damit hab ich schon lange aufgefhört und darf mich heute auf mein Schokoladen-Häschen freuen was uns als Präsent von meinem Sklavenhalter gebracht wird. Bei dem Stundenlohn ist es wahrscheinlich mit echtem Blattgold belegt..... :D
      "A reader lives a thousand lives before he dies.
      The man who never reads lives only one." (George R. R. Martin)
      Hallo!

      Auch ich habe schon bei einer Zeitarbeitsfirma gearbeitet, bzw. wurde durch sie vermittelt.
      Allerdings war das nur für ca. 2 Monate nachdem ich Abi in der Tasche hatte und erstmal ein bisschen Geld verdienen wollte. Also quasi ein Schüler-Aushilfsjob.

      Bei der Lampenbutze, wo ich dann am Band stand, habe ich durchaus Vitamin B, allerdings nützte das herzlich wenig, denn diese Firma stellt nur noch! und ausschließlich ihre Produktionsmitarbeiter über diese Zeitarbeitsfirma ein.
      Das hieß für mich genau die gleiche monotone, langweilige und langwierige Arbeit in der brütend heißen Produktionshalle wie für alle anderen auch - nur dass die Leute, die schon lange dort arbeiten, mindestens das Doppelte an Lohn bekommen haben. Und zwar, weil sie vor den Zeiten der Hochkonjunktur für Zeitarbeitsfirmen dort angestellt wurden.
      An sich hatte ich das Gefühl, mich in der Zeit dumm und dusselig zu verdienen, aber im Vergleich wurde ich mit einem Hungerlohn abgespeist. :think:


      Inwieweit eine ZF bei einer richtigen Anstellung behilflich sein kann, vermag ich nicht zu sagen.
      Einen Versuch kann man ja starten, vllt. ist die ZF in der Nähe ja tatsächlich seriöser als die von Kobold.
      Mal gucken gehen kostet nichts.

      Ich drück dir die Daumen, dass der nächste Job ein guter ist, der dir Spaß macht!!
      Das Leben ist ungewiss - iss den Nachtisch zuerst!