Ich habe meinen Kater Salem seit 7 Jahren. Als Baby habe ich ihn aus dem Tierheim geholt.
Salem war immer total lieb, ganz doll verschmust. Er ist ein relativ ruhiger Kater gewesen, der zwar seine "5 Minuten" bekam, in denen er durch die Wohnung tobte, aber das ist ja für ne Wohnungskatze völlig normal.
Salem ist kastriert worden als er ein dreiviertel Jahr war.
Vor ca. 2 1/2 Jahren zogen wir beide um. Wir hatten in den 7 Jahren 3 Partner, die bei uns wohnten bzw. mein jetziger Partner wohnt mit uns zusammen.
Ca. 2 bis 3 Monate nach dem Umzug - wir waren damals allein - ging ich nachts zur Toilette. Ich habe Außenjalousien und demzufolge war es sehr dunkel. Als ich wieder kam von der Toilette, spran Salem plötzlich wie angestochen aus seinem Schlafkorb und fauchte und schrie und spuckte mich an. Dann verschwand er unter das Bett. Ich machte sofort das Licht an und versuchte beruhigend auf ihn einzureden. Leider ohne Erfolg. Ich konnte mich dem Bett nicht nähern, ohne dass er wieder fauchte, knurrte und schrie.
Weinend verkroch ich mich ins Wohnzimmer, da ich mich nicht mehr in mein Bett traute. Am nächsten Tag rief ich den Tierarzt an, der mir sagte, ich solle mir das von dem Kater nicht gefallen lassen, ich sei der Herr im Haus. Man empfahl mir eine Rütteldose zu basteln und diese zu werfen. Ihn anzuschimpfen und ihm klar zu machen, das ich die Chefin sei. Heute weiß ich das ich damit vermutlich alles schlimmer gemacht habe, aber schließlich war er doch der Tierarzt....

Zwei oder drei Tage ging das so weiter - dummerweise bin ich in meiner Wut und auch Angst dazu übergegangen, den Kater aus seinem Versteck unter dem Bett mit der Wasserspritze zu verjagen. Schließlich wollte ich ja auch in meinem Bett schlafen. Ich hatte solche Angst das ich ihn aussperrte.
Nach zwei drei Tagen war plötzlich wieder alles vorbei, als ich nach der Arbeit nach hause kam, begrüßte mich mein Kater verschmust an der Tür.
Leider bekam er immer mal wieder solche Anfälle. Es war jedoch nicht erkennbar, welchen Grund diese haben. Manchmal war monatelang Ruhe manchmal 3-4 Wochen. Aber immer hat er nur gefaucht, geknurrt und sich versteckt.
Nach langer Zeit ging ich dann dazu über ihn dann zu ignorieren. Leider konnte ich das erst, als ich keine Angst mehr vor ihm hatte. Die Agressionen von meinem lieben süßen Salem richten sich leider nur gegen mich.... niemand anderen hat er je so angefaucht.
Im September letzten Jahres rief ich eine andere Tierarztpraxis an. Ich fragte, ob ich mir eine zweite Katze anschaffen solle. Diese meinte, das würde in diesem Fall wohl eher nach hinten losgehen und ich solle mir Feliway besorgen. Das ist so ein Stecker für die Steckdose, der Wohlfühlpheromone ausstäubt. Das würde Katzen sehr beruhigen.
Dann kam der Dezember des letzten Jahres. Kurz vor Silvester saß mein Kater noch am Fenster und beobachtete die Knallerei und das Feuerwerk. Er hatte überhaupt keine Angst.
Am 30. fauchte mein Kater mich frühs mal wieder an. Ich ignorierte ihn. Er saß irgendwo im Wohnzimmer - ich wusste nicht wo. Ich ging die Fenster öffnen, plötzlich wurde mein Kater immer lauter, fauchte und schrie - er saß wohl unter dem Wohnzimmertisch - und plötzlich erwischte er mich aus seinem Versteck am Fuß und verletzte mich.
Er lief geduckt an mir vorbei und kam am 30. und 31. auch überhaupt nicht zum schmusen zu mir. Hatte also wieder seine "Tage". Am 31. kam ich ein Uhr nachts nüchtern nach hause. Ich legte mich ins Bett und sah las bis nachts um vier. Der Kater kam ab und zu, schnüffelte und verschwand schnell wieder.
Vier Uhr nachts ging ich zur Toilette. Plötzlich stand mein Kater im Wohnzimmer - ohne sich zu verstecken - und fauchte und schrie mich an. Er knurrte und drehte total durch. Aber er flüchtete nicht!
Ich machte die Schlafzimmertür hinter mir zu und fing fürchterlich an zu weinen - so war er noch nie durchgedreht - und er hatte mir auch noch nie etwas getan.
Ca. eine halbe Stunde später kam mein Partner nach hause - nichts!
Ich hatte am nächsten Tag meine Nichte zu Besuch, und natürlich Angst, dass er irgendwas tut. Wenn er fauchte, holte ich also die Wasserspritze raus.
Einen Tag später kam mein Kater geduckt aus dem Schlafzimmer, beobachtete mich von weitem. Ich sprach ihn an - und er kam zu mir und schmuste und schmuste.
Gestern, drei Wochen nach der letzten Attacke.... saß mein Kater auf der Couch ich kam aus der Küche (früher Abend) und plötzlich begann er wieder mich wie blöd anzufauchen. Er versteckte sich aber nicht, wie sonst, sondern blieb einfach sitzen und fauchte, sobald ich mich bewegte. Ich redete auf ihn ein - mit der "hier ist was zu naschen"-Stimme... leider keine Änderung. Ich bekam wieder Angst. Mein Partner kam - nichts. Daraufhin schimpfte ich den Kater an.... fauchen. Mein Partner schimpfte und warf ein Kissen - endlich versteckte sich der Kater und gab Ruhe.
Nun heute, ich ging extra gleich früh duschen um evt. Gerüche abzuwaschen, schlich mein Kater mir wieder lieb um die Beine. Ich gab ihm sein Futter, streichelte ihn, sprach mit ihm. Dann ging ich ins Bad, sauber machen. Das Telefon klingelte - ich ging ins Wohnzimmer - legte auf und ging einen Schritt in Richtung Bad/ Schlafzimmer da höre ich schon das Fauchen und Spucken. Wusste aber nicht, wo der Kater ist. Ich ging weiter, und das Fauchen kam aus dem Schlafzimmer. Der Kater saß unter dem Bett und fauchte und schrie. Sowie ich einen Schritt ins Schlafzimmer tat, griff er die ums Bett liegenden Gegenstände aus seinem Versteck an. Ich habe mich fürchterlich erschrocken. Dachte aber, wenn ich ihn ignoriere und mich normal verhalte, merkt er vielleicht, dass von mir keine Gefahr ausgeht. Also habe ich die Wäsche zusammengelegt. Bei jedem Schritt in Richtung Bett bzw. bei jeder Fussbewegugn fauchen und schreien unter dem Bett. Dann ging ich bis auf einen halben Meter an das Bett heran - nur noch fauchen - und wollte die dort stehenden Schüsseln für den Abwasch nehmen. Das konnte ich auch noch tun. Und plötzlich, als ich wieder einen Meter vom Bett weg war und das Fenster geöffnet hatte drehte ich mich noch mal um - der Kater fauchte und schrie, kam unter dem Bett hervor und sprang mich an. Er zerkratzte mir das Knie und den Unterschenkel - sprang wieder weg und fauchte und schrie mich an und fixierte mich dabei. Ich wusste mir nicht zu helfen - hatte ja auch Angst mich umzudrehen ... da warf ich einfach ohne nachzudenken eine von den Schüsseln. Zum Glück habe ich ihn nicht getroffen .... aber ich wusste einfach nicht was ich tun sollte. Es tut mir so leid

Der Kater verschanzte sich wieder unter dem Bett. Ich ließ das Terassenfenster offen die Schlafzimmertür zu und nun traue ich mich nicht mehr hinein. Wenn alles schlecht läuft, ist er nachher weg.... dabei ist er doch mit seinen sieben Jahren noch nie draußen gewesen.
Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll. Ich bin so traurig. Ich hab ihn doch schon gehabt, als er ein kleines Baby war. Und ich hab ihn doch so lieb. Aber jetzt hab ich solche Angst vor ihm.
Und ich kann ihn doch nirgendwo hingeben.... ich weiß nicht, wen er sonst noch anfällt.
Was soll ich nur machen????





