So ganz einfach ist es nicht. es gibt auch Hunde, die direkt nach vorn gehen und die beissen nicht als allerletzte Möglichkeit ansehen. Es gibt Hunde, die Streit regelrecht suchen. Hunde sind keine Engel auf vier Pfoten.
Es stimmt einfach nicht, dass Hunde keinen Streit anfangen. Jedenfalls unter einander. Sonst würde es nie zu Konflikten unter Hunden kommen, da jeder gleich beschwichtigt. das ist aber nicht so.
Zu den sog. "Calming Signals" - davon hat Talba keine ausgesendet. Habe sie doch gesehen: Ganz deutlich durchs Glas. Sie hat sonderbar geguckt - so nach dem Motto: WAs denn das nu? Und hat die Nackenhaare minimal gestellt - ist dann sofort aufgestanden und ein paar Meter zur SEite gegangen. ABer so, dass sie immer noch nicht GEfahr lief überfahren zu werden und so, dass sie immern och nicht weit weg von der Tür war und diese genau ansehen konnte.
Ich frage mich auch, warum der Hund das Kind hätte beschwichtigen "sollen"? DAs Kind ist immerhin "rangniedriger" und eigentlich keine erst zu nehmende Gefahr - wesshalb sie sich, wie ich vermute, so neutral gezeigt hat. Das Kind war auch kleiner als sie. Konnte also gerade so laufen - kleiner oder Augenhöhe also.
Übrigens hat mein Hund keine Verlassensängste: Sie weiß, dass ich immer wieder komme! Ich finde es traurig, wenn jedem Hund Verlassensängste unterstellt werden, nur weil er mal drei Minuten vor einem Laden liegen soll.
Diese Behauptung kann ich also gar nicht unterschreiben. Ein Hund, der seinem Halter vertraut hat in so einer Situation keine Verlassensängste.
Zu dem Punkt mit dem Lärm: Dann dürfte es auch keine Blindenhunde geben. Denn diese werden meist in der Stadt gebraucht und in EInkaufsläden. Auch Zollhunde am Flughafen o.Ä. sind enormem Stress und Lärm ausgesetzt - genauso Rettungshunde jedweder ARt. So lange aber das Mensch-Hund-Team sich vertraut kann STress hier auch positiv sein - denn der Hund hat den Menschen der ihn leitet und der Mensch hat den Hund, der ihn für ihn arbeitet.
Zu dem Punkt mit der Kontrolle: Aber ich habe einen Hund, dem ich vertrauen kann! Daher brauche ich in dem MOment keine Kontrolle zu haben. Es reicht das innere BAnd das dem Hund versicherte, dass ich wiederkomme - das dem Hund Zeit seines Lebens mit mir gezeigt hat, dass er ein souveräner Hund sein kann, der vor nichts Angst haben muss. - Ein Hund, der viel erlebt und rund um die Uhr mit mir zusammen ist.
Wenn ich ausreiten gehe habe ich quasi auch keine direkte Kontrolle über meine beiden Hunde. Dennoch überquere ich Straßen und reite sogar manchmal fünf Stunden aus, ich oben, die Hunde unten auf dem Boden. Wir reiten an anderen Hunden und Spaziergängern vorbei, ohne, dass sich meine Hunde um diese kümmern würden.
Ich bin durchaus der Meinung, einen erwachsenen, alltagserprobten Hund kann man vor einem Laden liegen lassen.
Zu der Sache als ich noch ein Kind war: Nein, ich bin nicht immer korrekt mit Tieren umgegangen. Mit AMeisen zumindest nicht. Und als meine Mutter das gesehen hat, hat sie mich sofort "belehrt" und ich habe fortan nie wieder in einem Ameisenhaufen herumgestochert.
Ansonsten wurde mir REspekt vor Tieren beigebracht. Ich wurde stets dazu angehalten, Tiere in Frieden zu lassen und Hunde erst dann zu streicheln, nachdem ich den Besitzer gefragt habe ob das ok ist.
Ich bin arg sensibilisiert worden für die Körpersprache von Tieren. Ich wuchs im letzten Haus einer kleinen Stadt auf und hatte einen direkten Blick auf Wiese und Wald und einen mehr oder weniger breiten Flusslauf. Täglich spielte ich mit meiner Schwester in den WIesen und ich kann von mir behaupten ein einigermaßen gesundes Verhältnis zur Mutter Natur erworben zu haben.
Hätte ich ein Tier grob behandelt, wäre me ine Mutter dazwischen wie eine Furie. Zumindest hätte sie gesagt, dass ich das lassen soll.
So habe ich schon immer gewartet, bis Tiere zu mir kamen und nicht andersherum. Einen ängstlichen BLick habe ich schon als Kind deuten können. ES stimmt nicht,d ass Kinder das nicht können.
Es sind oft die Eltern dran schuld, die ihre Kinder verrohen. So ging ich mal spazieren und ein Mädchen sagte zu seiner Mutter, Tjhorin habe Angst. Die Mutter erwiderte: So ein Quatsch!
Ich mischte mich ein und lobte das Mädchen, dass sie das toll beobachtet habe und das der Hund tatsächlich Angst habe - sagte dann der Mutter, dass der Hund Angst hat und ihre Kleine das toll beobachtet hätte. Die Mutter guckte ganz doof, so, als glaube sie auch mir das nicht.
Sie wird es sicher noch schaffen, ihr Kind zu verrohen. Schade.
Thora
Zitat Dr. Dorit Feddersen-Petersen "Wo das Beziehungsgefüge stimmt, funktioniert das aufeinander bezogene Verhalten - und die Leine ist eigentlich überflüssig"




