(etwas hochgestochen, aber ich finds wunderschön..und vor allem erstaunlich, wie ein Mensch dieser Epoche so denken konnte... )
Inschrift auf dem Denkmal eines
Neufundländer-Hundes
Kehrt zur Erd ein stolzer Menschensohn,
Ruhmlos, doch von GEburt aus mächtig schon,
Erschöpft des Bildners Kunst des Schmerzes Pracht ,
Bis, wer hier ruht, ein stolzes Mal besagt;
Doch was er war, dies steht nicht auf dem Stein -
Nein, das nur, was er hätte sollen sein.
Der arme Hund jedoch, ein Freund so treu,
Der seinem herrn doch steht so mutig bei,
Ihn stets zuerst bewillkommt und fur ihn
Wacht, kämpft, lebt, atmet, duldend alle Mühn,
Stirbt, unbekannt sein WErt und ungeehrt,
Der Himmel seiner Seele selbst verwehrt,
Derweil der Mensch, der eitle Wurm, dort ein
Zu gehn gedenkt ausschließlich und allein.
O schwach Geschöpf der Stunde, Mensch! durch Macht
Verderbt, durch Sklaverei herabgebracht:
Wer recht dich kennt, sagt sich mit Ekel los
Von dir, belebten Staubes feilem Kloß;
Lust deine Liebe, deine Freundschaft Trug,
Dein Lächeln Heucheln, deine Rede Lug,
Feil von NAtur, Mensch nur dem Namen nach,
Läßtjedes Tier erröten dich vor Schmach.
Zieht weiter, die ihr diese Urne seht,
Für keinen, den ihr ehret, hier erhöht;
Sie klagt um einen Freund, einst teuer mir -
Nur einen kannt ich: dieser ruhet hier.
Geschrieben im November 1808, Newstead Abbey..
Zitat Dr. Dorit Feddersen-Petersen "Wo das Beziehungsgefüge stimmt, funktioniert das aufeinander bezogene Verhalten - und die Leine ist eigentlich überflüssig"