Bin ´n bißchen geschockt

      Bin ´n bißchen geschockt

      Hi Leute...
      Ich weiß nicht, wie weit die Nachrichten durchs Land gegangen sind: gestern abend gabs ein heftiges Unwetter in Köln (war da zum Glück schon zu Hause in Krefeld) mit zwei Toten. Eine davon - hat mein Freund mir heute morgen berichtet - war eine Radfahrerin, die von den Scherben einer Fensterscheibe getroffen wurde.
      Und was ist: ich komme ins Labor (= Arbeitsstelle) und erfahre, dass diese Radfahrerin die Freundin eines Kollegen war...
      :eek:
      Da ist mir echt ganz anders geworden. Ich kannte sie nicht wirklich, hab sie aber oft gesehen, wenn sie den Kollegen besucht hat...

      Naja, wollte ich euch nur erzählen. Die Welt ist
      1. klein
      2. grausam und ungerecht
      :sad:


      Hallo Tinki

      Das ist wahrlich sehr tragisch! Tut mir leid!! :sad: Vorallem wenn man diese Leute noch kennt, dann sowieso. Man hört tagtäglich solche schlimmen Meldungen, doch wenn wir die Personen nicht kennen, nehmen wir solche Meldungen fast gar nicht mehr wahr.

      Etwas ähnliches ist bei uns im Geschäft auch passiert. Es war ein ganz normaler Morgen und plötzlich fiel der Strom aus. Zuerst dachten wir es wäre eine Sicherung im Haus, bis wir über ein Funkradio mitbekamen, dass praktisch die ganze Stadt lahmgelegt sei. Wir erfuhren dann dass es einen Lichtbogen in einer Trafostation gab und dort die 3 Elektromonteure, welche an dieser Station arbeiteten, betroffen seien. Am nächsten Tag starb dann ein Monteur an seinen Verletzungen und Verbrennungen (70% der Haut war verbrannt). Dies war leider ein Onkel meines Arbeitskollegen.

      Da sage ich mir wieder, dass man immer den heutigen Tag in vollen Zügen leben soll, denn man weiss wirklich nie, was passieren kann und ob es einen nächsten Tag gibt! :confused:

      Liebe Grüsse, Sybille
      Nicht weil es schwer ist, wagen wir's nicht,
      sondern weil wir's nicht wagen, ist es schwer.
      Das ist schon heftig & es tut mir auch Leid für dich, aber ich denke einfach das es das Schicksal ist.
      So einen Fall hatte ich noch nie irgendwie. Ich war nur mal selber bei soetwas betroffen..

      Aber nen Sturm & dann von scherben. mein Gott. Das muss ja so heftig sein :|
      Aber wie gesagt. Ich denke mittlerweile so, dass das Schicksal von uns vorbestimmt ist...
      ..........
      Huch - gruselig und schlimm! Da fehlen einem doch die Worte!

      Mir ist mal was Ähnliches passiert:
      In Hamminkeln haben sich drei Jugendliche auf der Landstraße vor einen Baum gefahren. War mir sehr suspekt irgendwie, weil ich die Straße gut kenne und es nur geradeaus geht und die Wetterlage war gut. Alle sind verstorben.

      So weit so gut. Ein paar Tage später ruft ein Kunde an (ich habe damals noch bei einer Textilmietfirma gearbeitet) und möchte einen Mitarbeiter abmelden und dessen Kleidung zurückgeben. Ich hab also gefragt, ob der Mitarbeiter die vielleicht aufkaufen möchte... und er meinte, die würde er nicht mehr brauchen, der Azubi sei ums Leben gekommen der die Kleidung immer trug sonst.

      Und was seh ich auf dem Blick in meinen Computer: die Firma war direkt da in der Nähe und der Vorname stimmte auch.

      Eine andere Begebenheit: Ein Kunde ruft an und möchte einen "ausgeschiedenen" Mitarbeiter abmelden. Er druckste etwas rum und meinte dann, er könne aber nur zwei statt der üblichen drei Garnituren Kleidung wieder abgeben. Ich frag natürlich nach dem Grund.... und der Kunde meint nur: die kann keiner mehr tragen, die hatte der Kollege an, als er vom Dach gefallen ist! (War eine Dachdeckerfirma).

      Da hat man doch schon den einen oder anderen Kloß im Hals...
      "A reader lives a thousand lives before he dies.
      The man who never reads lives only one." (George R. R. Martin)
      Ja, bei solchen Geschichten muss ich auch immer leer schlucken. :think:
      Habe gestern eine Todesanzeige von jemandem gelesen, der genau den gleichen Jahrgang hatte wie ich. 1976. :eek: Zu jung zum sterben. :sad: Er hinterliess eine Frau und 2 kleine Kinder. :sad:
      Dies hat mir auch ein bisschen zu denken gegeben. Vorallem wenn man junge Jahrgänge liest.
      Oder als mein Schatz noch jünger war, hören sie bei sich im Dorf den Krankenwagen und einer sagte, dass es am Waldrand einen schlimmen Unfall gegeben hätte. Er und sein Bruder gingen dann schauen und sahen ein völlig demoliertes Auto an einem Baum hängen. Die Rettungsleute und Feuerwehr war schon am bergen. Sie gingen dann aber wieder nach Hause und eine halbe Stunde später erfuhren sie, dass da ihre Cousine drin war, die bei diesem Unfall verstarb. :confused:

      Liebe Grüsse, Sybille
      Nicht weil es schwer ist, wagen wir's nicht,
      sondern weil wir's nicht wagen, ist es schwer.
      Ich hab mal in den frühen Achtzigern wahnsinniges Glück gehabt, dass ich zu "breit" war, des nachts noch an einer Tour zu einer Kneipe im Nachbardorf teilzunehmen - einer meiner, naja, Kumpels dieser Zeit (Freunde wär übertrieben) ist gestorben, einer schwer verletzt und ein paar Wochen im Koma, der musste mühsam gehen, sprechen etc. wieder lernen, den dritten hab ich dann auch ein paar Wochen gepflegt(Trümmerbruch an beiden Schienenbeinen, Fixateure, aber er wollte absolut nicht im Krankenhaus bleiben...).
      Am Morgen danach kam ein echter Freund durchs Fenster in unsre damalige Bude, um mich zu suchen, und teilte mir mit, was geschehen war.. Ich wurde echt gesucht, denn die andren drei lagen weiträumig verstreut in einem Maisfeld und es war allgemein bekannt, dass ich stets dabei war bei gemeinsamen Aktionen (wir hatten eine WG derzeit). Da man mich dort nicht fand, ist mein Freund H. seinerzeit bei uns eingebrochen, um zu gucken, ob ich da bin. Wow, das war ein Schock!!!
      Seinerzeit waren wir so drauf, dass wir gesoffen, gekifft und obendrein "Blödmacher" (Szenejargon) eingeworfen hatten - Valium, Psychopharmaka, was so verfügbar war. Polytoxomanie, um so "breit" wie nur irgend möglich zu werden...
      Das ist jetzt über 20 Jahre her, aber ich kann immer noch am 17. August meinen zweiten Geburtstag feiern. Positiv daran ist, dass sich mein Rausch-such-Verhalten dadurch schlagartig geändert hat - negativ ist, dass ich immer noch etwas wie Schuldgefühle hege, dass ich die andren drei nicht davon abgehalten hab, noch loszufahren. Ich hab mich seinerzeit "breiter" gestellt, als ich wirklich war - wenn auch schwammig kann ich mich erinnern, mich "abgestürzt" gestellt zu haben, um nicht mitfahren zu müssen, denn ich hatte einfach keinen Bock auf Aktion und wollte einfach weiter auf dem Sofa liegen und Musik hören... Also hab ich mich "tot" gestellt... wollte einfach meine Ruhe haben und war sogar einen Moment lang froh, als die andren aus dem Haus waren...
      Manchmal denk ich immer noch, ich hätte sicher noch die Kraft aufbringen können, die andren am losfahren zu hindern - Autoschlüssel verstecken oder sonstwas machen. Aber, wie gesagt, ich war auch ganz froh, dass sie los wollten und ich meine Ruhe hatte...
      Daran hab ich immer noch gelegentlich (wie jetzt) zu knabbern.

      Passt vielleicht nicht ganz ins Thema, war ja keine Naturkatastrophe oder sowas, aber das fiel mir grade ein und ich möcht es auch hier mal loswerden und zur Diskussion stellen, falls sich jemand dazu äussern möchte.
      Das Unwetter war relativ kurz, aber doch sehr heftig. Es schüttete total und dazu hagelte es noch größere Eisbrocken.

      Zu dem Zeitpunkt hatten 2 Kollegen und ich gerade frei und mussten noch eine zeitlang im Hausflur des Büros ausharren, bis wir uns raus trauen konnten.

      Tut mir leid, was da passiert ist, ich fürchte wir sind am Ort des Geschehens vorbei gefahren.
      Ich konnte zwar während der Fahrt im noch immer strömenden Regen nicht wirklich den Blick von der Strasse nehmen, aber mein Kollege erzählte, dass dort jemand lag, wahrscheinlich von Teilen eines Baumes erschlagen (Krankenwagen stand auch schon dort). Was genau da los war konnte ich allerdings nicht sehen, ich musste zusehen, dass meine alte Karre in dem Wetter die Bodenhaftung nicht verliert.
      Auf dem weiteren Weg lagen auch immer wieder gößere Stücke von Bäumen am Strassenrand.

      Ehrlich gesagt kann ich es aber auch nicht ganz verstehen, wie Leute sich bei einem solchen Wetterzustand dann auf die Strasse trauen bzw. sich nicht irgendwo unterstellen... Ich hätte mich da zu dem Zeitpunkt nicht raus gewagt.

      Mein Beileid und Gruß,
      Patrick
      Uiuiui...
      Ja, es kann schon sein, dass ihr dran vorbei gekommen seid. Kann aber auch was anderes gewesen sein, gab ja noch nen Toten und auch eine Schwerverletzte...
      Also, hab gestern noch gehört, dass sie wohl auf dem Weg zu ihrem Freund (meinem Kollegen) war. Er hat auf sie gewartet, und als sie nicht kam, ist er losgegangen. War aber schon anderthalb Stunden später, und es lag nur noch ihr Fahrrad da, und alles war abgesperrt...
      Ich weiß auch nicht, wieso sie bei dem Wetter draußen war. Vielleicht wurde sie unterwegs vom Unwetter überrascht... Es ist jedenfalls echt unschön hier, der Kollege kreuzt immer mal wieder auf, um Formulare auszufüllen, und er sieht echt schlecht aus, er tut mir so leid...
      Ich kann euch nur sagen, das ist mein schlimmster Alptraum, dass mir mal sowas passiert!! Noch dazu hab ich mich an dem Unwetter-Tag mit meinem Schatz gefetzt, und wenn ich mir jetzt vorstelle, ihm wäre was passiert - ohne dass wir uns vorher versöhnen konnten - grässlich!!

      Naja, egal, ich will das Leid der armen Angehörigen hier nicht noch weiter ausbreiten.
      Wollte noch was zu Martin sagen: es ist echt schlimm, was dir passiert ist. Mir wird immer ganz anders, wenn ich höre "Jugendliche bei Unfall getötet" oder so. Leider kommt es so oft vor... Eine böse kleine Stimme in meinem Kopf sagt dann immer: "Selber schuld!" Naja, wenn man so einen Unfall überlebt oder ihm zufällig entgeht, so wie du, hat man wenigstens die Gelegenheit, draus zu lernen. Das hast du ja zum Glück auch :wink: Aber für die Toten - ich weiß auch nicht, jeder dieser Tode ist so unglaublich sinnlos. Warum sind die Menschen nur so dumm... Du hast echt wahnsinniges Glück gehabt, dass du damals nicht ins Auto gestiegen bist. Aber ich kann auch deine Schuldgefühle verstehen. Tja, die kann dir wohl auch niemand ausreden, oder? Berechtigt oder nicht, Schuldgefühle sind in so nem Fall wohl normal...