Kopper müssen koppen dürfen

  • Es sieht beinahe komisch aus. Das Pferd setzt die Schneidezähne des Oberkiefers auf der Boxenwand auf, schluckt Luft und rülpst dabei ordentlich.

    Was auf den ersten Blick wie schlechte Manieren wirkt, ist in Wahrheit eine Verhaltensauffälligkeit, die vor allem auf Langeweile oder Stress zurückzuführen ist.

    „Da diese Unart schlecht für die Zähne ist und sich durch das Luftschlucken folgenschwere Koliken entwickeln können, versuchen viele Tierbesitzer durch Koppriemen um den Hals das Koppen zu unterdrücken“, berichtet Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V. Einige Pferdehalter lassen ihr Tier sogar operieren. Dabei werden die Halsmuskeln durchtrennt, die das Tier braucht, um überhaupt Koppen zu können.

    „Neueste Untersuchungen raten von Koppriemen und diesen operativen Eingriffen aber eindeutig ab“, so die Tierärztin. Es hat sich herausgestellt, dass Kopper zwar insgesamt empfindlicher auf Stress reagieren, aber es konnte auch eindeutig belegt werden, dass sie eben diesen Stress durch das Koppen abbauen. „Deshalb sollte man Kopper auch koppen lassen“, fasst Frau Dr. Hölscher die Ergebnisse der Studie zusammen.

    Wie immer ist es auch hier falsch, die Symptome zu unterdrücken. Besser man packt das Übel bei der Wurzel. In diesem Fall bedeutet das, die Ursache des Koppens abzustellen: Langeweile und Stress. Verbessert der Pferdefreund die Lebensumstände der Vierbeiner, dann lässt sich auch das unerwünschte Verhalten reduzieren. „Viel Weidegang ist ein Grundpfeiler der Therapie“, empfiehlt die Veterinärin. Ausreichend Rohfaserfütterung und abwechslungsreiches Training runden die optimale Pferdehaltung ab. Dann gehört das ungehörige Rülpsen auch der Vergangenheit an.

    Weitere Informationen bei:

    Dr. med. vet. Tina Hölscher
    Mobil: +49 177 2451198
    E-Mail: tierarzt@aktiontier.org

    aktion tier – menschen für tiere e.V.
    ist deutschlandweit eine der mitgliederstärksten Tierschutzorganisationen. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Bevölkerung durch Kampagnen und Informationsveranstaltungen auf Missstände im Tierschutz aufmerksam zu machen und Lösungen aufzuzeigen, wie diesen nachhaltig begegnet werden kann.

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