Wenn die Katze zu Hause bleibt – Tipps für die Betreuung eines Stubentigers

  • Für die Reise ist alles vorbereitet und die Koffer sind gepackt. Doch nicht alle Familienmitglieder werden im Urlaub dabei sein. Manchmal ist es besser, wenn Haustiere nicht mit ihren Menschen verreisen. Das gilt vor allem für Katzen, die sehr revierbezogen sind und nicht gut mit Veränderungen zurechtkommen. Doch natürlich können sie nicht mehrere Tage alleine bleiben. Wie Katzen während eines Urlaubs betreut werden können und worauf dabei geachtet werden muss, hat die Tierschutzorganisation TASSO e.V., die Europas größtes Haustierregister betreibt, zusammengefasst.

    Grundsätzlich haben Katzenhalter mehrere Möglichkeiten, wie sie ihre Samtpfote während ihrer Abwesenheit betreuen lassen können:
    • Das Tier bleibt zu Hause und ein Freund oder ein Familienmitglied kümmert sich während der Abwesenheit der Tierhalter um die Katze.
    • Das Tier zieht vorübergehend zu vertrauten Freunden oder Familienmitgliedern und wird dort betreut.
    • Die Katze bleibt in ihrer gewohnten Umgebung und wird von einem Katzensitter betreut.
    • Eine Tierpension übernimmt die professionelle Versorgung und Betreuung.
    Welche Möglichkeit die richtige ist, müssen Tierhalter im Einzelfall entscheiden. Manche Katzen mögen es überhaupt nicht, ihr Zuhause zu verlassen, während sich andere vielleicht auch bei einer vertrauten Person wohlfühlen können. In jedem Fall sollte sich der Betreuer während der Abwesenheit der Halter viel Zeit für das Tier nehmen. Oft ziehen Familienmitglieder auch einfach kurzerhand ein paar Tage in die Wohnung ihrer abwesenden Verwandten und leisten der Katze Gesellschaft.

    Professionelle Tiersitter lernt die Katze am besten schon im Vorfeld kennen. Im Vorgespräch mit einer Tierpension lässt sich klären, wie Übergabe und Aufenthalt für die Katze individuell stressfrei gelöst werden können. Tiersitter und Pensionen lassen sich über verschiedene Online-Plattformen finden. Halter sollten hier auch darauf achten, dass diese eine entsprechende Erlaubnis nach § 11 Tierschutzgesetz haben. Auch private Portale, über die Tierfreunde sich austauschen und anderen freiwillig Hilfe anbieten, gibt es mittlerweile zahlreich.

    Wichtig ist in jedem Fall, dass sicher geklärt wird, dass die Katze nur betreut werden soll und nicht etwa in das Eigentum des Betreuers übergeht. Leider geschieht es sehr häufig, dass es aus den verschiedensten Gründen zu Streitigkeiten bei der Rückgabe von Pflegetieren kommt, weiß die für TASSO tätige Rechtsanwältin Ann-Kathrin Fries. Sie rät daher dazu, klare Verhältnisse zu schaffen: „Tierhalter sollten unbedingt einen schriftlichen Verwahrungsvertrag mit den Tierbetreuern abschließen, in dem unter anderem festgelegt wird, dass die Katze lediglich in Pflege gegeben wird und wann sie wieder abgeholt wird. Auch wie mit in dieser Zeit entstehenden Kosten für Futter und Pflege umgegangen wird und dass der Betreuer kein Zurückbehaltungsrecht hat, sollte besprochen und festgehalten werden.“ Ein solcher Vertrag ist zwar auch mündlich wirksam, sollte aber sicherheitshalber schriftlich festgehalten werden, rät die Anwältin und ergänzt: „Dies gilt auch unter Freunden und Familienmitgliedern. Auch wenn man einen Vertrag unter Freunden oder Familienmitgliedern scheut, zeigt die Praxis, dass es insbesondere hier oft zu Missverständnissen und anschließenden Auseinandersetzungen kommt, eben weil es keine genauen Absprachen gibt oder Streitigkeiten, die eigentlich nichts mit dem Tier zu tun haben, darüber ausgetragen werden.“ Leidtragend ist dann oft das Tier, daher ist immer Vorsicht geboten.

    Wofür Tierhalter sich auch entscheiden, zwei Dinge sollten unbedingt gewährleistet sein, bevor eine Katze in Betreuung gegeben wird:
    • Sie ist mit den aktuellen Daten und einer mobilen Telefonnummer bei TASSO registriert.
    • Es besteht eine private Haftpflichtversicherung, die auch für die Katze entstandene Schäden abdeckt.
    Wenn Tierhalter frühzeitig vorsorgen, die Katze an die neue Situation gewöhnen und alle Eventualitäten einplanen, wissen sie ihre Katze während des Urlaubs gut versorgt und können sich ruhigen Gewissens entspannen.


    Über TASSO e.V.:

    Die in Sulzbach bei Frankfurt ansässige Tierschutzorganisation TASSO e.V. betreibt Europas größtes Haustierregister. Mittlerweile vertrauen rund 6,5 Millionen Menschen dem seit mehr als 35 Jahren erfolgreich arbeitenden Verein. Derzeit sind etwa 9,3 Millionen Tiere bei TASSO registriert und somit im Verlustfall vor dem endgültigen Verschwinden geschützt. Durchschnittlich alle acht Minuten vermittelt TASSO ein entlaufenes Tier an seinen glücklichen Halter zurück, dies sind im Jahr rund 87.700 Erfolge. Die Registrierung und alle anderen Leistungen von TASSO wie die 24-Stunden-Notrufzentrale, Suchplakate, TASSO-Plakette und der Suchservice sind kostenlos. Der Verein finanziert sich aus Spenden großzügiger Tierfreunde. Neben der Rückvermittlung von Haustieren ist TASSO im Tierschutz im In- und Ausland aktiv und sieht seinen zusätzlichen Schwerpunkt in der Aufklärung und der politischen Arbeit innerhalb des Tierschutzes. TASSO arbeitet mit den meisten Tierschutzvereinen und -organisationen sowie mit nahezu allen deutschen Tierärzten zusammen und unterstützt regelmäßig Tierheime unter anderem bei kostenaufwändigen Projekten. Mit dem Online-Tierheim shelta bietet TASSO zudem Tiersuchenden eine Plattform in der virtuellen Welt. Für die Tierhalter ist TASSO ein kompetenter Ansprechpartner für alle Belange des Tierschutzes.

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