"Aus heiterem Himmel" - ultra aggressiv

      "Aus heiterem Himmel" - ultra aggressiv

      Hallo zusammen,

      nachdem mir hier freundlicher Weise mit Rat und Tat bezüglich des Zusammenlebens meines alten Katers und meiner kleinen "Mia" (nunmehr zwei Wochen bei uns) hilfreich zur Seite gestanden wurde, hoffe ich nun auch mit meinem "neuen Problemchen" an dieser Stelle Rat zu erhalten.

      "Mia" ist nun sechs Wochen alt. Bereits in der dritten Lebenswoche wurde sie aus dem Haushalt einer sozial schwachen Familie in einem erbärmlichen Zustand geholt. Danach verbrachte sie eine Woche bei einer Tierärztin um wieder gesund gepflegt und aufgepeppelt zu werden. Die Tierärztin ist mir unbekannt. Die vierte Woche verbrachte Sie im Tierheim und seit der fünften lebt sie bei uns.

      Die erste Woche verlief wie erwartet. Der Kater respektierte aber akzeptierte sie nicht. "Mia" war mal scheu, mal drehte sie auf- es blieb aber alles im Rahmen. Am letzten Samstag (vor einer Woche) nun musste "Mia" zum Tierarzt, da sie unter Durchfall litt. Im Katzenkorb während der Fahrt, im Wartezimmer und auch beim Arzt verhielt sie sich normal und eher ruhig. Auf dem Rückweg aber bereits schrie sie den gesamten Wagen zusammen.
      Seither ist sie unausgeglichten und extrem aggressiv. Man kann sie nicht mehr auf den Schoss nehmen und streicheln- sie kratzt und beisst, man kann nicht an ihr vorbei gehen, ohne das sie einem ans Bein springt und kratzt und beisst. In der Zwischenzeit hat sie sogar 2x gefaucht und das ohne einen erkennbaren Grund.

      Was kann passiert sein? Wie kann ich mich verhalten?
      Ich befürchte fast, dass sie in der dritten Lebenswoche so schlechte Erfahrungen bei der Tierärztin gemacht hat, dass die letzte Begegnung mit dem Tierarzt etwas negatives in ihrem Köpfchen ausgelöst hat.
      Leider kann ich noch nicht mit den Erziehungsmaßnahmen meines Katers rechnen. Er ist Freigänger und betritt derzeit die Wohnung lieber ausschließlich zum Fressen, weil sie auch ihn attakiert.

      Über eure Ratschläge würde ich mich freuen.

      Liebe Grüße
      Nadine

      Hallo, wir sind Roy (8 Jahre, schwarz) und Mia (6 Wochen, bunt)
      Moin ,

      Wie wurde Mia gegen den Durchfall behandelt ?
      Ich vermute jetzt mal nur das sie eine Spritze bekommen hat ?
      Wenn dem so war, kann es sein das diese "falsch" gesetzt wurde und sie dadurch Schmerzen hat ?
      Das würde ihre Agressivität die direkt nach der Behandlung began erklärbar machen :think:

      Ich würde den TA erneut aufsuchen und das abklären .

      Mal sehen was die anderen dazu noch sagen :think:
      Hallo,

      mit dem TA habe ich soeben auch nochmal telefoniert. Er meinte, dass wenn die Katze noch so agiel ist, dass sie rumtollt und spielt, wohl keine Schmerzen hat. Sollte sie fauchen und kratzen wenn man sie anfasst wäre sowas möglich- sie macht es aber immer, quasi aus Prinzip...?:-(

      Hallo, wir sind Roy (8 Jahre, schwarz) und Mia (6 Wochen, bunt)
      Hi!

      Also ganz ehrlich, zu eurem Wohl und vor allem zu dem eurer Mia würde ich eurem 2. Kater partiellen Hausarest verordnen, so das er sich immer mal wieder ne Weile mit der Kleinen beschäftigen MUSS und sei es nur um sie in ihre Schranken zu weisen. Ist zwar komisch das diese Agressivität direkt nach dem TA Besuch anfing aber ich glaube es hat damit trotzdem nicht so viel zu tun...

      Was eure Kleine da macht ist für ihr Alter einfach ganz normal, was ihr als agressiv auffasst ist das Jadgspiel einer 6 Wochen alten Katze die nie die Chance bekommen hat von ihrer Mutter auch nur irgendwas zu lernen. Ihr seid eben die Einzigen die sich momentan in ihrer Nähe aufhalten und dann ist es ja völlig klar das ihr als unfreiwillige Spielpartner herhalten müsst. Wäre sie bei ihrer Mutter geblieben hätte sie jetzt ihre Geschwister&Mutter um genau das zu lernen was sie jetzt lernen muss, Jagd/Spielverhalten und wo ihre Grenzen sind. Die könnt ihr ihr leider nicht beibringen, daher wäre es DRINGEND nötig das euer Kater das in irgend einer Form übernimmt, sonst habt ihr später eine Katze die bei ihrem Gegenüber keine Schmerzgrenze kennt und vollkommen unsozialisiert ist.
      Oh weia, dass klingt bitter.
      Drüber nachgedacht habe ich auch schon. Der Kater ist schon ein kleines (wirklich sehr liebesbedürftiges) Sensibelchen. Für ihn gibt es auch nichts schlimmeres als Hausarrest. Er ist seit acht Jahren draußen.
      Meinst Du nicht, dass ich sie damit vielleicht "gebändigt", ihn aber "verstört/böse/etc." mache und das er dann beim ersten nächsten Freigang die Koffer packt? :think:

      Man steht immer so zwischen zwei Stühlen :( Schrecklich!

      Der TA erzählte mir gerade was von einem Mittelchen namens "Filedae" oder ähnlich. Es wäre ein Duftstoff der auf Katzen "beruhigend" wirkt, den ich in der Wohnung versprühen sollte.... wäre das vielleicht der bessere Anfang für einen ersten Versuch? :pray:

      PS: Was mir so im Nachhinein durch den Kopf geht - was ist denn mit anderen Katzen, die in diesem Alter zwangsläufig vermittelt werden und dann als Einzelkatze in einen Haushalt kommen. Die hätten keinen Kater zur "Eingliederung in die Katzenordnung"....

      Hallo, wir sind Roy (8 Jahre, schwarz) und Mia (6 Wochen, bunt)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „LuvShining“ ()

      Huhu!

      Also das mit partiellen Hausarest war eher so gemeint das du ihn einfach nachm fressen vielleicht nicht direkt wieder raus lässt sondern ihn noch 2 stunden drin behälst oder hier mal ne Stunde, da mal n halben Tag oder n paar Stunden. Mir ist klar das es quasi nicht möglich ist ohne größeres Theater einen Freigänger einzusperren und das er das garnicht lustig findet, deswegen müssen die Zeitabstände da schon sorgfältig gewählt sein und dürfen nicht überhand nehmen. Man müsste halt einen gute Mittelweg finden so das die Kleine ein bisschen Erziehung genießt und der Große trotzdem seinen gewohnten Tagesablauf fast einhalten kann.

      Was dein TA meinte ist ein Feliway-Stecker der Glückshormone verströmt und damit zum wohlbefinden der Katze beiträgt, das kann bei unruhigen, gestressten, nervösen Katzen durchaus helfen, behebt aber leider in keinster Weise euer Problem das die Kleine von Niemandem kätzisches Sozialverhalten lernt.

      Was mir so im Nachhinein durch den Kopf geht - was ist denn mit anderen Katzen, die in diesem Alter zwangsläufig vermittelt werden und dann als Einzelkatze in einen Haushalt kommen.


      Also ich würde mal behaupten das nur Jemand der vollkommen beknackt ist und keine Ahnung von Katzen hat ein 4 Wochen altes Kitten in einen Haushalt als Einzelkatze vermittelt, denn da sind Probleme einfach unausweichlich vorprogrammiert, woher soll das Kitten lernen wie man ein Kaklo benutzt, wie man mit Krallen und Zähnen umgeht, wie man sich mit Artgenossen verhält, usw. wenn keiner da ist der ihm das beibringt. Du musst dir vor Augen halten, ein Kitten sollte bis zur 12. Woche bei seiner Mutter und Geschwistern bleiben erst dann ist es so weit fertig "ausgebildet" das vom erlernten Sozialverhalten her keine Probleme zu befürchten sind. Nimmt man es früher weg (ich weiß ein beliebtes Abgabealter sind 8 Wochen :doh:) vor allem so viel früher nach 3-6 Wochen ist es in meinen Augen absolut fahrlässig sich nicht darum zu kümmern dass das Kitten in einen Haushalt mit älteren Katzen kommt.

      Was ihr zu der Ganzen Sache beitragen könnt, wenn sie euch anspringt, zu feste beisst oder kratzt, am Nacken festhalten auf die Seite legen (bitte auf garkeinen Fall am Nacken hochnehmen oder schütteln) und gaaaanz kräftig ins Gesicht pusten, das kommt dem fauchen der Katzenmama gleich und ist für euch die einzige Möglichkeit zumindest ein bisschen wirksam auf die Kleine einzugehen, erschrocken quieken und streng "Aua" sagen hilft manchmal auch.
      Hallöchen,

      nun, den armen Kerl nach dem Essen zu nötigen, erst einige Minuten drin zu bleiben, habe ich schon mehrfach versucht. Nach gut 30 Minuten gebe ich aber in der Regel auf, da er dann schon ganz verzweifelt schreit und an der Tür hoch und runter springt. Das sind die Zeiten, wo die Katze hinter ihm herrennt und in die Hacken beisst. :confused:
      Kurzum, er beschäftigt sich wirklich gar nicht mit ihr. Es macht mir den Anschein, dass es ihm einfach zu stressig ist. Er sitzt rechts, sie links. Sie kommt auf ihn zu, er rennt weg und so ist das immer, wenn beide in einem Raum sind.

      Aber ok, ich werde es mal weiter versuchen und zusätzlich dieses Beruhigungszeug holen - vielleicht hilft es ja :pray:

      Lieber Gruß
      Nadine
      PS: Warum darf man die Katze nicht in den Nacken packen und schütteln, wohl aber am Nacken packen und hochheben (zusätzlich ein paar strenge Worte unter vier Augen sprechen...)?

      Hallo, wir sind Roy (8 Jahre, schwarz) und Mia (6 Wochen, bunt)
      PS: Warum darf man die Katze nicht in den Nacken packen und schütteln, wohl aber am Nacken packen und hochheben (zusätzlich ein paar strenge Worte unter vier Augen sprechen...)?


      Also da hast du was falsch verstanden, man sollte eine Katze NIEMALS am Nacken hochnehmen sobald sie dem Babyalter entwachsen ist, das kann böse gesundheitliche Schäden hervorrufen weil sie viel zu schwer ist als dass das Nackenfell dieses Gewicht tragen könnte.
      Hallo Nadine,

      nun ich weiß ja nicht, wie deine "Kapazität" und finanzielle Situation ist, aber ich denke, dass allen Beteiligeten geholfen wäre, wenn du noch eine kleine (min. 12 Wochen alte) Katze dazu nimmst! :think:

      Dadurch wäre dein Kater von seiner ungewollten "Vaterrolle" entlastet und bräuchte sich dem "Terrorzwerg" nicht weiter auszusetzen! :lol:
      Und Mia hätte einen Spielkameraden, mit dem sie herum toben könnte und dadurch ihre Agression abbauen könnte. :dance: Außerdem könnte die neue (gut sozialisierte) Katze ihr das fehlende Sozialverhalten beibringen! Dadurch wären also allen geholfen! :pray:

      Wenn die beiden Kleinen dann etwas erwachsener geworden sind und auch ihren Freigang bekommen, werden sie sicherlich auch ruhiger, sodass sich dein Kater dann evtl. auch eher für beide interessiert und nicht mehr "ausgeschlossen" wäre.... Wobei ich sowieso den Eindruck habe, dass dein Kater eher ein Einzelgänger zu sein scheint, der an seine Gewohnheiten festhalten möchte....

      Gruß
      baily