PETAs Tipps für die Kleintieraußenhaltung im Winter: So kommen Kaninchen und Meerschweinchen gut durch die kalten Monate

  • Auch im Winter quietschfidel: Kaninchen und Meerschweinchen können ganzjährig im Freien gehalten werden, wenn sie an eine Außenhaltung gewöhnt sind und ihnen genügend Schutz vor der Witterung geboten wird. Wie die Kleintierunterkunft winterfest gemacht wird und worauf Tierhalter sonst noch achten müssen, damit ihre pelzigen Freunde gut über den Winter kommen, verrät die Biologin Dr. Yvonne Würz von der Tierrechtsorganisation PETA. „Kaninchen und Meerschweinchen stammen von robusten Wildtieren ab“, so Dr. Yvonne Würz. „Beide Arten sind von Natur aus Höhlenbewohner, und so konnten sich ihre Ahnen stets vor den schlimmsten Wetterkapriolen schützen. Heute müssen Tierhalter ihre kleinen Mitbewohner bei der Vorbereitung auf die Wintermonate unterstützen. Doch Vorsicht: Die Außenhaltung ist nicht für alle „Rassen“ geeignet.“

    So kommen Kaninchen und Meerschweinchen gut durch die kalte Jahreszeit:
    • Gesundheit geht vor: Nur fitte und gesunde Tiere dürfen ganzjährig im Freien gehalten werden. Kranke oder altersschwache Vierbeiner sollten nicht draußen überwintern.
    • Rechtzeitig planen: Wer Nager ganzjährig im Garten halten möchte, muss rechtzeitig mit der Planung beginnen. Sich spontan im November oder Januar für eine Außenhaltung zu entscheiden und die Tiere kurzerhand vom Warmen in die Kälte zu befördern, ist absolut schädlich. Das Immunsystem benötigt Zeit, um sich an die Anforderungen des mitteleuropäischen Winters zu gewöhnen. Nur wenn die Nager mindestens seit dem Sommer durchgehend draußen sind, können sich ihre Körper in den Jahresrhythmus der Natur einfinden und mit der Produktion des überlebenswichtigen Winterfells beginnen.
    • Gruppenkuscheln: Im Winter benötigen Kaninchen und Meerschweinchen mindestens ein Gemeinschaftshaus im Außengehege, in das sich alle Tiere hineinkuscheln und so gegenseitig wärmen können. Einzelhaltung ist generell tabu – Meerschweinchen und Kaninchen benötigen mindestens einen arteigenen Partner. Die Vergesellschaftung beider Tierarten ist nicht zu empfehlen, da es zu gefährlichen Missverständnissen unter den Tieren kommen kann. Gute Isolation – aber richtig. Einfache Holzhäuschen reichen nicht! Auf eine aufwendige Wärmedämmung der Schutzhütte sollte jedoch verzichtet werden, um eine gute Luftzirkulation zu gewährleisten. Andernfalls können sich Kondenswasser und Schimmel bilden und die abgestandene Luft kann die Atemwege der Bewohner schädigen. Am besten eignen sich Quartiere, die großzügig und mit geeigneter Einstreu wie beispielsweise Stroh oder Heu ausgepolstert werden. Im Unterschlupf sollte die Innentemperatur nie unter den Gefrierpunkt fallen.
    • Schutz vor Nässe und Zugluft: Ein feuchtkaltes Klima kann zu Schnupfen oder Lungenentzündungen führen. Das Gehege und vor allem die Hütten sollten also unbedingt geschützt werden.
    • Bewegung: Ist es kalt, aber trocken, dürfen die Tiere gerne Freilauf genießen. Die Bewegung hält sie warm und fit. Je mehr Platz den kleinen Vierbeinern zur Verfügung steht, desto besser.
    • Energie: Um die Körperwärme aufrechtzuerhalten, benötigen Kleintiere jede Menge Kalorien. Während Kraftfutter wie Getreidekörner Kaninchen und Meerschweinchen in der warmen Jahreszeit nur dick macht, kann es im Winter notwendig sein. Außerdem müssen stets genügend Heu und regelmäßig Frischfutter zur Verfügung stehen, denn nur über Rohkost bekommen die Tiere alle nötigen Vitamine. Da Meerschweinchen im Gegensatz zu Kaninchen selbst kein Vitamin C bilden können, ist bei ihnen besonders auf eine ausreichende Zufuhr zu achten. Praktischerweise mögen viele Meerschweinchen Zitrusfrüchte wie etwa Orangen (ohne Schale!), die besonders Vitamin-C-haltig sind.
    • Trinkwasser: Auch im Winter benötigen die Tiere täglich frisches Wasser. Damit die Flüssigkeit nicht einfriert, sollte sie mehrmals täglich durch lauwarmes Wasser ersetzt werden. Wenn im Winterquartier eine Stromquelle vorhanden ist, kann das Einfrieren auch durch eine spezielle, über dem Wassernapf angebrachte Wärmelampe verhindert werden. Stromkabel müssen dann so verlegt werden, dass die Tiere sie nicht annagen können.
    • Achtung bei ungeeignetem Fell: Einige Tiere haben ein Fell, das sie nicht vor Kälte und Nässe schützt. Erstaunlicherweise ist die Außenhaltung gerade für langhaarige und Angora-„Rassen“ ungeeignet. Ihr überlanges Fell scheitelt sich an vielen Stellen und setzt die empfindliche Haut so der Witterung aus. Manchen Meerschweinchen- und Kaninchenarten wurde das Deckhaar weggezüchtet, wodurch ihr Fell die Feuchtigkeit wie ein Schwamm aufnimmt.
    • Vorsicht vor „Ein- und Ausbrechern“: Wie auch für sommerliche Tagesausläufe gilt: Das Gehege muss absolut aus- und einbruchsicher sein. Katzen und Marder sind wahre Kletterkünstler, die selbst hohe Zäune überwinden können. Auch an Greifvögel muss gedacht werden, ebenso wie an Füchse, die gerne in Siedlungen unterwegs sind und sich schon mal unter einem Zaun hindurchgraben.
    Schon gewusst? Kaninchen stammen vom Europäischen Wildkaninchen ab, das ursprünglich in Spanien beheimatet war. Meerschweinchen kommen aus den südamerikanischen Anden, wo ihre wild lebenden Verwandten noch heute in kargen Gebirgslandschaften in über 4.000 Metern Höhe leben.

    Weitere Informationen:
    PETA.de/Kaninchenleid
    PETA.de/DasUnbekannteLebenDerKaninchen
    PETA.de/KaninchenundKinder
    PETA.de/Heimtierschutzgesetz


    Kontakt:
    Judith Stich
    +49 30 6832666-04
    JudithS@peta.de

    PETA Deutschland e.V. ist mit über einer Million Unterstützern die größte Tierrechtsorganisation des Landes und setzt sich durch Aufdecken von Tierquälerei, Aufklärung der Öffentlichkeit und Veränderung der Lebensweise dafür ein, jedem Tier zu einem besseren Leben zu verhelfen.

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