Pferde-Aktivstall für optimale Bewegung

  • Für die artgerechte Haltung von Pferden hat sich seit Jahren ein neuer Trend entwickelt: Der Aktivstall. Es handelt sich dabei grob gesprochen um die Symbiose von Laufstall, Freilauf, Offenstall und Paddock Trail. Der Kern eines Aktivstalls allerdings ist die automatisierte Fütterung. So hat auch in der Pferdehaltung die Technisierung Einzug gehalten. Wie genau ein Aktivstallkonzept aussieht, welche Vorteile er für Pferd und Reiter bereithält, sowie einige Anreize für Pferdehalter, sich auch ohne teure Automatisierung die Rosinen aus dieser Haltungsweise herauszupicken, gibt es in diesem Artikel.

    Was ist ein Aktivstall?

    Pferde sind in freier Wildbahn dauernd in Bewegung, um Essen und Trinken aufzuspüren. Außerdem pflegen die Herdentiere gesonderte Plätze aufzusuchen, je nachdem, ob sie sich erleichtern müssen oder sich ausruhen wollen. Dabei treten sie mit ihren Hufen auf die verschiedensten Untergründe und müssen durchaus auch ihre Nase für die Suche nach geeigneten Wildkräutern, zum Beispiel unter Steinen einsetzen. Natürlicherweise betreten Pferde auch ihre Trinkstelle mit den Hufen und genießen auch sonst ab und an ein erfrischendes Bad.
    Der Aktivstall schaut sich diese Verhaltensweisen ab und versucht sie, so gut es geht, nachzuahmen. Entscheidens dabei ist immer, die Tiere in Bewegung zu halten. Langeweile soll gar nicht erst aufkommen; das beugt auch Stallmut vor.

    Automatische Fütterung dank Computersteuerung

    Den Kern des Konzeptes stellen mehrere Futterautomaten auf dem Gelände dar. Jedes Pferd trägt einen Transponder; dieser muss nicht unter die Haut gepflanzt werden. Auf dem Transponder sind die individuellen Futterdaten hinterlegt. Dazu gehört:
    • Futterart beziehungsweise Zusammensetzung
    • Ausgabedauer für das Futter
    • Geschwindigkeit der Ausgabe
    Ist das Pferd am Automaten, erkennt dieser die Daten und das Tier kann fressen. Durch die geschickte Verteilung der Automaten kommt es bei sozialisierten Stallbewohnern nicht zum Weggedrängel beim Fressen. Sogar dem Schlingen kann durch eine langsame Ausgabemenge vorgebeugt werden.

    Warum ist ein Aktivstall artgerecht?

    Mindestens ein Rundweg, eine Wasserstelle, mehrere Tränken und verschiedene Auslaufflächen halten die Tiere den ganzen Tag in Bewegung. Denn nur so kommen sie zu ihrem Futter. Durch die hohe Produktion von Magensaft müssen Pferde fast ganztägig futtern; aber immer nur kleine Portionen.
    Es handelt sich also im Grunde um eine artgerechte Fütterung mit Bewegungsanreiz.
    Besonders schöne Exemplare verfügen zusätzlich über einen Paddock Trail, ein Sandbad oder gar Knabberäste und Steinhügel oder Kiesbetten.

    Mehr Zeit für aktive Arbeit mit Pferd

    Durch die automatische Fütterung entfällt einiges an Zeitaufwand für den Reiter. Außerdem lässt sich das Außengelände leichter sauber halten, als einen Stall auszumisten. Der Mensch gewinnt Flexibilität; denn die Automaten können zu abweichenden Zeiten aufgefüllt werden. Nebenbei sind die Pferde in einer Herde zufriedener und sozialisiert.

    Aktivstall zum Nachmachen

    Sicherlich ist die Umsetzung des Bewegungsstalls auch ohne Automaten möglich. Jedoch nur unter sehr hohem Zeitaufwand. Das Anlegen von Rundwegen und verschiedenen Untergründen sowie die Bereitstellung von Funktionsbereichen lässt sich mit etwas Fantasie meistens umsetzten. Hier könnten mit Steinen am Rand der Weide kleine Verstecke für Kraftfutter gebaut werden oder ein Sandweg angelegt werden. Wichtig ist, dass die Tiere sich bewegen müssen, um an Futter zu kommen. Auf einer nur grünen Weide ist dies nicht nötig.

    30 mal gelesen