Die richtige Ernährung für Kaninchen – PETA-Expertin gibt Tipps

  • Gesundheit und Wohlbefinden der Tiere hängt von Verdauung ab

    Lebenswichtig: Kaninchen haben ein sehr empfindliches Verdauungssystem. Es ist auf rohfaserreiche Gräser und andere Pflanzenteile spezialisiert, die die Tiere ständig zu sich nehmen müssen – so wird der notwendige permanente Zahnabrieb unterstützt. Die richtige Ernährung spielt eine äußerst wichtige Rolle, da sie einen entscheidenden Einfluss auf die Verdauung und damit das Wohlbefinden und die Gesundheit der Tiere hat. Dörte Röhl, Tierärztin und Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA, hat einige wichtige Tipps für Kaninchenhalter zusammengestellt.

    „Eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist das A und O der Kaninchengesundheit“, so Dörte Röhl. „Wer einige wichtige Tipps beherzigt, trägt zu einem munteren und zufriedenen Kaninchenleben bei.“

    Vorab: Ein Kaninchen, das über mehrere Stunden keine Nahrung zu sich genommen hat, sollte immer einem Tierarzt vorgestellt werden. Kaninchen müssen regelmäßig essen, um den Nahrungsbrei durch ihren Verdauungstrakt zu bewegen. Andernfalls können teils lebensgefährliche Verdauungsstörungen auftreten. Ein Kaninchen mit einem Verdauungsproblem ist ein Notfallpatient!
    • Geeignete Nahrung: Das gesündeste und wichtigste Nahrungsmittel für Kaninchen ist ein naturnahes Gemisch aus verschiedenen Kräutern und Gräsern, sprich eine Kräuterwiese, die leider nicht überall und zu jeder Jahreszeit verfügbar ist. Daher muss hochwertiges Heu stets in ausreichender Menge offen zur Verfügung stehen. Es macht den Großteil der Kaninchennahrung aus. Im Sommer kann frisches Gras in Maßen gegeben werden. Weiterhin auf dem Speiseplan stehen frisches Gemüse und Blattsalate, gelegentlich etwas Obst. Es wird empfohlen, sich in einschlägiger Literatur oder auf seriösen Kaninchenseiten über die vielen geeigneten Nahrungsmittel für Kaninchen zu informieren.
    • Ungeeignete Nahrung: Kommerzielles handelsübliches Trockenfutter ist in keinem Fall zu empfehlen. Die Fertigfuttermischungen enthalten derart viele Kohlenhydrate, dass es leicht zu einer Verfettung der Tiere kommen kann. Zudem ist der wichtige permanente Zahnabrieb nicht sichergestellt. Dies wiederum kann zu schwerwiegenden, teils lebensgefährlichen Verdauungsbeschwerden führen.
    • Unverträgliche und giftige Lebensmittel: Stark kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Brot, Nudeln oder Getreide sollten nicht gegeben werden, da diese Verdauungsstörungen hervorrufen. Zudem sind einige Kohlarten ungeeignet, da sie zu Aufblähungen führen können. Avocados beispielsweise sollten gemieden werden, da diese vor allem im unreifen Stadium giftig sein können. Rhabarber enthält zu viel Oxalsäure und wird daher als schwach giftig eingestuft. Es wird dringend empfohlen, sich über die Vielzahl an nicht verträglichen oder sogar giftigen Lebensmitteln zu informieren.
    • Abrupte Nahrungswechsel sollten vermieden werden. Ist dennoch ein Wechsel nötig, muss langsam umgestellt werden und nach und nach das neue mit dem bisherigen Kaninchenfutter gemischt werden.
    • Welke Nahrungsreste sind umgehend zu entfernen, um der sogenannten Trommelsucht, einer gefährlichen Aufgasung des Kaninchen-Darms, vorzubeugen.
    • Das Essen des sogenannten Blinddarmkots, den Kaninchen direkt vom After aufnehmen, ist für die Tiere notwendig, um bestimmte Vitamine zu synthetisieren. Kaninchen dürfen dabei nicht gestört werden, damit ihre Verdauung nicht außer Kontrolle gerät.
    • Kaninchen müssen permanent Zugang zu ausreichend frischem Wasser haben. Empfehlenswert ist ein fester und schwerer Wassernapf (z.B. aus Keramik), der aus hygienischen Gründen täglich gründlich zu reinigen ist.
    Weitere Informationen:
    PETA.de/Kaninchenhaltung
    PETA.de/Kaninchenleid


    Kontakt:
    Judith Stich
    +49 (0)30 6832666-04
    [email protected]

    PETA Deutschland e.V. ist mit über einer Million Unterstützern die größte Tierrechtsorganisation des Landes und setzt sich durch Aufdecken von Tierquälerei, Aufklärung der Öffentlichkeit und Veränderung der Lebensweise dafür ein, jedem Tier zu einem besseren Leben zu verhelfen.

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